Digitale Vermögenswerte
SEC erwägt Maßnahmen gegen Paxos wegen BUSD: Was Sie wissen sollten

Die neue Kryptowoche begann am 13. Februar 2023 mit fallenden Kursen, während Sorgen über die Regulierung für Unsicherheit unter Anlegern sorgten. Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und andere große Altcoins gaben nach dem Wochenende nach. Berichte vom Sonntagabend über neue Maßnahmen der US-Wertpapieraufsicht SEC verstärkten die Sorge vor einer verschärften Prüfung des Kryptosektors nach einer Woche intensiver Aufsicht.
Am Donnerstag, dem 9. Februar, gab die von Gary Gensler geleitete Behörde einen Vergleich mit Kraken über 30 Millionen Dollar wegen des Vorwurfs bekannt, über dessen Staking-Dienst nicht registrierte Wertpapiere angeboten zu haben. Der Betrag umfasste die Abschöpfung von Gewinnen, Zinsen und eine zivilrechtliche Geldbuße. Kraken erklärte sich bereit, diesen Dienst für US-Kunden einzustellen. Die Nachricht sorgte für Unruhe in der Branche, und der Kryptomarkt blieb nach dem Wochenende schwach.

BTC/USD-Chart. Quelle: TradingView
Diese jüngsten Entwicklungen haben eine Debatte innerhalb der Kryptogemeinschaft ausgelöst und Reaktionen von Marktteilnehmern und anderen wichtigen Persönlichkeiten hervorgerufen. Auch SEC-Kommissarin Hester Peirce kritisierte die Entscheidung. In einer Erklärungvom 9. Februar bezeichnete Peirce das Vorgehen der Behörde als bevormundend und faul.
Coinbase ist laut CEO bereit, seinen Staking-Dienst zu verteidigen
Berichte über mögliche neue Aufsichtsmaßnahmen kamen bereits vor der Bekanntgabe des Kraken-Vergleichs auf. Am späten Mittwochabend, dem 8. Februar, schrieb Coinbase-CEO Brian Armstrong, er habe Gerüchte gehört, wonach die SEC gegen Staking für US-Privatanleger vorgehen wolle. In einem späteren Twitter-Beitrag erklärte er, die Börse sei nötigenfalls bereit, ihren Dienst vor Gericht zu verteidigen. Nach Ansicht von Coinbase unterschied sich das Angebot vom Kraken-Dienst und war kein Wertpapier.
„Staking ist nach US-Wertpapierrecht und nach dem Howey-Test kein Wertpapier“, schrieb Coinbases Chefjurist Paul Grewal in einer Erklärungnach dem Kraken-Vergleich. Damit legte er die Rechtsauffassung des Unternehmens dar.
Neben Handelsplattformen gerieten auch Banken mit Kryptogeschäften unter verstärkte Beobachtung. Kritiker sahen darin einen Versuch, die Verbindungen des traditionellen Finanzsektors zu digitalen Vermögenswerten und dessen entsprechende Risiken zu begrenzen. Am Freitag, dem 10. Februar, wurde der Vorschlag des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europäischen Parlaments zu den Eigenkapitalanforderungen für Banken veröffentlicht. Er enthielt restriktive Kryptobestimmungen für die Zeit bis zu einem detaillierteren Vorschlag der Kommission. Der Entwurf sah eine strenge Behandlung kryptobezogener Risiken bei den Eigenkapitalanforderungen sowie die Meldung direkter und indirekter Kryptopositionen von Banken vor. Er forderte die Europäische Kommission außerdem auf, bis Juni 2023 einen Gesetzgebungsvorschlag zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von Kryptovermögenswerten vorzulegen. Es handelte sich noch um einen Vorschlag.
SEC erwägt Aufsichtsmaßnahmen gegen Paxos wegen Binance USD
Ein am 12. Februar veröffentlichter Bericht des Wall Street Journal berichtete über mögliche Maßnahmen gegen Paxos Trust. Paxos bestätigte am 13. Februar, am 3. Februar eine Wells-Mitteilung erhalten zu haben. Demnach erwogen SEC-Mitarbeiter, eine Klage mit der Behauptung zu empfehlen, BUSD sei ein nicht registriertes Wertpapier. Die Mitteilung war selbst weder eine eingereichte Klage noch ein Gerichtsurteil. BUSD wurde im September 2019 in Zusammenarbeit zwischen Binance und Paxos eingeführt.
Paxos wird von mehreren Seiten geprüft
Das in New York ansässige Blockchain-Unternehmen hatte bereits 2018 Paxos Standard eingeführt, das 2021 in Pax Dollar (USDP) umbenannt wurde. Dieser Stablecoin ging dem BUSD mit Binance-Markenname voraus. Gegen Ende der Vorwoche wurde zudem berichtet, dass die New Yorker Finanzaufsicht NYDFS Paxos untersuche.
„Die Behörde überwacht Paxos genau, um sicherzustellen, dass das Unternehmen Rücknahmen unter verstärkten, risikobasierten Verfahren zur Einhaltung der Vorschriften geordnet abwickeln kann“, erklärte die NYDFS in einer veröffentlichten Verbraucherwarnung.
Auch der Zahlungsdienstleister PayPal (PYPL ) soll sein Stablecoin-Projekt pausiert haben. Bloomberg berichtete am Freitag, dem 10. Februar, das Unternehmen habe seine Pläne zur Einführung eines eigenen Stablecoins vorerst zurückgestellt.
Paxos stellt die Ausgabe neuer BUSD-Token ein und beendet die BUSD-Partnerschaft mit Binance
Paxos kündigte am 13. Februar an, die Ausgabe neuer BUSD-Token entsprechend der NYDFS-Anweisung am 21. Februar einzustellen. Zugleich teilte das Unternehmen mit, die BUSD-Partnerschaft mit Binance zu beenden.
„Paxos hat stets die Sicherheit der Kundenvermögen priorisiert […] BUSD bleibt auf der Paxos-Plattform vollständig durch Reserven gedeckt und für registrierte Kunden mindestens bis Februar 2024 einlösbar. Neue und bestehende Paxos-Kunden können ihre BUSD-Token gegen US-Dollar einlösen oder in Pax Dollar (USDP) umwandeln“, erklärte das Blockchain-Unternehmen in einer Erklärung, in der es das Ende der Neuausgabe bestätigte.
Binance zeigte sich öffentlich weniger konfrontativ als Coinbase. Ein Sprecher von Binance erklärte, die Börse werde auch andere Projekte prüfen, um Beeinträchtigungen für Nutzer zu begrenzen. CEO Changpeng Zhao sagte, Binance werde BUSD weiter unterstützen, rechne aber damit, dass Nutzer mit der Zeit zu anderen Stablecoins wechseln würden. Er erwähnte auch die Möglichkeit, einen nicht an den US-Dollar gebundenen Stablecoin als zentrale Basiswährung in Handelspaaren zu verwenden.
„WENN ein Gericht BUSD als Wertpapier einstuft, hat das weitreichende Folgen dafür, wie sich die Kryptobranche in den betreffenden Rechtsordnungen entwickelt — oder nicht entwickelt. […] Wir erwarten, dass Nutzer im Laufe der Zeit zu anderen Stablecoins wechseln. Wir werden unsere Produkte entsprechend anpassen, etwa indem wir BUSD nicht mehr als zentrale Basiswährung in Handelspaaren verwenden“, so schrieb CZ auf Twitter.
Die jüngsten Maßnahmen gegen zentralisierte Kryptodienste haben gemischte Reaktionen in der breiteren Kryptogemeinschaft hervorgerufen. Kritiker wandten sich insbesondere gegen eine Regulierung durch Vollstreckungs- und Aufsichtsmaßnahmen. Ihrer Ansicht nach bremste dies Innovationen und ließ die USA gegenüber Hongkong und Singapur zurückfallen, wo klarere Stablecoin-Regeln erarbeitet wurden.
Marktreaktionen
Lidos Ethereum-Staking-Dienst umfasste zu diesem Zeitpunkt rund 4,8 Millionen ETH. Ein Vertreter der dezentralen autonomen Organisation (DAO) hinter dem Projekt kritisierte die Entscheidung der SEC und sagte, sie könne erhebliche Nachteile für Staking-Teilnehmer in den USA haben.

