Künstliche Intelligenz
Intelligente Michelin-Reifen mit KI-Technologie könnten die Fahrzeugsicherheit neu definieren
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Der Reifendruck ist entscheidend für die Fahrzeugleistung
Sie wissen bereits, dass Ihre Reifen ein wichtiger Bestandteil Ihres Fahrzeugs sind und bei mangelhafter Wartung zu unruhigem Fahrverhalten, Sicherheitsrisiken und erhöhtem Kraftstoffverbrauch führen können. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass der Reifendruck auch für das Fahrverhalten, die Bremsen und die Lenkung entscheidend ist.
Folglich gefährden Sie sich und Ihre Mitfahrer, wenn Sie mit abgefahrenen, ungleichmäßig abgefahrenen oder zu stark bzw. zu schwach aufgepumpten Reifen fahren. Beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit eines Reifenplatzers bei einem überfüllten Reifen deutlich höher als bei demselben Reifen mit dem korrekten Reifendruck. Umgekehrt erhöhen zu wenig aufgepumpte Reifen den Kraftstoffverbrauch und können zu einer trägen Fahrleistung führen. Daher war es früher üblich, den Reifendruck regelmäßig manuell zu überprüfen, um die Fahrsicherheit zu gewährleisten.
TPMS-Systeme entstehen
Im Laufe der Zeit führten die Hersteller komfortablere Methoden zur Gewährleistung der Reifensicherheit ein. Reifendruckkontrollsysteme waren lange Zeit die Lösung. Diese Systeme, die in den 1980er-Jahren erstmals in europäischen Luxuswagen zum Einsatz kamen, wurden schnell zum Standard. Konkret führte der Porsche 959 im Jahr 1986 diese Technologie auf dem Markt ein.
In den USA war die Corvette von 1991 das erste amerikanische Auto mit dieser hilfreichen Funktion. Anschließend folgte die TREAD-Gesetz von 2000 Das Gesetz wurde als Reaktion auf sicherheitsrelevante Mängel im Zusammenhang mit Reifen verabschiedet und beauftragte die NHTSA mit der Festlegung von Reifendruckkontrollstandards. Diese Standards schrieben schließlich vor, dass ab dem Modelljahr 2008 alle neuen Pkw unter 10,000 Pfund mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein mussten.
Intelligente Autos brauchen intelligente Reifen.
Seitdem sind Reifendruckkontrollsysteme (TPMS), die vor einer Unterschreitung des Sollwerts von 25 % warnen, Standard geworden. Doch auch die Fahrzeuge selbst haben seither eine technologische Renaissance erlebt. Heutige Fahrzeuge sind deutlich technikreicher und verfügen über eine Vielzahl fortschrittlicher Überwachungs- und Ortungssysteme.
Reifenhersteller erkannten die Modernisierung von Fahrzeugen und beschlossen, dass Reifen parallel zu den Autos intelligenter werden sollten. So entstanden Projekte wie Pirellis intelligenter Reifen und nun Michelins neueste KI-Systeme, die das Konzept weiterentwickeln und fortschrittliche Algorithmen und Konnektivität integrieren, um die Überwachungsmöglichkeiten zu verbessern.
SmartLoad- und SmartWear-System
Das SmartLoad- und SmartWear-Ökosystem ist Michelins Vision für die Zukunft der Automobilindustrie. Es umfasst intelligente Reifen mit integrierten Chips künstlicher Intelligenz, die wichtige Daten direkt an das Fahrzeug übermitteln.

Quelle – Michelin
Interessanterweise integriert das System den Sonatus Collector, um Michelin bei der Kalibrierung seiner Reifenmodelle für verschiedene Automobilhersteller zu unterstützen. Die Echtzeitverarbeitung erfolgt durch den fahrzeuginternen Sonatus AI Director, der die über 100-jährige Erfahrung von Michelin in der Reifenentwicklung mit fortschrittlichen Algorithmen kombiniert, um neben der Leistung auch die Sicherheit und das Fahrgefühl zu verbessern. Hier erfahren Sie alles Wichtige.
