Nachhaltigkeit

Titannanorods: Die Zukunft der Solarpaneele

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Wie die lichtreaktiven Eigenschaften von Titan die Solarleistung verbessern

Die Reaktion einiger spezifischer Metalle oder Elemente auf Licht ist bereits ein sehr wichtiger Bestandteil der modernen Welt. Das gilt offensichtlich für Silizium in Solarpaneelen, aber auch für viele Sensoren, elektronische Geräte und zahlreiche andere lichtempfindliche Geräte.

Eines dieser Metalle ist Titan. Während ein großer Teil des Rufs von Titan daher stammt, dass es eine Art „Superstahl“ sei – stark, aber viel leichter und korrosionsbeständig – ist dies nicht seine Hauptanwendung.

Titanoxid (TiO2) verbraucht 95 % des abgebauten Titanerz und wird als starkes, weißes, dauerhaftes Pigment in Farben, Papier, Zahnpasta und Kunststoffen eingesetzt. Dieses Pigment ist sonnenlichtbeständig und chemisch inert. Es kann später mit Chemikalien gemischt werden, um lebendige Farben und Lacke zu erzeugen.

Dieselben optischen Eigenschaften erklären, warum es auch in Sonnenschutzmitteln verwendet wird, dank seiner Fähigkeit, UV‑Strahlung zu reflektieren und zu absorbieren.

Quelle: Chemours

Ein weiteres Beispiel für die bemerkenswerten optischen Eigenschaften von Titan sind Perowskite, ein natürlich vorkommender Kristalltyp aus Calcium‑ und Titanoxid (CaTiO3). Perowskit‑Solarzellen, oft auch Dünnschicht‑Solarzellen genannt, können in Kombination mit Silizium oder als eigenständige Solarzelle installiert werden.

Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, Titan noch stärker mit Sonnenlicht und anderen Lichtquellen reagieren zu lassen.

Forscher der University of Science and Technology of China und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften haben einen neuen Weg entdeckt, Titanoxid‑Nanorod‑Arrays (TiO₂‑NA) zu züchten und deren Anwendung in Hochleistungssolarzellen demonstriert.

Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Small Methods1 unter dem Titel “Unveiling Growth and Photovoltaic Principles in Density-Controllable TiO2 Nanorod Arrays for Efficient Solar Cells”.

Metall‑Nanorods

Wenn es um chemische oder optische Reaktionen geht, ist die eigentliche Oberfläche eines Metallmaterials wichtig. Ist sie glatt, entspricht sie grob der Größe des Materials, wie man es mit bloßem Auge sieht.

Hat sie jedoch komplexere Mikrostrukturen, kann sie das Dutzende‑ bis Hundertfache an Kontaktfläche bieten, was die Effizienz und Geschwindigkeit der gewünschten Reaktion steigert.

Zum Beispiel nutzen Forscher Nickel‑Nanorods, um die Wasserstoffproduktion ohne teure Metalle wie Platin zu katalysieren.

Die gleiche Methode kann verwendet werden, um Titan‑Nanorods zu erzeugen, die nur wenige Nanometer im Durchmesser messen.

Quelle: ResearchGate

Es ist bekannt, dass einkristalline TiO₂‑Nanorods beim Lichtabsorbieren und Ladungstransport hervorragend sind, was sie ideal für Solarzellen, Photokatalysatoren und Sensoren macht.

Traditionelle Fertigungsverfahren haben jedoch Schwierigkeiten, alle Parameter gleichzeitig zu kontrollieren, etwa Dichte, Durchmesser und Länge der Stäbe – zumindest bis jetzt.

Wie das kontrollierte Wachstum von Nanorods erreicht wird

Die Forscher verbesserten einen Schritt, bei dem der Film einer hydrothermalen Behandlung unterzogen wird, bei der die Nanopartikel in situ in Rutil (eine Form von Titanoxid) umgewandelt werden.

Quelle: ResearchGate

Sie dienen als Keime für das spätere Nanorod‑Wachstum. Diese Methode bietet einen effektiven Weg, die Stabdichte zu steuern, ohne die Abmessungen der Nanorods zu verändern.

Quelle: ResearchGate

Auf diese Weise gelang es den Forschern zum ersten Mal, einen konstanten Stab‑Durchmesser und eine konstante Stab‑Höhe zu produzieren, selbst wenn die Anzahl der Stäbe pro Fläche variierte.

Quelle: ResearchGate

Titan‑Nanorods und die Effizienz der nächsten Generation von Solarzellen

Diese Nanorods wurden in bei niedrigen Temperaturen verarbeiteten CuInS₂‑Solarzellen (Kupfer‑Indium‑Sulfid) integriert. Dieser Solarpanel‑Typ, noch in Entwicklung, könnte eine mögliche, ungiftige Alternative zu cadmiumbasierten Halbleitern darstellen.

Quelle: ResearchGate

Die Titan‑Nanorods verbesserten die Lichtfalle, die Ladungstrennung und die Ladungssammlung der Solarzelle.

Die Solarzelle erreichte eine Leistungsumwandlungseffizienz von 10,44 %, ein neuer Rekord für diesen Zelltyp.

