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Mit dem Ball im Spielfeld der SEC hat die Krypto‑Welt 3 Optionen: Kampf, Flucht oder Wechsel

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Die Kommentare des SEC‑Vorsitzenden Gary Gensler zu Kryptowährungen sorgen weiterhin für Nachrichten und regen Dialog und Debatten an, während seine Maßnahmen gegen Marktteilnehmer laut und klar sind: „alles andere außer Bitcoin ist ein Wertpapier.“ Erste Schüsse abgegeben.

Endlich hat die Kommission ihr Crypto-as-a-Security‑Statement fest verankert – sie definiert die meisten digitalen Vermögenswerte, wie Ethereum, XRP und andere Kryptowährungen, als Wertpapiere nach US‑Recht. Das bedeutet auch, dass sie den SEC‑Vorschriften und der Aufsicht unterliegen, einschließlich Registrierungs‑ und Offenlegungspflichten, strenger Handels‑, Bericht‑ und Anlegerschutzregeln.

Konkret hat die Kommission eine Reihe von Token, Ertragsprodukten und Staking‑Diensten als Wertpapiere eingestuft. Sie hat zudem Handelsplattformen als nicht registrierte Börsen ins Visier genommen, wobei Coinbase und Bittrex im Fokus für Durchsetzungsmaßnahmen stehen.

Darüber hinaus hat die SEC mehrere neue Regelungen vorgeschlagen, darunter eine, die Investmentfirmen verpflichtet, ihre Krypto‑Assets außerhalb der Branche zu verwahren. Eine weitere vorgeschlagene Regel, die „Best‑Execution“-Regel, würde für jedes Unternehmen gelten, das Krypto‑Security‑Token handelt.

Mit all dem im Hinterkopf sehen wir nun, wie die klärende Haltung der SEC in Echtzeit umgesetzt wird – mit verstärkter Prüfung und Durchsetzung. Die SEC verfolgt einen aggressiveren Ansatz bei der Regulierung des Kryptowährungsmarktes und erhöht ihre Durchsetzungsmaßnahmen gegen Emittenten digitaler Vermögenswerte, die als Wertpapiere gelten, sowie gegen Börsen, die den Handel mit diesen Vermögenswerten ermöglichen.

Spiele nach den Regeln oder verbrenne dich

Einige Akteure in unserer Branche sind nicht glücklich über die zusätzlichen Kosten und regulatorischen „Lasten“ bei der Ausgabe unregulierter digitaler Vermögenswerte. Aber seien wir ehrlich, das Fehlen klarer Vorschriften war ein erhebliches Hindernis für institutionelle Investoren, die zögern, in einen als unreguliert und damit riskant wahrgenommenen Markt zu investieren. Ohne sie hat die digitale Wirtschaft keine Chance zu gedeihen. Der Wald muss brennen, damit das Nachwachsen stattfinden kann.

Diejenigen von uns, die das bereits vor Jahren vorausgesehen haben, haben Schritte unternommen, um mit der SEC zusammenzuarbeiten – nicht gegen sie – um eine blockchain‑basierte Infrastruktur für digitale Vermögenswerte aufzubauen und regulierte tokenisierte Assets mit langfristigem Fokus herauszugeben. Wir müssen uns nicht für Kampf, Flucht oder Wechsel entscheiden. Stattdessen haben wir uns für das Gedeihen entschieden.

Wer ist in Schwierigkeiten, wer nicht und wer steht unter Beobachtung?

Apropos Verantwortung, die SEC hat die Krypto‑Börse Bittrex wegen des Betriebs einer nicht registrierten nationalen Wertpapierbörse, eines Maklers und einer Clearing‑Stelle angeklagt. Zuvor hatte die Kommission zwei Giganten im Bereich digitaler Vermögenswerte – Gemini Trust und Genesis Global Capital – wegen des Verkaufs nicht registrierter Produkte beschuldigt. Und, wie bereits erwähnt, stehen Coinbase zusammen mit Crypto.com und anderen am Abzug der regulatorischen Compliance‑Waffe.

Während der Hammer der SEC bei verschiedenen unregulierten Börsen eingeschlagen ist – was offensichtlich ein berechtigter Teil ihres Durchsetzungsregimes ist – haben wir noch nicht gesehen, dass die Kommission Token‑Emittenten mit derselben Entschlossenheit verfolgt, mit der sie Börsen ins Visier nimmt. Für Emittenten ist es jedoch keine gangbare Strategie, darauf zu hoffen, dass die SEC nicht an die Tür klopft. Welche Möglichkeiten für Emittenten bestehen, sind die folgenden:

  • Flucht: Emittenten von Krypto‑Asset‑Wertpapieren könnten entscheiden, dass die Einhaltung der US‑ und SEC‑Vorschriften den Aufwand nicht wert ist, und daher hier schließen und ins Ausland gehen – alle in den USA ansässigen Börsenaktivitäten beenden.

 

  • Kampf: Die SEC ist nicht das alleinige Oberhaupt des Wertpapierrechts – die Gerichte sind es. Emittenten könnten entscheiden, die SEC vor Gericht zu nehmen und zu beweisen, dass sie keine Wertpapiere sind. Dies ist offensichtlich die kostspieligste und zeitaufwändigste Option, bleibt aber dennoch möglich.

 

  • Wechsel: Emittenten könnten den Weg gehen, den diese Entwicklung eindeutig vorgibt – ihr Token bei der SEC registrieren und die US‑Wertpapierregulierung einhalten. Es ist ein zusätzlicher Schritt, aber am Ende jeden Cent und jede Minute wert.

Regulatorische Klarheit und Konsequenzen werden das Ökosystem nur weiter stärken und ausbauen

Es ist klar, dass die SEC den Kryptowährungsmarkt genau beobachtet und Maßnahmen zum Schutz der Anleger ergreift. Unabhängig davon, ob man ihrem Ansatz zustimmt oder nicht, steht fest – die Welt der Kryptowährungen entwickelt sich ständig weiter, und wir können in Zukunft weitere Änderungen und Entwicklungen erwarten.

Also, bei all dieser Durchsetzung, wo lässt das den US‑Markt für digitale Vermögenswerte zurück? Wir argumentieren, dass er genau dort ist, wo er schon immer sein sollte – ein vielfältiges und robustes Ökosystem verantwortungsbewusster Marktteilnehmer, die der Dezentralisierungsdoktrin folgen, aber anerkennen, dass die Branche für ihr Gedeihen vernünftige Leitplanken benötigt. Wie ich in einem vorherigen Artikel hervorgehoben habe, befinden wir uns derzeit in der nächsten Phase des „Darwinismus der digitalen Wirtschaft“, in der die Starken, Klugen (und Reguliererten) überleben, um die DNA gedeihen zu lassen.

Itai Avneri, stellvertretender CEO & COO von INX, ist einer der einflussreichsten Führer im Blockchain- und Tokenisierungssystem.