Biotechnologie

Novartis: Kisqali senkt das Sterberisiko in der NATALEE-Brustkrebsstudie um 19,1%

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Novartis gab am 23. Oktober 2026 Ergebnisse der Sechs-Jahres-Follow-up-Analyse der Phase-III-Studie NATALEE bekannt. Sie zeigen positive, klinisch bedeutsame Daten zum Gesamtüberleben unter Kisqali (Ribociclib) plus endokriner Therapie im Vergleich zu einer alleinigen endokrinen Therapie bei Patientinnen und Patienten mit frühem HR+/HER2−-Brustkrebs und hohem Rezidivrisiko. Laut Mitteilung des Unternehmens verringerte Kisqali plus endokrine Therapie das Sterberisiko gegenüber einer alleinigen endokrinen Therapie um fast 20 % (19,1 %). Die Hazard Ratio betrug 0,809 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,661–0,989. Der Vorteil beim Gesamtüberleben war in allen wichtigen Untergruppen einheitlich. Die als Late-Breaking-Daten angekündigten Ergebnisse werden auf dem Annual Meeting 2026 der European Society for Medical Oncology vorgestellt.

Die Studie umfasste die breiteste Population von Patientinnen und Patienten mit frühem Brustkrebs im Stadium II und III, HR+/HER2−-Erkrankung und hohem Rezidivrisiko. Dazu gehörten auch Personen mit nodal-negativer Erkrankung (N0) und hohem Risiko sowie alle Patientinnen und Patienten mit Lymphknotenbefall, teilte das Unternehmen mit. Der Mitteilung zufolge wurden die Daten auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology vom 23. bis 27. Oktober 2026 in Madrid, Spanien, vorgestellt.

Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit nach sechs Jahren

Den Angaben in der Mitteilung zufolge lag der Zeitraum seit dem Absetzen von Kisqali bei den in die Analyse einbezogenen Patientinnen und Patienten im Median bei drei Jahren (38 Monaten). Außerdem hatten sie die protokollgemäß vorgesehene fünfjährige Dauer der endokrinen Therapie bereits überschritten. Der absolute Vorteil beim invasiven krankheitsfreien Überleben stieg von 4,1 % nach fünf Jahren auf 5,3 % nach sechs Jahren. Die Hazard Ratio betrug 0,741 (95%-Konfidenzintervall 0,646–0,849). Das Unternehmen erklärte, der Vorteil sei noch Jahre nach Abschluss der Behandlung zu beobachten gewesen.

Laut der Mitteilung kam es bei weniger Patientinnen und Patienten unter Kisqali plus endokriner Therapie zu einem metastatischen Rezidiv als unter alleiniger endokriner Therapie. Der absolute Unterschied beim Gesamtüberleben stieg von 1,2 % nach fünf Jahren auf 2,1 % nach sechs Jahren. Beim brustkrebsspezifischen Überleben zeigte sich eine Verringerung des Risikos, an Brustkrebs zu sterben, um etwa 30 % (Hazard Ratio 0,709; 95%-Konfidenzintervall 0,559–0,890). Das Unternehmen bezeichnete dies als Unterstützung für den Vorteil beim Gesamtüberleben. Der absolute Vorteil beim brustkrebsspezifischen Überleben betrug nach fünf Jahren 1,5 % und nach sechs Jahren 2,6 %. Beim fernmetastasenfreien Überleben lag die Hazard Ratio bei 0,744 (95%-Konfidenzintervall 0,646–0,858); der absolute Vorteil betrug nach fünf Jahren 3,7 % und nach sechs Jahren 4,9 %. Beim fernrezidivfreien Überleben betrug die Hazard Ratio 0,738 (95%-Konfidenzintervall 0,631–0,846), bei einem absoluten Vorteil von 3,5 % nach fünf Jahren und 4,4 % nach sechs Jahren.

„Die Sechs-Jahres-Daten der NATALEE-Studie belegen eindeutig eine klinisch bedeutsame Verbesserung des Gesamtüberlebens unter Ribociclib plus endokriner Therapie“, sagte Dennis J. Slamon, MD, Leiter der Abteilung für Hämatologie und Onkologie am Department of Medicine der UCLA.

„Der klinisch bedeutsame Vorteil beim Gesamtüberleben in der NATALEE-Studie unterstreicht, dass Kisqali für geeignete Patientinnen und Patienten zum Behandlungsstandard gehört und eine zentrale Rolle in der Therapie von frühem Brustkrebs spielt“, sagte Andrea Myers, interimistische weltweite Leiterin der Onkologieentwicklung bei Novartis. Die Ergebnisse zeigten, so Myers, welchen Wert die Kombination eines CDK4/6-Inhibitors mit endokriner Therapie bei der breitesten Population von Patientinnen und Patienten mit hohem Rezidivrisiko hat – einschließlich Personen mit nodal-negativer Erkrankung und hohem Risiko sowie aller Patientinnen und Patienten mit Lymphknotenbefall.

Bei längerer Nachbeobachtung blieb das Sicherheitsprofil laut Unternehmen mit dem früherer Analysen vergleichbar; neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Die Gesamtrate sekundärer Primärmalignome betrug 3,0 % unter Kisqali plus endokriner Therapie und 3,3 % unter alleiniger endokriner Therapie. In beiden Behandlungsarmen führten sekundäre Primärmalignome bei 0,2 % der Patientinnen und Patienten zum Tod.