Das bedeutet nicht, dass CuInS₂‑Solarzellen bereits für den kommerziellen Einsatz bereit sind, da gängige Siliziumzellen oder sogar Perowskit‑ und Cadmium‑Tellurid‑Dünnschichtzellen bereits Effizienzen von über 20 % erreichen.

Das Design ist jedoch vielversprechend, da es massenhaft (synthetisiert und verarbeitet mittels lösungsbasierter Verfahren) hergestellt werden könnte und theoretisch ebenso effizient wie Siliziumzellen sein könnte.

Diese Materialart könnte auch in andere Solarzellen‑Designs integriert werden, etwa als primäre lichtabsorbierende Schicht in komplexeren Aufbauten, die weitere Elemente einbinden.

Vergleich von Solartechnologien

Um besser zu verstehen, wo CuInS₂ + TiO₂‑Nanorod‑Solarzellen stehen, hier ein Vergleich mit anderen prominenten Typen :

Solarzellentyp Primärmaterial Leistungseffizienz Toxizität Marktreife
Silizium Kristallines Silizium ~20–25 % Ungiftig Kommerziell
Perowskit Calcium‑/Titanoxid >20 % (Labor) Niedrig bis Mittel Vor‑kommerziell
CuInS₂ + TiO₂‑Nanorods Kupfer‑Indium‑Sulfid + Titanoxid 10,44 % (Rekord) Ungiftig Experimentell
CdTe (First Solar (FSLR )) Cadmium‑Tellurid 18–22 % Mittel (recycelbar) Kommerziell

Investieren in Solar

FSLR Preisdiagramm

First Solar ist der größte Solarpanel‑Hersteller in den USA und in der gesamten westlichen Hemisphäre, mit Produktionsstandorten in den USA, Malaysia und Vietnam.

Das Unternehmen verwendet nicht die klassische kristalline Siliziumtechnologie, sondern seine proprietäre Dünnschicht‑Photovoltaik, die auf Cadmium‑Tellurid basiert. Diese Panels sind effizienter, werden kostengünstiger produziert und lassen sich leicht massenhaft fertigen. Dünnschicht‑Solarpanels sind zudem langlebiger und behalten nach 30 Jahren noch 89 % ihrer ursprünglichen Leistung.

Quelle: First Solar

Cadmium und Tellurid sind Nebenprodukte des Abbaus anderer Metalle, was bedeutet, dass First‑Solar‑Produkte nur minimale Umweltauswirkungen haben, da sie Ressourcen nutzen, die zuvor wenig Verwendung fanden. Dünnschicht‑Panels können zudem zu hohen Anteilen recycelt werden.

First Solars technologischer Vorsprung, kombiniert mit seiner geografischen Lage, macht das Unternehmen zum wahrscheinlichen Nutznießer des wachsenden Bestrebens westlicher Länder, ihre Panels nicht mehr aus China zu beziehen.

Das Unternehmen ramppt seine Produktionskapazität schnell hoch und strebt an, bis 2026 eine Nennkapazität von 25 GW zu erreichen, gegenüber aktuell 11 GW.

Während es sich heute auf die reiferen Cadmium‑Tellurid‑Solarpanels konzentriert, erforscht First Solar weitere Dünnschicht‑Technologien, sobald sie für die Massenproduktion bereit sind.

In seiner Investorenpräsentation bemerkte das Unternehmen, dass Perowskit eine „Entwicklungslinie bereit haben sollte, um Technologiemuster von Perowskit zu produzieren, simulierend fabrikähnliche Bedingungen“.

First Solar hat seit seiner Gründung kumulativ 2 Mrd. $ in Forschung und Entwicklung investiert.

Insgesamt ist First Solar ein Technologieführer, der von Zöllen auf chinesische Importe profitieren dürfte – ein Faktor, der die negativen Auswirkungen von Trumps Wiederwahl auf die Solarindustrie ausgleichen könnte.

Obwohl das Unternehmen bislang hauptsächlich auf Dünnschicht‑Solarzellen mit Cadmium‑Tellurid fokussiert ist, könnte seine Expertise in der Herstellung von Nicht‑Silizium‑Solarpanels ihm einen erheblichen Vorsprung bei Perowskit‑ oder anderen titanbasierten Solarpanels verschaffen, zumal es enge Verbindungen zu führenden Forschern dieses Feldes pflegt.

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Studie referenziert

1. Wenbo Cao, Chao Dong, Chaofan Zheng, Jiajin Kuang, Yang Wang, Faisal Naveed, Mengqi Jin, Yingying Dong, Chong Chen, Mingtai Wang. Unveiling Growth and Photovoltaic Principles in Density-Controllable TiO2 Nanorod Arrays for Efficient Solar Cells. Small Methods. 22 April 2025. https://doi.org/10.1002/smtd.202500264 

Jonathan ist ein ehemaliger Biochemie‑Forscher, der in der genetischen Analyse und in klinischen Studien gearbeitet hat. Er ist jetzt Aktienanalyst und Finanzautor mit einem Fokus auf Innovation, Marktzyklen und Geopolitik in seiner Veröffentlichung 'The Eurasian Century'.