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Was ist ein Währungsswap im Devisenhandel?

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Inhaltsverzeichnis
Mit zunehmender Erfahrung im Devisenmarkt stoßen Händler schnell auf Fachbegriffe, die die tatsächlichen globalen Kapitalströme hinter den Kulissen widerspiegeln. Ein solcher Begriff ist die WährungstauschObwohl Währungsswaps häufig mit Banken und multinationalen Konzernen in Verbindung gebracht werden, spielen sie eine wichtige Rolle für die globale Devisenliquidität und wirken sich indirekt auch auf Privatanleger aus.
Was ist ein Währungsswap?
Bei einem Währungsswap handelt es sich im einfachsten Fall um eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, einen bestimmten Betrag der einen Währung gegen eine andere zu tauschen, mit der Verpflichtung, den Tausch zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt und Kurs in der Zukunft rückgängig zu machen.
Ökonomisch ähnelt diese Struktur zwei gleichzeitig vergebenen Krediten: Jede Partei verleiht eine Währung und leiht sich eine andere. Die Bedingungen des Swaps definieren die Nominalbeträge, die bei Vertragsbeginn und -ende verwendeten Wechselkurse sowie die Frage, ob Zinszahlungen während der Vertragslaufzeit ausgetauscht werden.
Im Gegensatz zu börsengehandelten Instrumenten sind Währungsswaps typischerweise außerbörsliche Vereinbarungen, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten sind und bis zur Fälligkeit gehalten werden.
Einfaches Währungstauschbeispiel
Betrachten wir zwei Vertragspartner, die einen Währungsswap abschließen, bei dem einer 1,000,000 € gegen 1,150,000 $ tauscht, wodurch ein impliziter EUR/USD-Kurs von 1.15 festgelegt wird. Jede Partei hält nun die Währung, die sie für Finanzierungs- oder operative Zwecke benötigt.
Zum vereinbarten Fälligkeitstermin wird die Transaktion rückgängig gemacht. Je nach Vertrag kann dies zum ursprünglichen Wechselkurs oder zu einem vorab festgelegten Terminkurs erfolgen. In manchen Fällen werden die Zinszahlungen während der gesamten Laufzeit des Swaps ausgetauscht und spiegeln die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen wider.
Wer nutzt Währungsswaps?
Währungsswaps waren historisch gesehen vor allem in Märkten mit Kapitalverkehrskontrollen oder instabilen Wechselkursen verbreitet. Heute werden sie aufgrund der zunehmenden grenzüberschreitenden Aktivitäten im globalen Finanzwesen häufig eingesetzt.
Multinationale Firmen
International tätige Unternehmen stehen häufig vor Finanzierungslücken zwischen dem Ort ihrer Umsatzgenerierung und dem Ort ihres Kapitalbedarfs. Zwar können sie sich in ihrer Heimatwährung günstiger verschulden, benötigen aber Fremdwährungen zur Finanzierung ihrer Auslandsaktivitäten. Währungsswaps ermöglichen es diesen Unternehmen, Fremdwährungskapital zu beschaffen, ohne sich direkt in unbekannten oder teuren Märkten verschulden zu müssen.
Finanzinstitutionen
Banken und große Finanzinstitute nutzen Währungsswaps, um Bilanzrisiken zu steuern, Währungsrisiken abzusichern und ihren Kunden Liquidität bereitzustellen. Diese Transaktionen machen einen erheblichen Anteil des täglichen globalen Devisenumsatzes aus.
Investoren in volatilen Währungsumfeldern
In Ländern mit instabilen oder schnell abwertenden Währungen können Swaps für Planbarkeit sorgen. Durch die Festlegung zukünftiger Wechselkurse reduzieren die Teilnehmer die Unsicherheit hinsichtlich Finanzierungskosten und Anlagerenditen.
Wichtigste Risiken bei Währungsswaps
Trotz ihrer Nützlichkeit sind Währungsswaps nicht risikofrei. Zu den wichtigsten Risiken zählen:
- Wechselkursrisiko: Wenn die zukünftigen Spotkurse erheblich vom vertraglich vereinbarten Kurs abweichen, können einer Partei Opportunitätskosten oder Verluste entstehen.
- Zinssatzrisiko: Variable Zinszahlungen können ungünstig werden, wenn sich die Zinsdifferenzen unerwartet verändern.
- Kontrahentenrisiko: Da es sich bei Swaps um bilaterale Vereinbarungen handelt, kann das Versagen einer Partei die andere Partei Verlusten aussetzen.
Aus diesen Gründen werden Währungsswaps am häufigsten von Institutionen mit soliden Risikomanagement-Rahmenwerken eingesetzt.
Gebühren für Währungsswaps im Vergleich zu Forex-Swaps (Rollover)
Privatanleger im Devisenhandel stoßen häufig auf den Begriff „Swap“, der sich jedoch üblicherweise auf einen Übertragungs- oder Übernachtungsgebühr, kein echter Währungsswap-Vertrag.
Wird eine gehebelte Devisenposition über Nacht gehalten, berechnen Broker eine Swap-Gebühr, die die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen des Währungspaares widerspiegelt. Je nach Richtung des Handels kann diese Anpassung positiv oder negativ ausfallen.
Obwohl sie konzeptionell verwandt sind – beide werden durch Zinsdifferenzen angetrieben – handelt es sich bei Retail-Swap-Gebühren um buchhalterische Anpassungen, die von Brokern vorgenommen werden, während Währungsswaps formale Finanzierungsvereinbarungen zwischen Gegenparteien darstellen.
Warum Währungsswaps auf den Devisenmärkten wichtig sind
Auch für Händler, die nie direkt einen Währungsswap abschließen, sind diese Instrumente für die globale Devisenliquidität unerlässlich. Sie tragen zur Angleichung der Finanzierungsmärkte bei, stabilisieren grenzüberschreitende Kapitalströme und beeinflussen die Terminkurse, die vielen Handelsstrategien zugrunde liegen.
Fazit
Währungsswaps sind ein zentraler Baustein moderner Devisenmärkte. Sie ermöglichen eine effiziente grenzüberschreitende Finanzierung, reduzieren das Währungsrisiko für globale Marktteilnehmer und unterstützen die massive Liquidität, auf die Privatanleger täglich angewiesen sind.
Das Verständnis der Funktionsweise von Währungsswaps – und ihrer Unterschiede zu den Gebühren für Devisenswaps im Einzelhandel – bietet einen wertvollen Kontext, um sich mit größerer Zuversicht im breiteren Devisenökosystem zu bewegen.
Daniel ist ein großer Befürworter der Art und Weise, wie Blockchain letztendlich die Finanzwelt revolutionieren wird. Er lebt Technologie und lebt dafür, neue Geräte auszuprobieren.









