Rohstoffe
Was macht Gold so wertvoll?
Die Goldpreise haben in diesem Jahr immer wieder Allzeithochs erreicht. Wenn man sich die Diagramme ansieht, ist der Goldpreis im Laufe der Jahre ebenfalls deutlich gestiegen und liegt nun bei fast 2.000 $ pro Unze. Das ist fast das Doppelte dessen, was er vor nur fünf Jahren gehandelt wurde. Angesichts dieses Preisanstiegs könnte man sich fragen, was den Goldpreis tatsächlich antreibt und es zu einer so wertvollen Ware macht.
Wir werden die wichtigsten Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen, genauer betrachten und untersuchen, wie sich Gold langfristig im Vergleich zu anderen Anlagen entwickelt hat.
Faktoren, die den Goldpreis bestimmen
Wie bei jedem anderen Markt gibt es zahlreiche Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen können. Diese können grundsätzlicher oder psychologischer Natur sein, bewegen jedoch dennoch den Markt. Im Folgenden ein detaillierter Blick auf die wichtigsten Einflussfaktoren.
Währungsstärke
Der Hinweis auf den Einfluss der Währungsstärke auf den Goldpreis bedeutet im Wesentlichen, die Wirkung der Stärke des US-Dollars auf den Goldpreis anzuerkennen. Gold wird weltweit in USD notiert, sodass jede Schwächung des Dollars den Goldpreis relativ zu anderen Währungen erhöht.
Der US-Dollar und der Goldpreis stehen in einer inversen Beziehung. Das bedeutet, dass bei einer Schwächung des Dollars der Goldpreis steigt und umgekehrt. Ein weiterer Aspekt ist, dass ein schwächerer Dollar die Menge an Gold erhöht, die mit einer anderen Währung gekauft werden kann. Dies erhöht die Nachfrage, wodurch der Preis ebenfalls steigt. Dieser Zusammenhang zeigte sich 2020, als die Goldpreise trotz eines fallenden US-Dollars stiegen.
Fiskalpolitik
Die fiskalpolitischen Maßnahmen einer Regierung können ein entscheidender Faktor für den Goldwert sein und ihn in beide Richtungen treiben. Das wichtigste geldpolitische Instrument hierbei sind die Zinssätze.
Ganz einfach ausgedrückt kann ein dauerhaft niedriger Zinssatz dazu führen, dass die Renditen traditioneller Anlageformen für Investoren unter ein akzeptables Niveau fallen. Bei geringeren potenziellen Erträgen in einem Bereich werden Investoren zu anderen Bereichen getrieben, um höhere Renditen zu erzielen. Goldmärkte sind in solchen Situationen häufig das Ziel. Ebenso führt die Ankündigung steigender Zinsen dazu, dass der Goldpreis tendenziell leidet, da Investoren in stärker zinssensible Märkte abwandern.
Inflation oder Hyperinflation
Gold wird typischerweise als „Absicherung gegen Inflation“ betrachtet, und die Goldpreise steigen in der Regel im Gleichschritt mit der Inflation in der Wirtschaft. Das liegt häufig daran, dass steigende Inflation ein Signal für Wirtschaftswachstum ist und meist mit einer wachsenden Geldmenge einhergeht.
Jede Erhöhung der Geldmenge verwässert im Wesentlichen den Wert einer Papierwährung, wodurch es teurer wird, sichere Hafenanlagen wie Gold zu besitzen. Dieser Faktor ist ebenfalls mit anderen Aspekten der Fiskalpolitik verknüpft, da steigende Inflation typischerweise ein Nebenprodukt niedriger Zinsen ist und mit einem Rückgang des US-Dollar-Werts einhergehen kann.
Hyperinflation bezeichnet eine übermäßige Geldmengenausweitung, die zu extremen und unkontrollierten allgemeinen Preissteigerungen in einer Volkswirtschaft führt.
Angebot und Nachfrage
Da die Menge an bereits gefördertem Gold den neuen Angebot zu jedem Zeitpunkt bei weitem übersteigt, wird der Faktor Angebot und Nachfrage häufig übersehen, wobei viele darauf hinweisen, dass Gold im Vergleich zu anderen Märkten nicht in gleicher Weise betroffen ist. Das ist bis zu einem gewissen Grad zutreffend, jedoch kann die globale Nachfrage dennoch den Preis beeinflussen.
Gold ist natürlich ein wichtiger Bestandteil der Schmuckindustrie und zudem stark nachgefragt im Elektroniksektor. Eine steigende Nachfrage aus diesen Bereichen führt zu einem Anstieg der Goldpreise, und umgekehrt.
Wirtschaftliche Leistung
Das globale wirtschaftliche Umfeld kann einen erheblichen Einfluss auf die Goldpreise haben. Dieser Faktor umfasst viele Elemente der zuvor genannten Faktoren. Gold ist vor allem vielleicht das wichtigste sichere Hafen-Asset der Welt. Das bedeutet, dass Menschen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit stark zum Kauf von Gold tendieren.
Natürlich führt dies zu einer Nachfragespitze, die zu einem Preisanstieg führen kann. Dieser übergeordnete Faktor hat den Anstieg der Goldpreise im Jahr 2020 erklärt, da viele Investoren mit wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert waren.
Risiken beim Goldkauf
Wie bei Investitionen in jeden Markt gibt es immer Risiken, die berücksichtigt werden müssen. Die gleichen Faktoren, die den Goldpreis nach oben treiben, können sich umkehren und den Preis nach unten drücken.
Rückblickend auf die Jahre waren die Goldrenditen jedoch äußerst beständig. Die Ware hatte gute und schlechte Jahre, bietet jedoch in der Regel eine stabile Rendite, die in den letzten Jahren die meisten großen Märkte übertroffen hat. Langfristig betrachtet, wenn man nach kumulativem Wachstum sucht, hätten Aktien die Gewinne von Gold deutlich übertroffen.
Es gibt viele Möglichkeiten, in Gold zu investieren, die zudem das Risiko weiter absichern können. Investitionen in goldbezogene Aktien und ETFs ermöglichen ein besseres Management der direkten Goldpreisaussetzung als der Kauf von Goldbarren oder -münzen. Sie sind zudem liquider und können bei fallenden Goldpreisen schnell verkauft werden.
Abschließende Gedanken
Insgesamt ist Gold das eine Asset, das Investoren immer wieder fasziniert. Es besitzt eine gewisse Mystik in Bezug auf seinen Wert und dessen Bestimmung. Ein Bewusstsein darüber, was den Goldpreis wirklich antreibt, kann Ihnen helfen, eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen, wenn Sie Gold zu Ihrem Portfolio hinzufügen möchten.
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