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Whistleblower Julian Assange könnte an die USA ausgeliefert werden

Im April 2022 sollte die britische Innenministerin Priti Patel über die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange entscheiden. Der australische Publizist, der durch die Veröffentlichung geheimer Informationen bekannt wurde, war damals im Vereinigten Königreich inhaftiert.
Obwohl das Auslieferungsverfahren voranschritt, standen Assange weiterhin Rechtsmittel offen. Eine Überstellung in ein US-Bundesgefängnis war daher nicht sicher. Die britische und die US-Regierung arbeiteten in der Angelegenheit weiterhin zusammen.
Assanges Auslieferung in die USA
Assange gründete die Medienorganisation WikiLeaks und erregte 2010 durch die Veröffentlichung von Dokumenten und Aufnahmen zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak weltweite Aufmerksamkeit. Ein Video zeigte einen US-Hubschrauberangriff in Bagdad im Jahr 2007, bei dem unter anderem der Reuters-Fotograf Namir Noor-Eldeen und der Reuters-Fahrer Saeed Chmagh getötet wurden.
Nach den Veröffentlichungen geriet Assange ins Visier von US-Ermittlern. In einem getrennten Verfahren erließen schwedische Behörden einen internationalen Haftbefehl wegen des Verdachts auf Sexualdelikte. Assange bestritt die Vorwürfe und behauptete, sie seien ein Vorwand für seine Auslieferung an die USA. Die schwedischen Ermittlungen wurden im November 2019 eingestellt, weil die Beweislage mit der Zeit schwächer geworden war; dies war kein gerichtlicher Freispruch.
Assange konnte seine Auslieferung nach Schweden durch Rechtsmittel vor britischen Gerichten nicht verhindern. Im Juni 2012 begab er sich in die ecuadorianische Botschaft in London und erhielt Asyl. Er blieb dort fast sieben Jahre, bis er im April 2019 aus der Botschaft geholt und in das Londoner Belmarsh-Gefängnis gebracht wurde, etwa drei Jahre vor Veröffentlichung dieses Artikels.
Die USA betrieben anschließend weiter seine Auslieferung in dem Verfahren zu geheimen Informationen und einer mutmaßlichen Verschwörung zum Eindringen in ein Computersystem. Assange war bereits in 18 Punkten angeklagt. Die genannten 175 Jahre waren die theoretische Summe der Höchststrafen, falls sie sämtlich nacheinander verhängt würden, keine sichere Verurteilung oder bereits festgelegte Haftdauer.
Ein aktueller Bericht von CNN vom 20. April 2022 bezog sich auf die formelle Weiterleitung des Falls durch das Westminster Magistrates’ Court an die Innenministerin zur Prüfung. Dies bedeutete weder eine automatische Genehmigung noch eine sofortige Überstellung in ein US-Gefängnis. Weitere Rechtsmittel gegen die Auslieferung blieben möglich.
In dem Verfahren waren bereits mehrere Entscheidungen ergangen. Im Januar 2021 lehnte eine Bezirksrichterin die Auslieferung wegen Assanges psychischer Gesundheit und der Suizidgefahr unter den erwarteten Haftbedingungen ab. Im Dezember 2021 gab der High Court dem US-Rechtsmittel statt, nachdem Zusicherungen zu seiner Behandlung vorlagen, und verwies den Fall zur Weiterleitung an die Innenministerin an das untere Gericht zurück.
Die USA sicherten zu, Assange nicht besonderen Verwaltungsmaßnahmen (SAMs) zu unterwerfen und ihn nicht im ADX-Gefängnis unterzubringen, sofern spätere Handlungen seinerseits dies nicht rechtfertigten. Die Zusicherungen umfassten auch angemessene klinische Versorgung und die Zustimmung zu einem Antrag auf Überstellung nach Australien zur Verbüßung einer möglichen Strafe. Sie waren keine gerichtliche Garantie, dass eine Höchststrafe ausgeschlossen wäre.
Krypto‑Spendenaktion für Assange
Viele Unterstützer sammelten Geld für Assanges Freiheit und seine juristische Verteidigung. Zu den dafür gegründeten Organisationen gehörte die dezentrale autonome Organisation AssangeDAO.
Nach den im April 2022 in diesem Artikel genannten Zahlen sammelte AssangeDAO zu Jahresbeginn rund 17.000 Ether (ETH)-Token von etwa 10.000 Beteiligten, im Wert von rund 54 Millionen US-Dollar zum Zeitpunkt der Sammlung. Das Geld war für ein Gebot auf einen NFT bestimmt, dessen Verkaufserlös über die Wau Holland Foundation Assanges Verteidigung und Unterstützerkampagne finanzieren sollte. Der Betrag bedeutete nicht, dass Assange persönlich die gesamte Summe erhalten hatte.
Die Organisation erklärte:
AssangeDAO beabsichtigt, Kapital zu sammeln, um auf Assanges NFT zu bieten. Durch die Mobilisierung eines Assange‑Solidaritätsnetzwerks hoffen wir, ein starkes Signal zu senden, dass die Zeit der Passivität vorbei ist. Eine neue Ära der Cypherpunk‑Organisation hat begonnen.
Angesichts der fortbestehenden drohenden Auslieferung an die USA erwartete der Artikel, dass weitere Organisationen Kryptowerte für Assanges Verteidigung und Unterstützerkampagne sammeln könnten. Das war eine Prognose vom April 2022, kein Bericht über bereits eingegangene zusätzliche Spenden.