So funktioniert das SmartLoad- und SmartWear-System
Das SmartLoad- und SmartWear-System kombiniert jahrelange Daten von Michelin-Ingenieuren mit einem eigens entwickelten KI-Algorithmus, um den Reifenzustand zu überwachen und Fahrern Echtzeit-Feedback zu geben. Dieses System wurde entwickelt, um großen Flotten zu helfen, Reifenkosten zu sparen und die Sicherheit zu erhöhen.
Das System soll Unternehmen bis 2030 weltweit Einsparungen in Höhe von 1.68 Milliarden US-Dollar ermöglichen, dank geringerer Wartungskosten. Zudem bietet es Fahrern ein besseres Fahrerlebnis. Ali Rezgui, Vizepräsident von Michelin Tire Digital Twin, sprach über die Integration von KI in Reifen und erläuterte, wie KI die Lebensdauer und Leistung von Reifen verbessert.
Selbstüberwachende Reifen
Kernstück der SmartLoad- und SmartWear-Ökosysteme sind hochentwickelte Algorithmen, die Echtzeit-Einblicke in Ihren Reifenverschleiß liefern. Sie zeigen genaue Details an, beispielsweise wie sich bestimmtes Terrain auf den Reifenverschleiß auswirkt und wie die aktuelle Profilstruktur aussieht.
Die Reifenmodelle von Michelin sind beeindruckend: Sie analysieren Belastung, Bremsintensität, Fahrdynamik und Straßenverhältnisse mithilfe fahrzeuginterner Datenverarbeitung und ermitteln so Verschleiß und Leistung. Diese Erkenntnisse werden lokal gewonnen und nicht kontinuierlich in die Cloud übertragen. Dadurch wird die Privatsphäre gewahrt und gleichzeitig eine präzise Reifenzustandsabschätzung ermöglicht.
MyTires-App
Mit der kostenlosen MyTires-App können Nutzer den Zustand ihrer Reifen überwachen. Die benutzerfreundliche Oberfläche bietet direkten Einblick in Reifenverschleiß und -leistung. Hilfreiche Daten, Illustrationen und Grafiken optimieren die Reifengesundheit und damit Ihre Sicherheit. Die App lässt sich zudem in Sekundenschnelle an Ihren Fahrzeugtyp anpassen.
Privacy-First-Ansatz
Michelin ist zwar nicht der einzige Reifenhersteller, der das Konzept des intelligenten Reifens vorantreibt, aber der erste, der den Datenschutz in den Vordergrund stellt. Mit zunehmender Intelligenz der Autos ist auch deren Geräuschkulisse deutlich gestiegen. Früher musste man sich Sorgen machen, dass jemand das eigene Kennzeichen über Straßenkameras erfasste.
Heutzutage übermittelt Ihr Auto ohne Ihr Wissen Unmengen an persönlichen Daten an die Hersteller. Diese Daten werden anschließend analysiert und ohne Ihr Zutun an Dritte verkauft. Sie können genutzt werden, um Werbung zu personalisieren, Ihren Tagesablauf zu verfolgen und für weitaus fragwürdigere Zwecke wie die Überwachung Ihres Netzwerks.
Michelin möchte datenschutzbewussten Nutzern mehr Sicherheit bieten, indem das Unternehmen die meisten wichtigen Reifendaten im Fahrzeug speichert, anstatt sie in der Cloud abzurufen. Durch die Speicherung der Daten vor Ort werden viele der Datenschutzbedenken ausgeräumt, die Umweltschützer sonst so vehement befürchten.
Vollständig recycelbar
Ein weiterer wichtiger Aspekt von Michelins Bemühungen um intelligente Reifen ist die Reduzierung der Umweltbelastung durch Reifen. Die neueste Generation sensorgestützter Reifen wird laut Unternehmensangaben zu 100 % recycelbar sein. Diese Ankündigung steht im Einklang mit der umfassenderen „All-Sustainable“-Kampagne des Unternehmens.
Michelin-Kampagne für Nachhaltigkeit
Michelins Kampagne für eine vollständig nachhaltige Produktion ist ein ambitionierter Plan des Herstellers, mit dem er bis 2050 die Massenproduktion von vollständig nachhaltigen Reifen anstrebt. Ziel ist es, die negativen Auswirkungen von Reifen auf das Ökosystem zu reduzieren, indem Recycling in den Reifenherstellungsprozess integriert wird.
