Regulierung
Indischer Finanzminister präsentiert Wirtschaftsbericht 2022‑23

Die Geschichte des indischen Wirtschaftsberichts reicht zurück bis 1950‑51. Während des ersten Jahrzehnts seiner Veröffentlichung war das Dokument Teil der jährlichen nationalen Haushaltsunterlagen Indiens. In den 1960er‑Jahren trennte die Behörde es von den Haushaltsunterlagen und begann, es einen Tag vor dem Bundeshaushalt zu präsentieren.
Der diesjährige Wirtschaftsbericht wurde am 31. Januar vom Chefökonomischen Berater Indiens (CEA) V. Anantha Nageswaran veröffentlicht. Ein Wirtschaftsbericht soll ein ganzheitliches Bild der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage des Landes zeichnen. Er beschreibt die in den wichtigsten makroökonomischen Bereichen vorherrschenden Trends, darunter Landwirtschaft, Devisenreserven, Industrie, Infrastruktur usw. Außerdem behandelt er die Position des Landes in Bereichen wie Gesundheitswesen, Armut, Klimawandel, menschliche Entwicklung usw.
Er bietet zudem Einblicke in mögliche zukünftige Herausforderungen für die Wirtschaft und diskutiert Wege, diese zu bewältigen.
Hier beabsichtigen wir, Entwicklungen rund um Kryptowährungen im gegenwärtigen wirtschaftlichen Szenario Indiens zu diskutieren, wie sie im Wirtschaftsbericht 2022‑23 dargestellt werden. Und falls Sie mehr über Krypto‑Regulierung und -Besteuerung in Indien erfahren möchten, hier klicken.
Der Kernansatz gegenüber Krypto
Der aktuelle Ansatz des Wirtschaftsberichts gegenüber Krypto dreht sich um das Verständnis länderübergreifender Vorschriften. Das Dokument begann, Krypto‑Assets zu diskutieren, wobei es die FTX‑Katastrophe erwähnte. Dies deutet darauf hin, dass die indische Regierung Zeit und Aufwand investierte, um die Schwachstellen im heutigen Krypto‑Ökosystem zu verstehen.
Die Natur von Krypto-Assets
Im einleitenden Absatz zum Thema Krypto fragte das Dokument nach der Notwendigkeit eines einheitlichen Ansatzes zur Regulierung des Ökosystems. Dabei hob es Krypto-Assets als „selbstreferenzielle Instrumente“ hervor, die nicht „strikt den Test bestehen, ein Finanzvermögen zu sein.“ Als Grund für diese „Disqualifizierung“ erklärte das Dokument, dass Krypto-Assets keine intrinsischen Cashflows besitzen.
Das Dokument verwies hier auf die Sichtweise der US‑Regulierungsbehörden zu Krypto-Assets und sagte, dass sogar „US‑Regulierungsbehörden Bitcoin, Ether und verschiedene andere Krypto-Assets als Wertpapiere disqualifiziert haben.“ Es bezog sich außerdem auf die gemeinsame Erklärung zu Krypto-Assets, die von der Federal Reserve, der Federal Deposit Insurance Corporation und dem Office of the Comptroller of the Currency (OCC) der USA am 3. Januar 2023 veröffentlicht wurde.
Zum Nutzen unserer Leser werden wir diese Erklärung untersuchen und herausarbeiten, was sie vermitteln wollte.
Highlights der US‑Gemeinsamen Erklärung
Die von den US‑Behörden veröffentlichte gemeinsame Erklärung befasste sich mit den Risiken von Krypto‑Assets für Banken. Zu diesen Risiken gehörten Betrugs- und Scam‑Risiken, rechtliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Krypto‑Dienstleistern, ungenaue oder irreführende Darstellungen und Offenlegungen durch Krypto‑Asset‑Unternehmen und weitere.
Sie sprach zudem über die bemerkenswerten Volatilitätsniveaus am Markt, die Anfälligkeit von Stablecoins und wie deren Reserven das Risikoprofil einer Bank beeinträchtigen können, sowie über das Ansteckungsrisiko im Krypto‑Asset‑Sektor.
Da der Wirtschaftsbericht der indischen Regierung die gemeinsame Erklärung in seinem Dokument zitierte, kann gut angenommen werden, dass die indischen Behörden ebenfalls über diese Risiken und Schwachstellen informiert sind und sie als zu adressierende Bereiche betrachten.
