Digitale Vermögenswerte

Filecoins Aufstieg nach verdreifachter Marktkapitalisierung: Marktüberblick vom Februar 2023

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Dieser Marktüberblick beschreibt die Lage am 21. Februar 2023. FIL hatte damals eine Marktkapitalisierung von rund 3,04 Milliarden US-Dollar und lag unter den Kryptowährungen auf Platz 27. Zuvor war die Marktkapitalisierung von etwa 1,5 Milliarden Dollar zum Jahresanfang auf 4,5 Milliarden am 20. Februar gestiegen. Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte.

Bei Veröffentlichung notierte FIL unter 7 US-Dollar, nach einem Anstieg um 62 % innerhalb einer Woche und 152 % seit Jahresbeginn, laut CoinGecko. Dennoch lag der Kurs weiterhin rund 97 % unter dem Höchststand von etwa 240 Dollar aus dem Jahr 2021.

FIL ist die native Kryptowährung von Filecoin, einem dezentralen Netzwerk zur Speicherung und zum Abruf digitaler Informationen. Der Token dient zur Bezahlung von Diensten und als wirtschaftlicher Anreiz für zuverlässige langfristige Speicherung. Speicheranbieter können FIL verdienen, indem sie Speicherplatz bereitstellen und am Belohnungssystem des Netzwerks teilnehmen.

Filecoin wurde von Juan Benet, der Informatik an der Stanford University studierte, und seinem Team bei Protocol Labs entwickelt. Benet gründete Protocol Labs im Mai 2014.

Später entstand die unabhängige Filecoin Foundation. Sie unterstützt die Entwicklung des Ökosystems und erleichtert die Governance des Netzwerks. Die Stiftung steuert das dezentrale Netzwerk nicht allein.

So funktioniert Filecoin (FIL)

Das Filecoin-Mainnet startete am 15. Oktober 2020. Es bietet einen dezentralen Speichermarkt, nicht das gesamte Dienstleistungsangebot von Amazon AWS. Filecoin und das InterPlanetary File System (IPFS) sind ergänzende Protokolle: IPFS unterstützt die Inhaltsadressierung und den Austausch von Daten, während Filecoin Speichervereinbarungen und wirtschaftliche Anreize ergänzt. Die Speicherung wird regelmäßig geprüft; die Vertragspreise richten sich nach Angebot und Nachfrage.

Eine Speichervereinbarung ähnelt einem Service-Level-Agreement (SLA): Nutzer bezahlen einen Anbieter dafür, Daten während eines festgelegten Zeitraums zu speichern. Filecoins kryptowirtschaftliches Modell nutzt kryptografische Speichernachweise, darunter zk-SNARKs. FIL-Belohnungen fördern die Teilnahme; Speicherfehler können wirtschaftliche Sanktionen und den Verlust hinterlegter Sicherheiten nach sich ziehen.

Nutzer können einen Abrufanbieter dafür bezahlen, gespeicherte Daten abzurufen. Speichervereinbarungen werden auf der Blockchain erfasst, während Abrufzahlungen über Zahlungskanäle außerhalb der Blockchain abgerechnet werden können. Es geht um den Abruf von Dateien, nicht um die Wiederherstellung verlorener Daten.

Filecoins Tokenverkauf endete am 7. September 2017. Die abschließende Projektmitteilung nannte 205,8 Millionen US-Dollar einschließlich des Verkaufs an Berater, bewertet jeweils beim Eingang der Investition. Da sich der Wert der eingenommenen Kryptowährungen während des Verkaufs änderte, wurden auch andere Beträge berichtet. Der Verkauf gehörte zu den großen Tokenverkäufen nach Ethereums bekanntem Vorverkauf von 2014.

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Die Erzählungen des Marktes

Anfang 2023 erholte sich der Kryptomarkt von den Zusammenbrüchen von FTX und Terra im Jahr 2022, bei denen Marktwerte in Milliardenhöhe verloren gegangen waren.

Die Erholung weckte bei Anlegern Hoffnung auf stärkere Dynamik. Einzelne Teilbereiche waren kräftig gestiegen, darunter in der Vorwoche Token, die locker unter dem Begriff KI-Token zusammengefasst wurden.

Auch Speichertoken rückten in den Fokus. Die im Artikel über Statista angeführten 217 Milliarden US-Dollar bezogen sich jedoch auf Cloudinfrastrukturdienste in den zwölf Monaten bis September 2022. Die Schätzung der Synergy Research Group umfasste IaaS, PaaS und private Clouddienste, nicht allein Cloudspeicher.