Das Unternehmen hat inzwischen begonnen, vermehrt recycelbare Materialien zu verwenden, darunter Polystyrolabfälle, r-PET-Textilien und biobasiertes Butadien. 2022 präsentierte es erfolgreich Busreifen, die zu 58 % aus nachhaltigen Materialien bestehen. Seitdem hat es signifikant in Recycling-Startups wie Pyrowave und Carbios investiert, deren Technologie seine ambitionierten Ziele voranbringen könnte.
Echte Einsparungen
Das Reifenmanagement ist eine komplexe Aufgabe, die große Fuhrparks Millionen kosten kann. Anstatt sich auf eine zeitbasierte Methode zu verlassen, ermöglicht das System von Michelin diesen Unternehmen, detaillierte Informationen zu jedem einzelnen Reifen zu erhalten und so dessen Lebensdauer präzise vorherzusagen. Diese Funktion reduziert vorzeitige Reifenwechsel und beugt Reifenverformungen durch ungleichmäßigen Verschleiß oder vernachlässigte Wartungsarbeiten wie das Rotieren der Reifen vor.
Optionen auf Flottenebene
Michelin hat zudem verschiedene weitere Funktionen integriert, die speziell für Fahrzeugflotten entwickelt wurden. So ermöglichen die neuen intelligenten Reifen Flottenmanagern beispielsweise eine präzise Reifenidentifizierung, wodurch jeder Reifen verfolgt und die Wartung entsprechend durchgeführt werden kann. Dies verlängert die Lebensdauer der Reifen und reduziert die Ersatzkosten.
Sonate
Michelin hat sich mit dem auf Fahrzeugsoftware spezialisierten Entwickler Sonatus zusammengetan, um die digitale Infrastruktur und KI-Systeme zu entwickeln. Das Unternehmen wurde von dem IT-Rechenzentrumspionier Jeffrey Chou gegründet und ist seit 2018 aktiv. Es hat seinen Sitz in Kalifornien und konzentriert sich auf die Entwicklung fahrzeugspezifischer Software für moderne intelligente Fahrzeuge und Systeme.
Sonatus ist ein bedeutender Akteur auf dem Markt und hat über 100 Millionen US-Dollar an Investitionskapital von Branchengrößen wie Hyundai und Foxconn erhalten. Das Sonatus Collector-System unterstützt die Datenaufbereitung und Kalibrierung, während der Sonatus AI Director den Betrieb von Modellen im Fahrzeug ermöglicht.
Dieser Ansatz reduziert die Abhängigkeit von der Cloud und schützt sensible Daten durch lokale Verarbeitung. Die Technologie von Sonatus ist derzeit in über 6 Millionen Serienfahrzeugen weltweit im Einsatz. Analysten prognostizieren daher eine weitere Integration, da Fahrzeuge zunehmend technologieabhängig werden.
Michelin Smart Tires auf der CES 2026: Live-Demo-Vorschau
Michelins KI-gestützte Smart-Reifen sind aktuell noch nicht im Handel erhältlich. Einen ersten Eindruck dieser Technologie erhalten Sie jedoch auf der kommenden Consumer Electronics Show (CES) 2026 in Las Vegas. Die Veranstaltung, die neue und fortschrittliche Technologien präsentiert, bietet eine Funktionsdemonstration der Reifen.
Laut Unternehmensführung wird die Vorführung einen makellosen Ford von 1970 zeigen. (F -0.87 %) Ein Bronco mit Michelin Smart-Reifen. Obwohl noch wenige Details bekannt sind, scheint das Fahrzeug so ausgestattet zu sein, dass seine Räder über unebenes Gelände fahren. Dadurch können die Teilnehmer den Zustand und den Verschleiß der Reifen in Echtzeit über die MyTires-App verfolgen.
Michelins Roadmap für den digitalen Zwilling von KI-Reifen
Michelin erläuterte das übergeordnete Ziel des Unternehmens und beschrieb, wie ihre Technologie es Herstellern künftig ermöglichen wird, digitale Zwillinge von Reifen zu erstellen. Mithilfe dieser digitalen Zwillinge können Fahrer in einer vollständigen 3D-Ansicht den Verschleißzustand jedes einzelnen Reifens, den Wartungsbedarf und die voraussichtliche Lebensdauer unter den jeweiligen Bedingungen und ihrem individuellen Fahrstil einsehen.
