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Der Vizepremierminister der Ukraine will, dass Krypto‑Unternehmen Gelder von russischen und belarussischen Nutzern einfrieren

Russlands Invasion der Ukraine wurde im Februar 2022 zu einem zentralen Thema der Kryptogemeinschaft. Mitglieder spendeten an die Ukraine und zur Unterstützung ihrer Streitkräfte, während bekannte Persönlichkeiten Russland aufforderten, die Invasion zu beenden.
Mykhailo Fedorov, damals Vizepremierminister und Minister für digitale Transformation der Ukraine, forderte Kryptobörsen auf, die Konten russischer und belarussischer Nutzer einzufrieren.
Ukraine fordert Börsen zur Sperrung russischer und belarussischer Nutzer auf
Fedorov nutzte Twitter für seinen Aufruf an die großen Börsen. Er verlangte nicht nur die Sperrung von Adressen mit Verbindungen zu russischen und belarussischen Politikern, sondern wollte auch gewöhnliche Nutzer treffen. Seine Forderung ging damit über die Sperrung ausschließlich der Personen hinaus, die ausdrücklich auf Sanktionslisten standen.
Jesse Powell, damals CEO von Kraken, antwortete, dass das Unternehmen russische Kundenkonten ohne rechtliche Verpflichtung nicht einfrieren werde. Er warnte russische Nutzer jedoch davor, dass eine solche Verpflichtung bald entstehen könnte.
Powell zufolge könnte die Verpflichtung von der eigenen Regierung der Nutzer oder von ausländischen Staaten ausgehen. Beim Vergleich mit Kanada nannte er Proteste, massenhafte Abhebungen von Bankeinlagen und Versuche, das Land zu verlassen, als mögliche Zusammenhänge. Er meinte außerdem, Staaten wie die USA könnten versuchen, die russische Bevölkerung gegen die Politik ihrer Regierung aufzubringen, wie er schrieb.
Nicht alle Dienste verzichteten jedoch auf allgemeine Beschränkungen. DMarket, ein Marktplatz für Spielgegenstände und digitale Güter, teilte mit, dass Konten von Nutzern in Russland und Belarus eingefroren worden seien. Fedorov bemerkte die Entscheidung und lobte die Plattform.
In seiner Nachricht über die Neuigkeit beschrieb Fedorov DMarket als Marktplatz für NFTs und Metaverse-Gegenstände in Spielen. Er schlug vor, dass Gelder der eingefrorenen Konten für die Kriegsanstrengungen gespendet werden könnten, und bezeichnete die Beteiligten als moderne Robin Hoods. Das war eine von Fedorov genannte Möglichkeit, keine Bestätigung einer tatsächlichen Übertragung der Gelder. DMarkets eigene Angaben besagen, dass eingefrorene Vermögenswerte auf den Konten der Nutzer verbleiben.
Die Kryptobranche betont Dezentralisierung und Unabhängigkeit von Regierungen und Dritten. Das macht Guthaben auf zentralisierten Börsen nicht immun gegen Kontobeschränkungen. Während der Freedom-Convoy-Proteste in Kanada nutzten einige Unterstützer nach dem Einfrieren von Bankkonten Bitcoin. Powell und andere empfahlen Wallets, bei denen die Nutzer ihre privaten Schlüssel selbst kontrollieren. Das verringert die Abhängigkeit von der Verwahrung durch eine Börse, beseitigt aber nicht alle rechtlichen oder technischen Risiken.
Kryptogemeinschaft reagiert auf die Invasion
Bekannte Persönlichkeiten der Gemeinschaft reagierten, als Russland am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte. Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin forderte die russische Regierung auf, die Invasion zu beenden, die sowohl Russen als auch Ukrainern schadete.
Auch Sam Bankman-Fried, damals CEO von FTX, kündigte finanzielle Unterstützung an. Am 24. Februar 2022 erklärte er, FTX habe jedem ukrainischen Nutzer auf der Plattform 25 US-Dollar gegeben. Es handelte sich um eine damals angekündigte Auszahlung, nicht um ein dauerhaftes Bonusangebot für künftige Registrierungen.
Kryptospenden dienten auch der Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte. Frühe Berichte unter Berufung auf Elliptics Analyse bezifferten die an Come Back Alive geflossenen Bitcoin-Spenden auf mehr als 400.000 US-Dollar. Die Organisation unterstützte die ukrainischen Streitkräfte; die ursprünglichen Angaben erwähnten auch Lebensmittel und Medienunterstützung. Separat wurde über eine Spende von 80 Bitcoin durch einen anonymen Spender berichtet. Die Zahlen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemeldet; die 80 Bitcoin sind nicht als Teil der Gesamtsumme von 400.000 US-Dollar zu verstehen.
Gleichzeitig organisierten Beteiligte wie Trippy Labs, Mitglieder der PleasrDAO-Gemeinschaft und eine Mitgründerin der russischen Protestkunstgruppe Pussy Riot die Spendeninitiative UkraineDAO. Ziel war es, Ether zu sammeln und NFT-Verkäufe zur Unterstützung kriegsbetroffener Ukrainer zu nutzen. Die ersten berichteten Pläne nannten 10.000 NFTs mit der ukrainischen Flagge und Erlöse für Organisationen wie Come Back Alive, auch Return Alive Foundation genannt, und Proliska. Dies beschrieb die damals berichteten Pläne, nicht die bestätigte Ausgabe aller 10.000 NFTs oder die Durchführung späterer Spenden.