Zusammenfassend sieht der Wirtschaftsbericht der indischen Regierung Krypto‑Assets und das damit verbundene Ökosystem als „geografisch allgegenwärtig“ an. Folglich strebt er eine weltweit etablierte einheitliche Vorgehensweise an.
Unterschiedliche nationale Politiken untersucht
Der Wirtschaftsbericht betrachtete die Europäische Union, Japan, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Albanien und Nigeria, um eine globale Perspektive auf die weltweiten Entwicklungen bei Krypto‑Assets zu bieten. Die Auswahl der Länder weckt Interesse, da sie eine Mischung aus entwickelten und sich entwickelnden Volkswirtschaften umfasst. Vielleicht soll damit eine verzerrte Analyse vermieden werden.
In den kommenden Abschnitten werden wir jeden dieser Fälle untersuchen.
Europäische Union und MiCA
Im Zusammenhang mit den EU‑Vorschriften erwähnte der Wirtschaftsbericht die bevorstehenden Markets in Crypto Assets (MiCA)-Regelungen.
MiCA, wie von der Europäischen Union selbst definiert, zielt darauf ab, Transparenz in der Krypto‑Welt zu schaffen, indem Offenlegungspflichten für die Emission und den Handel von Krypto‑Assets festgelegt werden. Darüber hinaus soll es die Grundlage für die Zulassung und Aufsicht von Krypto‑Asset‑Dienstleistern bilden, einschließlich der Emittenten von asset‑referenzierten Token und elektronischen Geld‑Token. Es definiert zudem die rechtlichen Grenzen, innerhalb derer die Emission, der Handel, der Austausch und die Verwahrung von Krypto‑Assets sicher für die Nutzer durchgeführt werden können.
MiCA verfolgt vier übergeordnete Ziele. Erstens soll die rechtliche Abdeckung umfassend sein. Zweitens geht man davon aus, dass ein umfassendes und transparentes Rechtsrahmenwerk Wachstum, Akzeptanz und Innovation im Krypto‑Ökosystem unterstützt. Drittens möchte die EU durch MiCA sicherstellen, dass Verbraucher und Investoren angemessen geschützt werden. Schließlich zielt das vierte Ziel darauf ab, die finanzielle Stabilität zu stärken, sobald einige Krypto‑Assets „weit verbreitet akzeptiert und potenziell systemrelevant“ werden.
Da der Wirtschaftsbericht der indischen Regierung MiCA eingehend untersucht hat, könnte er künftig eine rechtliche und regulatorische Integration der Branche anstreben, um ein gesundes Wachstum und ein geschütztes Umfeld für Verbraucher zu gewährleisten.
Japan und das Zahlungsdienste‑Gesetz
Bei der Diskussion der Situation in Japan erwähnte das Dokument das Zahlungsdienste‑Gesetz. Ein kurzer Blick in dieses Gesetz sollte uns helfen zu verstehen, was Japans Krypto‑Szenario für das indische System inspirieren könnte.
Kryptowährungen und Utility‑Token werden in Japan gemäß dem Zahlungsdienste‑Gesetz als Krypto‑Assets reguliert. Unternehmensbetreiber müssen sich als Anbieter von Crypto Asset Exchange Services (CAES) registrieren. Es ist wichtig zu beachten, dass das japanische Recht Krypto‑Assets nicht als Geld behandelt und sie nicht mit Fiat‑Währungen gleichsetzt. Kein Krypto‑Asset in Japan genießt die Unterstützung der japanischen Regierung oder der Zentralbank von Japan.
Die japanischen Krypto‑Vorschriften verlangen zudem, dass Anbieter über geeignete Rahmenbedingungen für die Trennung von Kundengeldern, das operative und cyber‑Sicherheitsmanagement, KYC, interne Audits und Mindestkapitalanforderungen verfügen.
Finanzdienstleistungsgesetz in der Schweiz und Kategorisierung von Token
Bei der Überprüfung des Regulierungsrahmens der Schweiz stellt der Wirtschaftsbericht fest, dass das Land Token in Zahlungs‑Token, Utility‑Token und Asset‑Token kategorisiert. Außerdem wird die Rolle des Finanzdienstleistungsgesetzes bei der Harmonisierung der Prospektanforderungen für alle Wertpapiere erwähnt.