Filecoin konkurriert bei dezentraler Datenspeicherung mit einzelnen Diensten großer Cloudanbieter wie AWS und Microsoft (MSFT ) Azure sowie Google Cloud. Der Vergleich betrifft Speicherangebote, nicht deren gesamtes Dienstleistungsangebot.

Ein wichtiges Marktthema im Februar 2023 war das sogenannte China-Narrativ. Neben FIL stiegen unter anderem KLAY, NEO, Conflux (CFX), VeChain (VET) und Qtum (QTUM).

„Filecoin ist in China sehr groß“, sagte Andrew Kang, Partner bei Mechanism Capital. Der Artikel schätzte solche Themen zugleich als möglicherweise kurzlebig ein und vermutete, dass die Aufmerksamkeit für China-orientierte Token vielleicht nur etwa eine Woche anhalten würde.

China‑Narrativ nimmt Gestalt an

Kryptohändler hatten sich auch in fallenden Märkten oft an wechselnden Erzählungen orientiert. Im Februar 2023 folgte das China-Thema auf das Interesse an KI rund um ChatGPT und am Metaverse nach Metas Geschäftszahlen und Investitionen.

Der Anstieg fiel mit Erwartungen an Hongkongs neues Lizenzsystem für Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte zusammen, das am 1. Juni 2023 in Kraft treten sollte. Die SFC eröffnete am 20. Februar eine Konsultation über die Regeln und darüber, ob lizenzierte Plattformen unter besonderen Schutzvorkehrungen Privatkunden bedienen dürften. Das war kein Beschluss, jeglichen Kryptohandel für sämtliche Einwohner uneingeschränkt zu legalisieren.

In den Wochen vor Veröffentlichung diskutierten Analysten und Kryptokommentatoren das Thema auf Twitter und teilten Beobachtungslisten China-orientierter Token. Der Artikel brachte dieses Interesse mit den starken Kursanstiegen in Verbindung.

Neben Hongkongs Plänen diskutierten Marktteilnehmer Liquiditätsspritzen der chinesischen Zentralbank PBoC im Zusammenhang mit der Erholung des Kryptomarkts.

Einige Kommentatoren auf Crypto Twitter verbanden die Kursanstiege im Februar 2023 mit Erwartungen an eine chinesische geldpolitische Lockerung. Sie waren kurzfristig optimistisch für China-orientierte Token. Das war eine Marktinterpretation, kein nachgewiesener Kausalzusammenhang und keine sichere Prognose.

Filecoin bereitete die nächste FVM-Stufe vor

Neben dem China-Thema hob der Artikel die kommende Möglichkeit hervor, selbst entwickelte Smart Contracts auf der Filecoin Virtual Machine (FVM) auszuführen. Die Grundlage war bereits im Juli 2022 eingeführt worden; die Programmierbarkeit durch Nutzer und die EVM-kompatible Laufzeitumgebung standen bei Veröffentlichung im Februar 2023 noch bevor.

Die FVM ist die Laufzeitumgebung für Smart Contracts, die im Filecoin-Netzwerk auch Akteure heißen. Sie sollte neue Dienste rund um gespeicherte Daten ermöglichen.

Die FVM-Dokumentation beschrieb mögliche Anwendungen wie detaillierte Zugriffskontrolle, automatisierte Speichervereinbarungen, Kredite mit geringeren Besicherungsquoten für Speicheranbieter, dezentrale Berechnungsdienste und datenorientierte DAOs.

Messaris Zusammenfassung für das vierte Quartal 2022 nannte einen Zuwachs aktiver Vereinbarungen um 117 % gegenüber dem Vorquartal und 1.798 % gegenüber dem Vorjahr. Die Kapazität lag 5 % unter ihrem Höchststand; die Nutzung war im Jahresvergleich 18-mal schneller gewachsen als die Kapazität. Das bedeutet nicht, dass gespeicherte Daten die verfügbare Kapazität überstiegen.

Laut Messari sanken die Protokollgebühreneinnahmen im vierten Quartal 2022 um 31 % in FIL und 49 % in Dollar; die Grundgebühren gingen um 60 % zurück. Im Detailteil nannte der Bericht separat einen Anstieg der in aktiven Vereinbarungen gespeicherten Datenmenge um 10 % gegenüber dem Vorquartal. Dieses Maß ist von der Vertragsstatistik der Zusammenfassung zu unterscheiden. Die Blockbelohnungen sanken um rund 1 % in FIL und 29 % in Dollar. Die Ausgabe kombinierte exponentielle Abnahme mit einem an die Speicherkapazität gekoppelten Modell.

