Digitale Vermögenswerte

Nexo prüfte im Juli 2022 eine Übernahme von Vauld

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Anfang Juli 2022 standen Kryptokreditplattformen unter erheblichem Druck. BlockFi, Celsius und Vauld kämpften mit unterschiedlichen Liquiditätsproblemen; einzelne Anbieter hatten Dienste ausgesetzt. Zugleich prüften andere Unternehmen mögliche Übernahmen. Nexo teilte am 5. Juli 2022 mit, es habe „ein vorläufiges Eckpunktepapier mit Vauld unterzeichnet“.

Die Details

Nach Angaben von Nexo eröffnete die Vereinbarung eine „exklusive Prüfungsphase von 60 Tagen für die beabsichtigte Übernahme von Vauld“. Der Erwerb war damit noch nicht abgeschlossen und hing unter anderem vom Ergebnis der Unternehmensprüfung ab.

Nexo begründete sein Interesse mit zwei Zielen:

  1. Das Unternehmen sah sich in der Verantwortung, finanziell angeschlagene Marktteilnehmer zu unterstützen. Nach seiner eigenen Einschätzung würde dies die Branche insgesamt stärken.
  2. Eine mögliche Übernahme sollte außerdem die Expansion von Nexo in Asien erleichtern.

Nexo beabsichtigte, nach erfolgreichem Abschluss der Transaktion bis zu 100 % von Vauld zu erwerben. Dabei sollte es nicht allein um einen Ausweg aus den akuten Schwierigkeiten gehen. Das Unternehmen erklärte, sein „Ziel sei, die bestehende Vauld-Kundschaft so weit wie möglich zu schützen und ihr zugleich ein erweitertes Dienstleistungsangebot zugänglich zu machen“.

Vauld hatte am 4. Juli 2022 Ein- und Auszahlungen ausgesetzt, um seine Finanzlage zu prüfen. Damit folgte es dem Beispiel anderer Anbieter wie Celsius. Das Unternehmen erklärte damals: „Die Geschäftsleitung von Vauld möchte darüber informieren, dass wir trotz aller Bemühungen vor finanziellen Schwierigkeiten stehen.“

Vauld verwies auf die Marktturbulenzen rund um Three Arrows Capital und Terraform Labs. Nach eigenen Angaben hatte es binnen rund drei Wochen Auszahlungen von 197,7 Millionen US-Dollar verarbeitet, was seine Liquidität stark belastete. Der Verweis auf Three Arrows Capital beschrieb dabei das Marktumfeld: Vauld stellte später klar, seine Kreditpositionen gegenüber 3AC bereits 2021 geschlossen zu haben. Die Gespräche mit Nexo waren eine mögliche Reaktion auf die Krise, keine bereits vollzogene Rettung.

Wettbewerber

Auch andere bekannte Kryptokreditplattformen kündigten Anfang Juli 2022 Maßnahmen zur Stabilisierung oder Umstrukturierung an. Die folgenden Beispiele geben den damaligen Stand wieder.

BlockFi

BlockFi war trotz bereits zuvor gesunkener Guthabenzinsen ein bekannter Anbieter zentralisierter Kryptofinanzdienste, kurz CeFi. Seine Bekanntheit schützte das Unternehmen jedoch nicht vor der Krise. Es gab eine Vereinbarung mit FTX US bekannt, die zwei getrennte Elemente umfasste:

  1. Eine revolvierende Kreditlinie von 400 Millionen US-Dollar, deren Ansprüche gegenüber sämtlichen Kundengeldern nachrangig sein sollten, und
  2. eine Option zum Erwerb von BlockFi für einen von Leistungsbedingungen abhängigen Preis von bis zu 240 Millionen US-Dollar. Eine Kaufoption ist noch keine abgeschlossene Übernahme.

BlockFi begründete den Schritt sowohl mit dem Finanzierungsbedarf als auch mit dem Ziel des Kundenschutzes: „Wir halten den Schutz der Kundengelder grundsätzlich für wichtig. Das ist nicht nur richtig, sondern unterstützt auch die langfristige Stabilität und Akzeptanz von Kryptofinanzdiensten weltweit. Deshalb wollten wir unsere Bilanz mit zusätzlichem Kapital stärken, um die Liquidität und den Schutz der Kundengelder zu verbessern.“

Celsius

Celsius galt Anfang Juli 2022 als akut insolvenzgefährdet. Das Unternehmen hatte dem damaligen Bericht zufolge dennoch nahezu 150 Millionen US-Dollar an Maker-Krediten zurückgezahlt. Die Bedienung einzelner Kredite belegte jedoch weder die Zahlungsfähigkeit insgesamt noch die Verfügbarkeit der Kundenguthaben. Damals wurde berichtet, Celsius habe etwa 20 bis 25 % seiner Beschäftigten entlassen.
Auch Coinbase, Gemini und BlockFi hatten Stellenstreichungen bekannt gegeben. Solche Maßnahmen sollten Kosten senken, waren aber für sich genommen kein Beleg für eine erfolgreiche Sanierung.

Ledn als damaliger Gegenpol

Der Artikel stellte die kanadische Plattform Ledn.io als Anbieter dar, der Anfang Juli 2022 sein Geschäft ohne vergleichbare große Entlassungen, Umstrukturierungen oder Rettungsmaßnahmen fortsetzte. Das war eine zeitgebundene Einschätzung, keine Zusicherung dauerhafter Stabilität.

Als Stärke beschrieb der Artikel den damals vergleichsweise engen Ansatz: verzinste Konten für BTC und USDC sowie die Zusammenarbeit mit großen, als renommiert dargestellten Kreditnehmern. Für Interessenten an CeFi war dies ein möglicher Vergleichspunkt. Auch ein einfacheres Angebot und der Ruf der Kreditnehmer beseitigen jedoch weder Kredit- noch Liquiditätsrisiken; daraus lässt sich keine aktuelle Empfehlung oder Garantie für die Sicherheit von Guthaben ableiten.

Joshua Stoner ist ein vielseitiger Berufsprofi. Er hat ein großes Interesse an der revolutionären 'blockchain' Technologie.