Regulierung
KYC/AML – Wer ist proaktiv? Wer steht unter Beschuss?

AML (Anti‑Money Laundering) bezieht sich auf die Gesetze, Vorschriften und Richtlinien, die von Finanzinstituten verwendet werden, um die Herkunft von Kundengeldern zu überwachen und zu prüfen und sicherzustellen, dass die Mittel legal erworben wurden; AML wirkt als Abschreckung für Kriminelle, die illegales Geld verbergen und bewegen wollen.
Ein Teilbereich unter dem größeren AML‑Dach ist KYC (Know‑Your‑Client/Customer). KYC ist die Erfassung von Daten durch Finanzinstitute, um ihre Kunden besser zu kennen und ein Kundenprofil zu erstellen, das die Risikotoleranz, finanzielle Lage und Finanzkompetenz eines Kunden detailliert. Dokumente, die häufig im KYC‑Prozess gesammelt werden, sind notarierte Reisepässe und Stromrechnungen, Beschäftigungsstatus, Vermögen, Herkunft und Beschreibung der Mittel usw. KYC dient dem Schutz des Finanzinstituts und des Kunden.
Während KYC/AML eine wichtige Rolle beim Investieren spielt, sind nicht alle Finanzinstitute gleichermaßen gründlich bei der Erfassung von KYC/AML‑Daten. Es gab mehrere Unternehmen in der digitalen Asset‑Branche, die wegen nachlässiger Ansätze beim KYC/AML‑Verifizierungsprozess in die Kritik geraten sind. Im Gegensatz dazu gibt es ebenfalls zahlreiche Beispiele von Unternehmen in der digitalen Asset‑Branche, die proaktive Ansätze verfolgt haben.
Warum sind KYC‑ und AML‑Praktiken wichtig?
Obwohl es schön wäre, in einer Welt ohne schlechte Akteure zu leben, ist das einfach nicht die Realität. KYC/AML trägt dazu bei, sichere und faire Finanzmärkte für alle zu schaffen. Sie bieten zudem ein Mittel zur Abhilfe gegen diejenigen, die in böser Absicht handeln.
Es gibt jedoch Nachteile bei dem Versuch, faire Märkte zu fördern – insbesondere den Verlust der Privatsphäre. Ja, ehrliche Investoren erhalten mehr Sicherheit, aber sie müssen auch wichtige Identifikationsinformationen über sich preisgeben. Das ist ein berechtigtes Anliegen; wenn man persönliche Daten abgibt, vertraut man darauf, dass sie vom empfangenden Unternehmen sicher verwahrt werden. Leider sind Finanzinstitute nicht immun gegen Datenpannen, wie kürzlich durch die Canada Revenue Agency deutlich wurde, die über 48.500 Konten betroffen hat.
Nachlässige Datenerfassung
Trotz der genannten Vorteile von KYC/AML haben viele Unternehmen einen halbherzigen Ansatz bei diesen Praktiken gewählt. Im Folgenden werden nur zwei aktuelle Beispiele aus einer Vielzahl von Fällen dargestellt, die dies verdeutlichen.
Binance verklagt
Eine der größten Kryptowährungsbörsen der Welt, man könnte annehmen, dass Binance gute KYC/AML‑Praktiken anwendet. Das ist jedoch nicht der Fall aus Sicht der japanischen Börse Zaif. Diese weniger bekannte Börse verklagt Binance wegen seiner ‚nachlässigen‘ KYC/AML‑Praktiken. Die Klage resultiert aus einem Hack von Zaif im Jahr 2018, bei dem etwa 60 Millionen US‑Dollar an gestohlenen Vermögenswerten über Binance gewaschen wurden – ein Vorgang, von dem Zaif glaubt, dass er nicht stattgefunden hätte, wenn die KYC/AML‑Verfahren ausreichend gewesen wären.
ePayments von FINRA stillgelegt
In diesem Fall wurde der Zahlungsabwickler ePayments Anfang 2020 von FINRA unter eine Sperre gestellt. Das Unternehmen hat sich dabei sehr zurückhaltend zu den Gründen geäußert, doch bekannt ist, dass die Sperre auf einem nachlässigen Ansatz bei KYC/AML zurückzuführen ist. In den letzten Tagen hat ePayments ein kurzes Update veröffentlicht, in dem angekündigt wird, dass bald ein Neustart der Plattform erfolgt – jedoch ohne Unterstützung für Kryptowährungen – nach monatelanger Überarbeitung des KYC/AML‑Ansatzes.
Lernen durch Beispiele
Obwohl es Akteure gibt, die KYC/AML nicht ausreichend gewichtet haben, haben andere aus diesen Verstößen gelernt. Im Folgenden werden Beispiele dafür gezeigt, sowohl in Bezug auf Serviceentwicklung als auch Adoption.
BnkToTheFuture investiert in/übernimmt Blockpass
Diese aktuelle Ankündigung ist mehr als nur eine Investition. BnkToTheFuture wird eine maßgeschneiderte Lösung von Blockpass integrieren, die umfassende und effiziente KYC/AML‑Verfahren ermöglichen soll.
Securitize macht KYC einfach
Der Branchenführer Securitize hat kürzlich einen neuen Service namens „Securitize ID“ eingeführt. Dieser Service wurde entwickelt, um neue Effizienz in KYC/AML‑Verfahren zu bringen. Im Wesentlichen ermöglicht er einem Investor, nach Abschluss der KYC/AML‑Prozesse über Securitize auf eine „Whitelist“ gesetzt zu werden. Das Whitelisting beinhaltet die Zuweisung einer eindeutigen Investor‑ID, die von kooperierenden Unternehmen erkannt wird – das bedeutet, dass der Prozess nicht unzählige Male wiederholt werden muss.
Eine wachsende Branche
Wenn aus diesen verschiedenen Beispielen etwas abzuleiten ist, dann, dass die Blockchain‑Welt KYC/AML ernst nehmen muss. Während es zu einem früheren Zeitpunkt möglicherweise keine passenden Services gab, ist das heute nicht mehr der Fall. In Zukunft ist zu erwarten, dass die Akzeptanz dieser speziell für KYC/AML entwickelten Dienste zunimmt, da Unternehmen die Wut der Regulierungsbehörden vermeiden und faire Märkte für ihre Kunden sicherstellen wollen.