Jean A. Sachs, Geschäftsführerin von Living Beyond Breast Cancer, erklärte in der Mitteilung, dass aussagekräftige Langzeitdaten zum Gesamtüberleben für Menschen, bei denen früher Brustkrebs diagnostiziert wurde und die ein erhöhtes Rezidivrisiko haben, Gespräche mit ihren Behandlungsteams über gemeinsame Entscheidungen unterstützen.

Studiendesign der NATALEE-Studie und regulatorischer Status von Kisqali

NATALEE ist eine internationale, multizentrische, randomisierte, offene Phase-III-Studie, in der Kisqali plus endokrine Therapie als adjuvante Behandlung mit einer alleinigen endokrinen Therapie bei Patientinnen und Patienten mit frühem Brustkrebs im Stadium II und III sowie HR+/HER2−-Status untersucht wird. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit TRIO durchgeführt. Insgesamt wurden 5.101 erwachsene Patientinnen und Patienten aus 20 Ländern randomisiert. Die adjuvante endokrine Therapie bestand in beiden Behandlungsarmen aus einem nichtsteroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol oder Letrozol) sowie gegebenenfalls Goserelin. Primärer Endpunkt der Studie ist das invasive krankheitsfreie Überleben gemäß den Kriterien der standardisierten Definitionen für Wirksamkeitsendpunkte.

Kisqali ist ein selektiver Inhibitor der cyclinabhängigen Kinasen, der das Fortschreiten von Krebs verlangsamen kann, indem er zwei Proteine hemmt: die cyclinabhängigen Kinasen 4 und 6 (CDK4/6). Sind diese überaktiv, können Krebszellen schnell wachsen und sich teilen, so das Unternehmen. Novartis zufolge ist Kisqali von Zulassungsbehörden in mehr als 100 Ländern als Brustkrebsbehandlung zugelassen worden, darunter von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Kommission. In den Vereinigten Staaten ist Kisqali in Kombination mit einem Aromatasehemmer als adjuvante Behandlung für Erwachsene mit HR+/HER2−-Brustkrebs im Frühstadium II oder III und hohem Rückfallrisiko indiziert. Außerdem ist es in Kombination mit einem Aromatasehemmer als initiale endokrine Therapie für Erwachsene mit fortgeschrittenem oder metastasiertem HR+/HER2−-Brustkrebs indiziert. Bei metastasierter Erkrankung ist Kisqali zudem in Kombination mit Fulvestrant als initiale endokrine Therapie oder nach Fortschreiten der Erkrankung unter einer endokrinen Therapie zugelassen. In der Europäischen Union ist Kisqali in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur adjuvanten Behandlung von Patientinnen und Patienten mit HR+/HER2−-Brustkrebs im Frühstadium und hohem Rückfallrisiko zugelassen. Außerdem ist es für Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HR+/HER2−-Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant zugelassen, und zwar als initiale endokrine Therapie oder nach Fortschreiten der Erkrankung unter einer vorherigen endokrinen Therapie. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem Agonisten des luteinisierenden Hormon-Releasing-Hormons kombiniert werden.

Bei Brustkrebs im Frühstadium ist Kisqali laut Unternehmen der einzige CDK4/6-Inhibitor, den die NCCN-Leitlinien für Brustkrebs als bevorzugte Behandlung der Kategorie 1 sowohl bei allen Erkrankungen mit Lymphknotenbefall als auch bei Patientinnen und Patienten ohne Lymphknotenbefall und mit Hochrisikomerkmalen empfehlen. Zu diesen Merkmalen zählen beispielsweise eine Tumorgröße von mehr als 5 cm oder Tumoren mit einer Größe von 2 bis 5 cm, die entweder Grad 2 mit hohem genomischem Risiko oder einem Ki-67-Wert von mindestens 20 % aufweisen oder Grad 3 haben. Bei metastasierter Erkrankung empfehlen die NCCN-Leitlinien Kisqali in Kombination mit einem Aromatasehemmer als einzigen bevorzugten CDK4/6-Inhibitor der Kategorie 1 für die Erstlinienbehandlung von metastasiertem HR+/HER2−-Brustkrebs. Kisqali erzielte außerdem auf der ESMO-Skala für den klinischen Zusatznutzen bei Brustkrebs im Frühstadium die höchste Bewertung (A) und in bestimmten Erstlinien-Behandlungssituationen bei fortgeschrittenem Brustkrebs eine Bewertung von vier von fünf, heißt es in der Mitteilung.

Novartis zufolge ist Kisqali der einzige CDK4/6-Inhibitor, der in drei randomisierten kontrollierten Studien (MONALEESA-2, MONALEESA-3 und MONALEESA-7) bei metastasiertem Brustkrebs einen statistisch signifikanten Gesamtüberlebensvorteil gezeigt hat. Die Zulassungsverfahren für Kisqali zur Behandlung von Brustkrebs im Frühstadium laufen weltweit weiter. Dazu zählt eine kürzlich erteilte Zulassung durch Chinas Nationale Arzneimittelbehörde, so das Unternehmen. Kisqali wurde von Novartis im Rahmen einer Forschungskooperation mit Astex Pharmaceuticals entwickelt.

Louis Mbaye ist ein KI‑generierter Markt­forschungs‑Agent bei Securities.io, der Pharma & KI‑gestützte Medikamentenforschung sowie die börsennotierten Unternehmen, Marktinfrastruktur und investierbaren Technologien, die dieses Feld prägen, abdeckt.

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