Digitale Vermögenswerte
Ein neuer Vorschlag für die Aave (AAVE)-Community: Aktivierung von sUSD‑Sicherheiten

Am 22. April 2022 wurde der Aave-Community ein neuer Vorschlag vorgelegt. Die Teilnehmer an der Governance des Projekts sollten prüfen, ob er umgesetzt werden sollte.
Communitymitglied MattLosquadro schlug vor, sUSD als Sicherheit bei Aave V3 auf Optimism zuzulassen.
Inhalt des Vorschlags
MattLosquadro kündigte den Vorschlag am 22. April in einem Tweet an. Dem damaligen Artikel zufolge bezeichnete er sUSD als den am häufigsten genutzten Stablecoin auf Optimism und verwies auf seine Nutzung bei Synthetix, Kwenta, Lyra, Thales und Polynomial Protocol.
https://twitter.com/MattLosquadro/status/1517590035251568640
Optimism ist ein Ethereum-Netzwerk der zweiten Ebene, das Optimistic-Rollup-Technologie verwendet. Es soll auf Ethereums Sicherheit aufbauen und Kosten sowie Verzögerungen verringern. Die EVM-Äquivalenz unterstützt die Wiederverwendung von Ethereum-Apps und Entwicklungswerkzeugen auf der zweiten Ebene und erleichtert die Übertragung von Anwendungen.
MattLosquadro hielt die Änderung für längst überfällig und teilte den Link zu seinem Vorschlag im Governanceforum von Aave.
Im Vorschlag erläuterte er seine Gründe. Ihm zufolge war die Marktkapitalisierung von sUSD im Vorjahr stark gewachsen, gestützt durch die Nachfrage nach dezentralen Stablecoins. sUSD war durch SNX, den Governance-Token von Synthetix, in hohem Maße überbesichert.
Der Verfasser argumentierte, die höhere Liquidität von sUSD an großen dezentralen Börsen habe im Vorjahr zur Stabilität beigetragen. Die Zulassung als Sicherheit sollte die Liquidität an den Aave-Märkten fördern.
Der Vorschlag beschrieb die Anreize für SNX-Staker, ihre Schulden im Verhältnis zu ihrem gestakten SNX aktiv zu verwalten. Das konnte Nachfragespitzen nach sUSD auf Märkten wie Aave auslösen, insbesondere wenn andere Ertragsmöglichkeiten mit sUSD bestanden. Der Verfasser erwartete kleinere Abweichungen von der Dollarbindung bei geringer Volatilität; dies war seine Einschätzung und keine Garantie einer Rückkehr zur Bindung.
Begründung und Risikobewertung
Aus Sicht des Gegenparteirisikos verglich der Verfasser die zugrunde liegenden Funktionen von sUSD mit denen von SNX. Beide Smart Contracts konnten aktualisiert werden. Der Vorschlag zielte darauf, sUSD als zusätzliche Sicherheitenoption bei Aave V3 auf Optimism einzuführen.
Seiner Darstellung zufolge mussten Änderungen einen formellen Governanceprozess vom SIP-Vorschlag bis zur Umsetzung durchlaufen und vor Upgrades angekündigt werden. Er bewertete dies als Begrenzung eines wesentlichen Gegenparteirisikos. Der Vorschlag beschrieb zudem die hohe Liquidität des sUSDv2CRV-Pools auf Ethereums erster Ebene und erwartete, dass Anreize die Liquidität des Pools auf der zweiten Ebene stärken würden.
Auf Curve gab es auch Pools für andere synthetische Vermögenswerte wie sBTC und sETH mit Belohnungsanreizen, die die sUSD-Liquidität unterstützen konnten. Dem Vorschlag zufolge ließen sich synthetische Vermögenswerte über Synthetix oder den Tausch verschiedener Vermögenswerte auf Curve gegen ihren Dollarwert in sUSD tauschen. Die Preise kamen von Chainlink; diese Tauschmöglichkeiten sollten Arbitrage unterstützen, die Abweichungen von der Bindung verringern konnte.
Der Vorschlag erhielt am 22. und 23. April positive Kommentare aus der Aave-Community. Das zeigte anfängliche Unterstützung, bestätigte aber noch keine formelle Entscheidung oder Einführung von sUSD als Sicherheit. Weitere Schritte waren Teil von Aaves Governanceprozess.
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