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STOs gegen Crowdfunding, ICOs & IEOs – Vordenker

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Hinweis des Redakteurs: Dieser Meinungsbeitrag wurde ursprünglich 2019 veröffentlicht. Er spiegelt die Markstimmung während des „Crypto Winter“ und das Aufkommen von Initial Exchange Offerings (IEOs) als beliebtem Finanzierungsmechanismus zu jener Zeit wider.

Crowdfunding und ICO – Ein Schritt in der Evolution der Kapitalmärkte

Das Akronym ICO steht für „initial coin offering“. Die Praxis stammt jedoch aus einer kleinen Kapitalfinanzierungsmethode, die als Crowdfunding bekannt ist.

Im Jahr 2009 gründete das US-Unternehmen Kickstarter und fördert bis heute erfolgreich die Finanzierung kreativer Ideen und Produkte. Die Idee besteht darin, ein Produkt im Voraus zu verkaufen, das ein kreatives Team zu entwickeln, in Massenproduktion zu geben und an seine Unterstützer zu liefern verspricht. Die Praxis hatte zu Beginn keine klare rechtliche Grundlage. Erst drei Jahre später, im Jahr 2012, wurde das US-Recht geändert, um den leichteren Zugang zu kleiner Kapitalfinanzierung zu regulieren, indem der Jumpstart Our Business Startups (JOBS) Act eingeführt wurde.

Ähnlich entstand das ICO-Phänomen aus der wachsenden Krypto-Community. Der erste ICO gilt allgemein als das Mastercoin-Blockchain-Projekt im Jahr 2013. Es stellte den ersten Krypto-Crowdfunding-Fall dar. Die Idee war, eine Blockchain-Münze/Token als Dienstleistung im Voraus zu verkaufen, die das Team zukünftig entwickeln würde. Um Interesse am Projekt zu erwerben, konnte man in Bitcoin bezahlen. Plötzlich war eine neue Praxis geboren.

Ein neuer Anwendungsfall für Kryptowährungen wurde geschaffen und entwickelte sich rasch. Bis 2017 entstanden nicht nur viele neue Kryptowährungen, sondern es gab Hunderte von ICO-Projekten, die ihre Dienstleistungen im Voraus verkauften, häufig, aber nicht ausschließlich, blockchain-basierte Geschäftsapplikationen. Tatsächlich war das Ziel der Praxis, Finanzierung auf weniger restriktive Weise zu ermöglichen. Der Verkauf eines Tokens als Beteiligung an einem Projekt, das einen Nutzen oder eine Repräsentation hatte. Daher entstand der neue Begriff – Utility‑Token.

Per Definition hatte die Investition in einen nebulösen Utility‑Token (typischerweise Ethereum EIP‑20, auch als ERC‑20‑konform bekannt) sehr lockere rechtliche Verpflichtungen, lediglich die vom Emittenten zugesicherten. Die Investition war weder ein Aktienkauf noch ein Darlehen, sondern ein freiwilliger Beitrag. Der Reiz lag in der fast sofortigen Liquidität des neu geschaffenen Tokens. Nach dem Initialangebot entwickelte sich ein sprudelnder Sekundärmarkt, der allen Teilnehmern einen einfachen Ein- und Ausstieg ermöglichte. Der Verkauf eines Tokens war der Verkauf eines Versprechens einer noch nicht existierenden Dienstleistung, ähnlich dem Zeitalter der Entdeckungen langer Seereisen.

Ähnlich führte der Beginn des 17. Jahrhunderts die erste permanente Aktiengesellschaft ein, bei der die Investition in Aktien nicht zurückgezahlt werden musste, sondern an der Börse gehandelt werden konnte.

Die Krypto‑Investitionspraxis entwickelte sich zu einer Welle von ICO-Projekten, die 2017 ihren Höhepunkt erreichte. So wurden viele Start‑ups und vor allem White‑Paper‑Ideen finanziert. Die meisten waren echte Projekte. Einige waren schlechte Äpfel. Doch der attraktivste Aspekt des ICO waren die Renditen der Investitionen. Laut einer Quelle lag die Rendite (ROI) bei über dem 10‑fachen, selbst wenn man im Jahr 2017 sowohl in Gewinner als auch in Verlierer investierte. Die gesamte Branche stand unter starkem Aufwärtsdruck, mit großem Interesse des institutionellen Sektors. Solche Renditen sind im normalen Handelsumfeld beispiellos. Vermögen wurden gemacht und verloren.

Das Jahr 2017‑2018 ging als die ICO‑Hype sich entfaltete in die Geschichte ein. Es kulminierte mit mehreren wichtigen Ereignissen, die gleichzeitig stattfanden. Eines war die Aufspaltung der Bitcoin‑Blockchain und der anschließende Absturz des Wertes der meisten Kryptowährungen. Es gab weitere bemerkenswerte Ereignisse, die gleichzeitig stattfanden und zum allgemeinen Preisverfall beitrugen.

Von Höhepunkt zu Tiefpunkt wurde der Wert des Krypto‑Asset‑Marktes zeitweise plötzlich und später allmählich von über 800 Mrd. USD auf etwas über 100 Mrd. USD reduziert. Der sogenannte Krypto‑Winter setzte ein. Das bittersüße Masseninteresse ließ nach und es folgte ein sofortiger Rückzug von allen Dingen rund um Krypto.

IEO – Initial Exchange Offering

Ähnlich wie bei der Börsennotierung von Slack und Spotify gibt es einige ICOs, die direkt an Token‑Börsen gelistet wurden. Auf diese Weise können Projekte die Kundenbasis der Handelsplattformen nutzen, um ihre Projekte direkt zu präsentieren, ohne das Angebot aktiv über andere, oft ineffektive Marketing-Kanäle zu bewerben. Dies hat viele Token‑Handelsplätze veranlasst, im Auftrag von token‑ausgebenden Start‑ups Utility‑Token‑IEOs zu emittieren.

Für die Mitwirkenden erhöht die Börsennotierung das Vertrauen, die Sicherheit und die Prüfung, da bekannt ist, dass eine renommierte Börse wie Binance vor der Listung eines unbekannten Projekts eine gewisse Due Diligence durchgeführt hat. Tatsächlich kann ein IEO für Utility‑Tokens ein sicherer, wenn nicht sogar günstiger Weg sein, das Vertrauen der Community zu gewinnen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die ersten Listungen über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleiben und welche regulatorischen Anforderungen hinsichtlich der Listungsbedingungen auferlegt werden könnten. Auch dies ist ein Teil der Geschichte, die gerade entsteht.

Dies ist Teil 3 einer 5‑teiligen Serie.

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Liza Aizupiete ist die Geschäftsführerin bei Fintelum, einer europäischen Token-Launch-Plattform (ICO und STO). Liza hat umfangreiche Erfahrung im traditionellen Fondsmanagement und ist auch eine erfahrene Blockchain-Unternehmerin, die erfolgreich Globitex gegründet und Kapital (ICO) aufgebracht hat, wo sie Mitbegründerin und Geschäftsführerin war.