Digitale Vermögenswerte

Stablecoins im Dezember 2022: Polygon-Pläne, Tron-Transfers und Tethers Kreditabbau

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Die auf Bermuda ansässige Jewel Bank stellte im Dezember 2022 Pläne für Jewel USD (JUSD) vor. Der Stablecoin sollte im Verhältnis 1:1 durch US-Dollar gedeckt sein und zunächst institutionellen Kunden Echtzeit-Abwicklungen ermöglichen. Ein verbindlicher Starttermin war damals nicht genannt; später sollten auch Unternehmen und Privatkunden angesprochen werden. Bermuda ist ein britisches Überseegebiet, kein Teil der Britischen Inseln. Es handelt sich hier um die damalige Ankündigung, nicht um einen Nachweis eines abgeschlossenen Starts.

Polygon sollte die Infrastruktur für Jewel Banks geplanten Stablecoin liefern

Jewel wollte Polygon für die Transaktionen des Stablecoins nutzen. Der damalige Vorsitzende Chance Barnett sah die Zusammenarbeit als Grundlage für spätere Angebote an Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen. Im selben Monat wurde TCNH aus dem Umfeld von TrueUSD auf Tron vorgestellt. Der Token war an den außerhalb Festlandchinas gehandelten chinesischen Yuan (CNH) im Verhältnis 1:1 gebunden, nicht durch einen anderen Yuan-Stablecoin gedeckt. Das Team verwies auf die Nachfrage nach digitalen Währungen in asiatischen Finanzzentren wie Hongkong.

„Unsere Partnerschaft mit Polygon unterstützt einen wesentlichen Teil unserer langfristigen Stablecoin-Infrastruktur und soll Sicherheit sowie Geschwindigkeit auf Bankenniveau ermöglichen“, erklärte Barnett. Das war eine Aussage des Anbieters und keine unabhängige Sicherheitsgarantie.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zu Polygon.

Justin Suns Transaktionen im Umfeld der Verunsicherung um Binance

Mitte Dezember 2022 prägten Angst, Unsicherheit und Zweifel, kurz FUD, die Diskussion über zentrale Kryptodienstleister und insbesondere Binance. Damalige Berichte nannten für Dienstag Abflüsse von 40.353 BTC und 278.017 ETH sowie Nettoabflüsse von rund 1,9 Milliarden US-Dollar innerhalb von 24 Stunden zwischen dem 12. und 13. Dezember. Unterschiedliche Zeitfenster und Messgrößen sind dabei nicht ohne Weiteres gleichzusetzen. Auch der Mitgründer und damalige Kraken-CEO Jesse Powell hinterfragte den Aussagewert des Reserveberichts und kritisierte dessen Darstellung. Seine Einwände und seine Einschätzung zur Prüfungsgesellschaft Mazars waren Kritik an Methodik und Aussagekraft; sie bewiesen für sich genommen keine Zahlungsunfähigkeit von Binance.

Stablecoin-Transfers sorgen für Aufmerksamkeit

Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von Binance und ein Bericht darüber, ob das US-Justizministerium rechtlich gegen die Börse vorgehen würde, verunsicherten Teile des Marktes. Größere Stablecoin-Bewegungen im Umfeld des Tron-Mitgründers Justin Sun verstärkten die Aufmerksamkeit. Beobachter berichteten zunächst, dass Sun 33,91 Millionen BUSD abzog und an Paxos weiterleitete. Paxos war der Emittent des regulierten BUSD; von Binance überbrückte Token sind davon zu unterscheiden. Zudem wurden laut den damaligen Berichten 15,43 Millionen USDT gegen USDC getauscht. Am selben Tag bewegte Sun 100 Millionen USDC von Circle und zahlte sie ein – bei Binance.

Binance-Chef Changpeng Zhao erklärte später, nach seinem Verständnis gehe es um die Bereitstellung von BUSD auf Tron, räumte aber Unsicherheit über die Einzelheiten ein. Anschließend zog Sun den Betrag ab – diesmal in BUSD, rund drei Stunden nach der USDC-Einzahlung – und leitete die Token an Paxos weiter. Am Mittwoch folgte laut Beobachtern ein weiterer Transfer von 100 Millionen BUSD von Binance an die Paxos-Treasury. Zhao bezeichnete die Verunsicherung als „äußerst ärgerlich“. Die Transfers allein belegten weder ein bestimmtes Motiv noch die Solvenz einer beteiligten Firma. Nach dem FTX-Zusammenbruch blieb das Vertrauen in zentrale Anbieter angeschlagen. Trons algorithmischer Stablecoin USDD wich zeitweise von seinem Zielkurs von einem US-Dollar ab und sank laut damaligem Bericht auf rund 0,97 Dollar; er war damit bereits unter die angestrebte Parität gefallen.

Tether kündigte für 2023 den Abbau besicherter Kredite an

Der USDT-Emittent Tether teilte am 13. Dezember 2022 mit, ab sofort und im Verlauf von 2023 die besicherten Kredite in seinen Reserven auf null reduzieren zu wollen. Die Ankündigung betraf diesen Teil der Reserven, nicht das Ende sämtlicher gewinnbringender Anlagen, und belegte noch keine Umsetzung. Tether erklärte, die Kredite seien überbesichert und durch liquide Vermögenswerte gedeckt. Diese Einschätzung stammte vom Emittenten; sie war keine unabhängige Garantie für alle Rückzahlungsverpflichtungen. Anlass der Stellungnahme war unter anderem ein Bericht des Wall Street Journal über mögliche Kredit- und Liquiditätsrisiken bei Rückgaben von USDT.

Sam ist ein Finanzinhalte-Spezialist mit einem starken Interesse an dem Blockchain-Bereich. Er hat mit mehreren Firmen und Medienunternehmen in den Bereichen Finanzen und Cybersicherheit zusammengearbeitet.