Transport
Matson hebt Prognose an: China-Dienst steigert Nettogewinn im dritten Quartal um 55,5%

Matson legte die Ergebnisse des dritten Quartals vor. Am 4. November 2026 meldete das Unternehmen einen Anstieg des Nettogewinns auf 209,4 Millionen US-Dollar gegenüber 134,7 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die starke Nachfrage und die hohen Frachtraten im China-Dienst trieben den Gewinn nach oben und veranlassten das Unternehmen, seine Prognose anzuheben. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg von 4,24 auf 6,96 US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 26,5 % auf 1,11 Milliarden US-Dollar, während das konsolidierte Betriebsergebnis von 161,0 Millionen auf 255,2 Millionen US-Dollar kletterte.
Matson erwartet für das vierte Quartal ein konsolidiertes Betriebsergebnis, das rund 50 % über den 143,7 Millionen US-Dollar liegt, die im vierten Quartal 2025 erzielt wurden. Für den Bereich Seetransport wird ein Betriebsergebnis erwartet, das rund 50 % über dem Vorjahreswert von 136,0 Millionen US-Dollar liegt; im Bereich Logistik dürfte es leicht über 7,7 Millionen US-Dollar liegen.
Die Prognose für den Seetransport steht im Gegensatz zum Ausblick vom 3. August 2026, der einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr vorsah. Das Management rechnet nun damit, dass die starke Nachfrage im China-Dienst und die hohen Frachtraten bis zum Jahresende und bis ins frühe Jahr 2027 anhalten. Damit bildet ein Bereich, von dem zuvor eine Abschwächung erwartet worden war, nun die Grundlage für die angehobene Prognose.
China-Dienst sorgt für Gewinnschub
Der Umsatz im Bereich Seetransport stieg um 24,1 % auf 891,3 Millionen US-Dollar, das Betriebsergebnis des Segments legte um 62,2 % auf 239,1 Millionen US-Dollar zu. Die operative Marge weitete sich von 20,5 % auf 26,8 % aus. Das Containervolumen im China-Dienst wuchs um 16,0 % auf 40.500 FEU gegenüber 34.900; die Gesamtzahl des Dienstes umfasst Container aus China und anderen Herkunftsorten in Asien. Höhere Frachtraten und ein größeres Volumen sowie gestiegene Treibstoffzuschläge ließen den Umsatz wachsen. Das Betriebsergebnis profitierte ebenfalls vom Beitrag des China-Dienstes und den Zuschlägen, wurde jedoch teilweise durch höhere Schiffsbetriebskosten geschmälert, die vor allem auf treibstoffbedingte Kosten zurückzuführen waren.
Laut Matsons Präsentation zu den Geschäftsergebnissen nahm die Frachtnachfrage nach und nach vor allem bei Kunden aus den Bereichen E-Commerce, Bekleidung und Elektronikprodukte zu. Gleichzeitig schränkten wetterbedingte Störungen, gestrichene Abfahrten und Engpässe in wichtigen asiatischen Häfen die verfügbare transpazifische Kapazität ein. Dadurch blieben die Frachtraten während des gesamten Quartals hoch. Die Stärke der Hochsaison hielt bis in den Oktober an und dauerte länger als erwartet; im vierten Quartal dürften die Schiffe voll oder nahezu voll ausgelastet sein.
Gemischte Ergebnisse auf Inlandsrouten und in der Logistik
Das Containervolumen auf Hawaii sank um 0,3 % auf 36.200 FEU, vor allem wegen der geringeren allgemeinen Nachfrage. In Alaska ging das Volumen um 4,8 % auf 22.000 FEU zurück. Gründe dafür waren geringere südwärts transportierte Meeresfrüchtemengen und eine zusätzliche nordwärts gerichtete Abfahrt im Vorjahreszeitraum. Auf Guam stieg das Volumen um 4,3 % auf 4.800 FEU. Das Gemeinschaftsunternehmen am SSAT-Terminal steuerte 7,4 Millionen US-Dollar bei, gegenüber 9,3 Millionen US-Dollar zuvor, vor allem aufgrund eines geringeren Umschlagvolumens.
Der Umsatz im Bereich Logistik stieg um 37,3 % auf 222,2 Millionen US-Dollar, doch das Betriebsergebnis erhöhte sich langsamer, um 18,4 % auf 16,1 Millionen US-Dollar. Die operative Marge sank von 8,4 % auf 7,2 %. Transportvermittlung und Spedition entwickelten sich besser, was teilweise durch einen geringeren Beitrag des Lagergeschäfts ausgeglichen wurde. Die unterschiedliche Entwicklung zeigt, dass das rasante Umsatzwachstum des Segments nicht zu einem entsprechenden Gewinnanstieg führte.
Mittelzufluss finanziert Schiffe und Aktienrückkäufe
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 belief sich der operative Cashflow auf 460,6 Millionen US-Dollar, verglichen mit 370,2 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Investitionsausgaben einschließlich aktivierter Schiffbaukosten summierten sich auf 349,8 Millionen US-Dollar, nach 258,7 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Außerdem kaufte Matson im dritten Quartal rund 0,3 Millionen eigene Aktien für insgesamt 59,8 Millionen US-Dollar zurück. Im Aktienrückkaufprogramm verblieben damit rund 3,1 Millionen Aktien.
Matson rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit Schiffbauausgaben von rund 375 Millionen US-Dollar, einschließlich aktivierter Zinsen und vom Eigner beigestellter Ausrüstung. In der Präsentation wurden noch ausstehende Meilensteinzahlungen für neue Schiffe von rund 332 Millionen US-Dollar aufgeführt: 110 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2026, 197 Millionen US-Dollar im Jahr 2027 und 25 Millionen US-Dollar im Jahr 2028 und darüber hinaus. Der Bestand des Capital Construction Fund von rund 299 Millionen US-Dollar deckt etwa 90 % dieser noch ausstehenden Verpflichtungen ab.
Die Auslieferung der drei neuen Schiffe der Aloha Class ist weiterhin gestaffelt geplant: Makua soll im ersten Quartal 2027, das zweite Schiff im dritten Quartal 2027 und das dritte im zweiten Quartal 2028 ausgeliefert werden. Auf Grundlage der aktuellen CLX-Flottenkonfiguration und des erwarteten Frachtmixes aus China rechnet Matson damit, dass die Schiffe zusammen eine zusätzliche jährliche Kapazität von rund 12.000 Containern schaffen werden. Die kurzfristigen Gewinnaussichten hängen daher davon ab, wie lange die derzeitige Stärke des China-Dienstes anhält. Zugleich finanziert der erwirtschaftete Cashflow Kapazitäten, die 2027 und 2028 zur Flotte stoßen sollen.












