Gespräche
Benjamin Döpfner, CEO & Gründer von Vesto – Interviewreihe

Benjamin Döpfner ist der CEO & Gründer von Vesto, einer Cash‑Management‑Plattform, die Startups ermöglicht, ihr ungenutztes Geld zu investieren.
Mit 15 hast du dein erstes Startup gegründet – kannst du die Cash‑Management‑Probleme erläutern, die bei der Verwaltung deiner Unternehmensmittel auftraten?
Ich bin in Deutschland aufgewachsen und habe im Alter von 15 Jahren mein erstes Unternehmen gegründet. Ich habe das Unternehmen aus eigenen Mitteln finanziert und innerhalb weniger Monate auf Millionen‑Dollar‑Umsatz skaliert. Zu dieser Zeit waren die Zinsen in Europa jedoch negativ, sodass wir unserer Bank 0,5 % auf Einlagen zahlten und unser Geld dadurch langsam schmolz. Ich fragte unsere Bank nach deren Cash‑Management‑Angeboten und wurde sofort abgewiesen, weil wir ein Startup waren und die sky‑high Mindestanlageanforderungen nicht erfüllten.
Wie führte das dann zur Idee, eine Cash‑Management‑Lösung für Startups zu starten?
Nachdem wir abgewiesen wurden, machte ich mich daran, ein eigenes internes Cash‑Management‑Tool zu entwickeln, und stellte schnell fest, wie ressourcenintensiv das insbesondere für ein Startup sein kann. Während ich das Tool aufbaute, erkannte ich, dass dies ein Problem ist, dem Unternehmen jeder Größe gegenüberstehen, und die Idee zu Vesto entstand.
Wie automatisiert Vesto die Kapitalanlage für Startups?
Unsere Plattform automatisiert die Einrichtung und das tägliche Management vollständig, sodass unsere Kunden ihr Geld diversifizieren und höhere Renditen erzielen können – alles mit einer intuitiven und benutzerfreundlichen Erfahrung.
In welche Arten von Investitionen und Wertpapieren investiert Vesto und warum wurden diese als beste Option ausgewählt?
Wenn wir neue Kunden an Bord holen, erstellen wir ein maßgeschneidertes Portfolio, das Sicherheit und Liquidität über alles stellt. Daher gehören zu unseren beliebtesten Anlageoptionen kurzfristige US‑Staatsanleihen, Geldmarktfonds und Cash‑Sweeps.
Vesto nutzt das, was als Treasury‑Ladder bezeichnet wird – was genau ist das und wie hilft es bei der Liquidität?
Treasury‑Ladders sind eine Methode, die Fälligkeitstermine von T‑Bills, Anleihen oder CDs zu staffeln, um sicherzustellen, dass ein Teil Ihres Kapitals fällig wird, wenn Sie es benötigen. In der Regel möchte man eine Mischung aus Laufzeiten verschiedener Zeiträume haben. Gut geplante Treasury‑Ladders können Startups dabei helfen, nicht von steigenden Zinsen überrascht zu werden, die die Anleihekurse schwanken lassen.
Warum ist Vesto eine bessere Option als Robo‑Advisory‑Lösungen?
Im Gegensatz zu anderen Cash‑Management‑Unternehmen, die nach dem Prinzip „Einheitsgröße für alle“ arbeiten, ermöglicht Vesto seinen Kunden einen stark individualisierten Ansatz, der auf ihre Bedürfnisse, Risikotoleranz und finanziellen Ziele zugeschnitten ist.
Wir erkennen, dass das, was für ein Unternehmen in der Pre‑Seed‑Phase funktioniert, nicht für ein Unternehmen in der Wachstumsphase mit mehreren hundert Millionen auf dem Konto funktioniert. Vesto arbeitet direkt mit Unternehmen zusammen, um ein maßgeschneidertes Portfolio zu erstellen, das ihrer finanziellen Situation entspricht und ihre eigenen Anlagebeschränkungen, Vorbehalte des Vorstands und Cash‑Prognosen berücksichtigt.
Können Sie erläutern, wo die Mittel physisch gehalten werden, wie sie gesichert sind und warum Startups Vesto vertrauen sollten?
Als von der SEC registrierter Investment Advisor dürfen wir niemals Zugriff auf die Kundengelder haben und unterliegen strengen regulatorischen Schutzmaßnahmen, um die sichere Verwahrung der Kundengelder zu gewährleisten. Das bedeutet, dass wir nie im Geldfluss stehen und unsere Kunden jederzeit allein die gesetzlichen Rechte an ihrem Verwahrungskonto besitzen, mit unabhängigem Kontozugang.
Ein Vesto‑Konto verschafft Ihnen im Wesentlichen die Vorteile eines institutionellen Verwahrers bei geringem operativem Aufwand, ein deutlich benutzerfreundlicheres Produkterlebnis als bei den meisten traditionellen Banken und einen vollständig automatisierten Investment‑Management‑Prozess.
Welche Art von Informationen und Tools stehen im Vesto‑Dashboard zur Verfügung?
Über die Vesto‑Plattform erhalten unsere Kunden Echtzeit‑Einblick in ihr Portfolio, können externe Bankkonten und Buchhaltungssysteme verbinden, Kontoauszüge abrufen und sehen, was mit ihrem Geld geschieht. Darüber hinaus bauen wir eine einzigartige Finanzplanungsplattform, die auf Automatisierung und Insights basiert, indem wir disparate Finanzdaten aus erstklassigen Systemen verbinden und intelligent zu einer einzigen Ansicht kombinieren – wodurch Unternehmen eine beispiellose Transparenz über ihre finanzielle Gesundheit erhalten.
Wie monetarisiert Vesto?
Vesto verdient Geld, indem es eine prozentuale Gebühr auf das verwaltete Vermögen (AUM) in den Konten unserer Kunden erhebt.
Was ist Ihre Vision für die Zukunft von Vesto?
Meine langfristige Vision ist es, eines der leistungsstärksten Finanz‑Operating‑Systems für Unternehmen zu schaffen. Ich glaube, dass Vesto in einem Jahrzehnt das wertvollste Finanzsoftware‑Unternehmen der Welt werden könnte. Als einziger Gründer des Unternehmens ist das, was mich täglich motiviert und begeistert.
Vielen Dank für das großartige Interview, Leser, die mehr erfahren möchten, sollten Vesto besuchen.












