Regulierung

Kryptoregulierung in Taiwan: VASP-Registrierung und der Weg zur Lizenzierung

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Von “Hands-Off” zu strenger Aufsicht

Taiwan ist seit langem ein Technologiezentrum für die Blockchain‑Industrie und beherbergt große Hersteller von Hardware‑Wallets wie CoolWallet sowie prominente DeFi‑Teams. Der regulatorische Rahmen hat sich jedoch seit den frühen „hands‑off“-Jahren erheblich weiterentwickelt. Ab 2025 hat Taiwan den Übergang zu einem streng regulierten Markt vollzogen, in dem die Einhaltung von Vorschriften obligatorisch ist.

Die Zeiten des unregulierten Betriebs sind vorbei. Durch Änderungen des Money Laundering Control Act (MLCA) müssen alle in Taiwan tätigen Virtual Asset Service Provider (VASPs) sich bei der Financial Supervisory Commission (FSC) registrieren oder riskieren strafrechtliche Konsequenzen.

Das aktuelle Regime: VASP-Registrierung

Die zentrale Säule der aktuellen Krypto‑Regulierung Taiwans ist das VASP‑Registrierungssystem. Dieses System verlangt von jedem Unternehmen, das Austausch‑, Verwahr‑ oder Transferdienste anbietet, eine Compliance‑Erklärung bei der FSC einzureichen.

Wesentliche Anforderungen für die Registrierung umfassen:

  • Segregation of Assets: Kundengelder müssen getrennt von den Unternehmensmitteln der Plattform gehalten werden.
  • Cold Storage Ratios: Ein erheblicher Teil der Kundengelder muss in offline „Cold“-Wallets aufbewahrt werden, um Hacking‑Risiken zu minimieren.
  • Information Security: Plattformen müssen eine ISO‑27001‑Zertifizierung oder gleichwertige Sicherheitsprüfungen vorweisen.
  • Travel Rule Compliance: Transfers zwischen Börsen müssen Absender‑ und Empfängerinformationen enthalten, um Geldwäsche zu bekämpfen.

Die Nicht‑Registrierung ist nicht mehr nur ein regulatorischer Verstoß; sie stellt eine Straftat dar. Kürzliche gesetzliche Änderungen haben mögliche Gefängnisstrafen für Betreiber eingeführt, die ohne ordnungsgemäße Registrierung Geschäfte mit taiwanesischen Bürgern tätigen.

Der STO‑Rahmen von 2019 (ein historischer Kontext)

Die ursprüngliche Aufregung rund um Taiwans Regulierung konzentrierte sich auf den 2019 eingeführten Security Token Offering (STO)‑Rahmen. Obwohl er zu seiner Zeit bahnbrechend war, hat dieser Rahmen aufgrund seiner restriktiven Natur nur begrenzte Akzeptanz gefunden.

Unter den vom Taipei Exchange (TPEx) verwalteten STO‑Regeln:

  • Fundraising Cap: Projekte können höchstens NTD 30 Millionen (ca. 1 Million USD) aufbringen. Beträge darüber müssen in einen „Regulatory Sandbox“ überführt werden, ein kosten- und zeitintensiver Prozess.
  • Investor Restrictions: Nur „Professional Investors“ (Vermögende Privatpersonen und Institutionen) dürfen teilnehmen.
  • Trading Limitations: Der Sekundärhandel ist stark auf die Plattform beschränkt, die das Token ausgegeben hat, was die Liquidität fragmentiert.

Aufgrund dieser niedrigen Obergrenzen und hohen Kosten haben die meisten taiwanesischen Projekte Utility‑Tokens ausgegeben oder im Ausland registriert, sodass der STO‑Rahmen weitgehend ungenutzt blieb.

Die Zukunft: ein spezielles „Special Law“

Im Hinblick auf 2026 entwirft die FSC ein dediziertes Virtual Asset Management Act (Special Law). Diese Gesetzgebung soll Taiwan von einem „Registrierungs‑“ zu einem vollständigen „Lizenz‑“Regime überführen, ähnlich der Markets in Crypto‑Assets (MiCA)‑Regulierung in Europa.

Dieses zukünftige Gesetz wird voraussichtlich Folgendes einführen:

  • Capital Requirements: Höhere Mindestkapitalreserven für Börsen.
  • Consumer Protection: Obligatorische Versicherungsfonds zur Deckung möglicher Hacks oder Insolvenz.
  • Derivatives: Potenzielle Rahmenbedingungen für Krypto‑Derivate und ETFs, die im aktuellen Regime noch eingeschränkt sind.

Zusammenfassung für Investoren

Taiwan bleibt ein krypto‑freundlicher Rechtsraum, ist jedoch nicht mehr das „Wilde Westen“. Für Investoren bedeutet das mehr Sicherheit, da lokale Börsen wie Maicoin und BitoGroup unter strenger Aufsicht arbeiten. Für internationale Projekte lautet die Botschaft klar: Sie können taiwanesische Nutzer nicht ohne ein lokales Unternehmen und FSC‑Registrierung ansprechen.

David Hamilton ist ein Vollzeitjournalist und ein langjähriger Bitcoinist. Er spezialisiert sich auf das Schreiben von Artikeln über die Blockchain. Seine Artikel wurden in mehreren Bitcoin-Publikationen veröffentlicht, einschließlich Bitcoinlightning.com