Die Zahl der Projekte im Ökosystem rund um Filecoin, IPFS und das Protocol Labs Network stieg laut Bericht im vierten Quartal 2022 auf über 600, von knapp 500 im Vorquartal. Gemeint war ein Ökosystem aus Projekten und Organisationen, nicht drei getrennte Speichernetzwerke.

Messari sah bei anhaltender Nachfrage die Chance, dass Filecoin ein bedeutender Anbieter dezentraler Speicher- und Clouddienste für Web3 und traditionelle Anwendungen wird. Das Netzwerk müsse dafür seine Zuverlässigkeit weiter nachweisen und datenintensive Dienste entwickeln.

Nach den Aktualisierungen des Speichernetzwerks von 2022 arbeitete das Ökosystem außerdem weiter an einer ersten funktionsfähigen Produktversion, einem MVP, für Berechnungen auf gespeicherten Daten.

Die nächste FVM-Stufe von 2023 war eine EVM-kompatible Laufzeitumgebung für nutzerdefinierte Verträge. L2-Lösungen, hierarchischer Konsens und Sealing as a Service waren Teile der umfassenderen Entwicklungsplanung, nicht Funktionen, die sämtlich zur ersten Einführung gehörten.

Durch Entwickleranreize und Testnetze wollte Filecoin neue Partnerschaften in der Dateninfrastruktur aufbauen und bestehende stärken. Die Entwicklung erfolgte gleichzeitig in einem schwachen Kryptomarkt.

Stellenabbau und nachlassende Kursdynamik

Am 3. Februar 2023 kündigte Protocol-Labs-CEO Juan Benet den Abbau von 89 Stellen an, rund 21 % der Belegschaft. Er verwies auf die schwierige Wirtschaftslage, insbesondere in der Kryptobranche, und die Notwendigkeit, Kosten zu senken.

Benet schrieb, hohe Inflation, steigende Zinsen, weniger Investitionen und schwierigere Märkte hätten Unternehmen weltweit getroffen. Dies habe den Kryptowinter verschärft und könne ihn länger als erwartet andauern lassen.

Betroffen waren die PLGO-Teams PL Corp, PL Member Services, Network Goods, PL Outercore und PL Starfleet. Die Mitteilung nannte nicht, wie viele der betroffenen Personen unmittelbar an Filecoin arbeiteten.

CoinGeckos damalige Untersuchung erfasste im Januar 2023 insgesamt 2.806 Entlassungen bei Kryptounternehmen, den zweithöchsten Monatswert im untersuchten Zeitraum. Das entsprach etwa 41 % der knapp 7.000 Entlassungen des gesamten Jahres 2022. Die schwachen Marktbedingungen weckten Befürchtungen, dass 2023 die Vorjahreszahl übertreffen könnte.

Bei Veröffentlichung war FIL nach dem vorherigen Anstieg innerhalb von 24 Stunden um 8,2 % gefallen. Der Artikel deutete mehrere Indikatoren als Zeichen nachlassender Dynamik und möglicher weiterer Rückgänge in den folgenden Tagen.

Die damalige technische Analyse beschrieb eine negative MACD-Kreuzung, während Chaikin Money Flow (CMF), Relative Strength Index (RSI) und Money Flow Index (MFI) nahe neutral lagen. Die Bollinger-Bänder deuteten auf geringere Volatilität hin, nicht auf völlige Schwankungsfreiheit. Enge Bänder schließen spätere starke Ausbrüche in beide Richtungen nicht aus.

Der Artikel verwies zudem auf Santiment-Daten zu sinkenden FIL-Finanzierungsraten bei Binance. Solche Raten spiegeln das Verhältnis zwischen Long- und Short-Positionen wider, messen aber nicht unmittelbar die gesamte Futuresnachfrage. Fallende Kurse bei höherem Handelsvolumen wurden als Verkaufsdruck interpretiert; eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale war eine mögliche Deutung, kein sicherer Verlauf.

Gleichzeitig berichtete der Artikel, dass Filecoins gebundener Gesamtwert, der TVL, laut Daten von DeFiLlama 3 Millionen US-Dollar überschritten hatte. Ein steigender TVL konnte das Interesse am Netzwerk unterstützen, bedeutete aber für sich genommen keinen sicheren FIL-Kursanstieg. Die Einschätzung bezog sich auf Februar 2023.

Gaurav begann 2017 mit dem Handel von Kryptowährungen und ist seitdem in den Crypto-Raum verliebt. Sein Interesse an allem, was mit Kryptowährungen zu tun hat, hat ihn zu einem Schriftsteller spezialisiert auf Kryptowährungen und Blockchain gemacht. Bald fand er sich dabei wieder, mit Krypto-Unternehmen und Medienunternehmen zu arbeiten. Er ist auch ein großer Batman-Fan.