Wie sich Michelins KI-Reifen im Vergleich zu Pirellis Cyber-Reifen schlagen
Michelin ist nicht der erste Hersteller, der versucht, den Reifen neu zu erfinden. Konkurrenten wie Pirelli Das Unternehmen suchte nach Möglichkeiten, seine Reifen fortschrittlicher und vernetzter zu gestalten. Es gehörte zu den ersten, die Sensoren in die Lauffläche integrierten. Diese Anordnung ermöglichte es den Reifen, Informationen zu Profilabnutzung, Druck, Temperatur und Belastung auszutauschen.
Pirellis intelligente Reifen ermöglichen zudem die direkte V2V/V2I-Kommunikation und somit die Interaktion mit intelligenten Straßen. Diese Funktion ist ideal für den zunehmenden Einsatz autonomer Fahrsysteme. Pirelli hat diese Technologie erstmals bei mehreren aktuellen Aston Martin-Modellen eingesetzt und dafür bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis für die höchste Auszeichnung der Welt. Innovativste Reifentechnologie im Jahr 2025 laut AutoTech Breakthrough.
Nationale Sicherheitsbedenken
Pirelli hat technologisch bedeutende Fortschritte erzielt. Im operativen Geschäft stieß das Unternehmen jedoch aufgrund der Nutzung von Cloud-Systemen auf Schwierigkeiten. Cloud-basierte Systeme sind für Datenschützer problematisch, da sie permanent Daten vom Fahrzeug abgreifen und an Hersteller weitergeben.
Viele dieser Daten sind für die Fahrzeugleistung irrelevant und werden lediglich gesammelt, um sie an Dritte weiterzuverkaufen. Während diese Besorgnis Datenschützer schockiert hat, hat sie der nationalen Sicherheit weitaus schlimmere Folgen. Die Regierung hat bereits eingeräumt, wie diese Systeme personenbezogene Daten ohne jegliche Aufsicht sammeln und verbreiten.
Die US-Regierung hat diese Risiken erkannt und neue Softwareanforderungen sowie Hardwarebeschränkungen eingeführt, um ausländische Spionage mithilfe dieser Systeme zu verhindern. Konkret könnte Pirelli, das sich teilweise im Besitz des chinesischen Unternehmens Sinochem befindet, aufgrund der Beschränkungen, die ausländischen Regierungen den Zugriff auf diese Daten untersagen, den Verkaufsstopp seiner Reifen in den USA drohen.
Michelin
Michelin trat 1888 als Hersteller von Fahrradreifen in den Markt ein. Unternehmen Michelin wurde von den Brüdern André und Édouard Michelin nach dem Kauf einer in Schieflage geratenen Gummifabrik gegründet. Das Unternehmen expandierte rasch und brachte parallel dazu stetig innovative Produkte auf den Markt.
Michelin hält beeindruckenderweise über 10,200 Patente und beweist damit sein Engagement für Innovation. Zu den bedeutendsten Entwicklungen zählt eine selbstregenerierende Lauffläche, die eine 20 % längere Lebensdauer und einen um 10 % reduzierten Kraftstoffverbrauch ermöglicht.
Michelin ist ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Aktien über die Euronext Paris unter dem Tickersymbol ML gehandelt werden. Es genießt starke institutionelle Unterstützung, darunter von Großinvestoren wie BlackRock. (BLK -1.2 %), Vanguard, Amundi und mehr.
Michelin AI Smart Tires | Fazit
Michelin hat sich zum Ziel gesetzt, einen Reifen anzubieten, der perfekt zu den modernen Hightech-Fahrzeugen passt. Das neueste Projekt dürfte für Aufsehen sorgen und in vielen bekannten Automarken Einzug halten. Daher ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach intelligenten Reifen parallel zur steigenden Produktion von Elektroautos zunimmt, was Michelins Marktpräsenz weiter stärkt und zukünftige Innovationen vorantreibt.
Was halten Sie von Michelins KI-gestützten Smart-Reifen? Sind sie die Vorteile wert oder nur eine weitere Spielerei?
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