Es ist hier anzumerken, dass die Schweizer Regierung am 1. August 2021 ein Gesetz, das umgangssprachlich als Blockchain‑Act bezeichnet wird, eingeführt hat. Ziel war es, eine rechtliche Grundlage für den Handel mit Kryptowährungen im Land zu schaffen. Das Gesetz sollte zudem die rechtliche Sicherheit der Investoren bei Ereignissen wie Insolvenz erhöhen, indem es die Trennung von Krypto‑Assets vorsieht und die Interessen der Investoren schützt.
In einem einzigartigen Beispiel für die Praxis zielte der Blockchain‑Act darauf ab, eine neue Lizenzkategorie für Distributed‑Ledger‑Technology‑ oder blockchain‑basierte Handelssysteme unter Aufsicht der FINMA, der Schweizer Finanzmarktaufsicht, zu schaffen.
Endgültige Leitlinien des Vereinigten Königreichs zu Krypto-Assets
Wie im Wirtschaftsbericht vermerkt, ließ die Final Guidance on Crypto Assets der britischen Financial Conduct Authority Utility‑ und Exchange‑Token sowie ungesicherte Krypto‑Assets außerhalb des aufsichtsrechtlichen und regulatorischen Rahmens. Der Bericht bemerkte zudem die Ergebnisse der UK Crypto Assets Taskforce, die feststellte, dass irreführende Werbung und fehlende geeignete Informationen zu Problemen beim Verbraucherschutz führten.
Albanisches Gesetz für DLT-basierte Finanzmärkte
Der jährliche indische Wirtschaftsbericht erwähnte Albaniens Fintoken‑Gesetz, das im Mai 2020 die Legalisierung von Krypto‑Assets im Land für Investitionszwecke ermöglichte. Das Dokument betonte Albaniens Krypto‑Lizenzierungsregime. Nach diesem Regime hängt die Lizenzierung von Krypto‑Asset‑Dienstleistern stark von Drittanbieter‑Agenten ab, die als „Digital Token Agents“ lizenziert sind.
Nigerias Wandel in Krypto-Politiken
Die Zentralbank von Nigeria hatte zunächst Krypto‑Assets den Status von gesetzlichem Zahlungsmittel verweigert. Im Mai 2022 veröffentlichte die Securities and Exchange Commission jedoch die „Neuen Regeln für Emission, Angebotsplattformen und Verwahrung digitaler Assets“ mit detaillierten Anforderungen und SEC‑Aufsichtsmechanismen.
Zusammenfassung
Betrachtet man die bestehenden Regelungen weltweit, forderte der Wirtschaftsbericht Indiens, der die Grundlage für den jährlichen Finanzhaushalt und die Geldpolitik des Landes bildet, umfassende und einheitliche globale Standards im Kryptomarkt. Er setzte sich zudem für eine schnellere Behebung von Verzögerungen bei der Standardisierung von AML/CFT‑Verpflichtungen ein.
Bei der Festlegung eines umfassenden globalen Standards betonte das Dokument des Wirtschaftsberichts zudem die Bedeutung von standardisierten Taxonomien und zuverlässigen Daten, um Kontagionseffekte zu adressieren.
Das Dokument stellte außerdem die volatile Natur des Kryptomarktes fest, da es beobachtete, dass die Bewertung des globalen Kryptomarktes von „fast 3 Billionen US‑Dollar im November 2021 auf weniger als 1 Billion US‑Dollar im Januar 2023“ gesunken ist.
Der Bericht räumte ein, dass die Überwachung und Regulierung von Kryptowährungen schwierig sein kann. Er hob hervor, dass trotz des Versprechens der Dezentralisierung im Kryptomarkt unregulierte Zwischenakteure sowie neue zentralisierte Vermittler wie Börsen, Wallet‑Anbieter und Krypto‑Konglomerate entstanden sind.
Es betonte, dass die weltweit geltenden Standards für ungesicherte Krypto‑Assets nicht ausreichen, um die Risiken und Schwachstellen des Systems zu mindern. Es wies auf regulatorische Lücken in den Bereichen Emission, Übertragung, Handel und Verwahrung durch Nicht‑Banken‑Entitäten hin. Außerdem wurde festgestellt, dass traditionelle Finanzregulierungsstrategien möglicherweise nicht ausreichen, um den Bedürfnissen der Vielzahl von Krypto‑Akteuren, wie Miner, Validatoren und Protokoll‑Entwicklern, gerecht zu werden.