Statistik zum Ethereum-Staking. Quelle: Dune Analytics
Coinbase-Aktien fielen gegen Ende der Vorwoche nach der Nachricht über Krakens Vergleich zu Staking-Diensten für US-Kunden. Trotz des Rückgangs seit dem 2. Februar lag COIN im vorbörslichen Handel am Montag, dem 13. Februar, noch rund 70 % über dem Stand zu Jahresbeginn.

Im Januar hatte die Bank of America (BAC ) den von der positiven Kryptomarktstimmung unterstützten Kursanstieg der Coinbase-Aktie als Verkaufsgelegenheit eingeschätzt. Analyst Jason Kupferberg bewertete die Ergebnisaussichten der Börse für 2023 anhand der Kryptohandelsvolumina im vierten Quartal 2022 als schwach.
Weitere Informationen zu Lido und Ethereum finden Sie in unseren Leitfäden In Lido investieren und In Ethereum investieren.
Huobi schließt seine Multi-Token-Wallet Cloud Wallet
Huobi kündigte am 13. Februar 2023 an, Cloud Wallet am 13. Mai einzustellen. Wartung und Aktualisierungen des 2021 eingeführten Wallet-Dienstes wurden sofort beendet. Die Börse begründete dies mit strategischen und produktbezogenen Änderungen und forderte Nutzer auf, ihre Kryptowährungen und NFTs innerhalb der dreimonatigen Übergangsfrist auf ihre Huobi-Konten oder andere Blockchain-Adressen zu übertragen. Die in Georgia ansässige Plattform Bakkt kündigte am selben Tag separat an, ihre Verbraucher-App am 16. März einzustellen und sich auf B2B2C-Lösungen zu konzentrieren, die Verbraucher über andere Unternehmen erreichen. Die Krypto- und Bargeldbestände der Kunden sollten über einen neuen Webdienst zugänglich bleiben.












