Digitale Wertpapiere
Digitale Wertpapiere ausgeben: Minten oder nicht minten – Vordenker

Die Verfolgung des Eigentums an privaten Wertpapieren kann ein umständlicher Prozess sein. Wiederangelegte Dividenden, Mitarbeiterbeteiligungspläne, Aktienausgaben und andere Ereignisse, die die Kapitalstruktur eines Fonds beeinflussen, können die Herausforderungen bei der Buchführung erheblich erhöhen. Darüber hinaus kann das Bilden von Märkten für private Wertpapiere ziemlich schwierig sein. Da akkreditierte Investoren nur untereinander handeln können, ist es schwer, einen Käufer für Ihre privaten Anteile zu finden.
Aber die Blockchain‑Technologie revolutioniert die Funktionsweise des Marktes für private Wertpapiere in zwei wesentlichen Punkten:
- Durch die Einbindung der Distributed‑Ledger‑Technologie können Emittenten sicher sein, dass die Kapitalstruktur exakt auf der Blockchain abgebildet wird und alle neuen Transaktionen berücksichtigt.
- Digitale Token können zwischen zwei Parteien gehandelt werden, sofern sie als berechtigt verifiziert sind, die Investition in ihren Wallets zu halten (durch KYC‑Verfahren und Akkreditierung).
Bei der Ausgabe digitaler Wertpapiere müssen die Parteien entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt zum Minten von Token ist, wodurch die Wertpapiere endgültig ausgegeben und der erste öffentliche Eigentumsnachweis geschaffen wird.
Lassen Sie uns einige Faktoren untersuchen, die den Minting‑Prozess beeinflussen können:
Dilution
Sobald digitale Wertpapiere ausgegeben sind, ist das Eigentumsregister öffentlich. Emittenten erstellen eine bestimmte Menge an Token und setzen diese mittels einer Umwandlung in autorisierte Aktien um. Infolgedessen können zukünftige Ausgaben in Form zusätzlicher Token erfolgen oder über einen völlig separaten Smart Contract (falls Token nicht weiter gemintet werden können).
Manche erstellen eine ausreichend große Token‑Menge, um zukünftige Eigenkapitalerhöhungen zu ermöglichen, doch das kann Investoren Angst vor Verwässerung machen. Durch das Minten von Token können Emittenten einfach die notwendige Menge während der Erstfinanzierung erzeugen und bei Bedarf weitere ausgeben.
Dividend Reinvestments
Oft zahlen digitale Wertpapiere Dividenden an die Investoren. In privaten Märkten können die Mindestinvestitionsbeträge Zehntausende von Dollar betragen, während die periodischen Dividenden in der Regel viel kleiner sind.
Um die Kapitalertragssteuer zu minimieren, indem sie zu ihrer adjustierten Kostenbasis hinzugefügt werden, entscheiden sich Investoren manchmal für die Dividenden‑Wiederanlagepläne (DRIP) der Emittenten. Alle Dividenden werden automatisch reinvestiert, und neue Token werden gemintet (oder bestehende Token werden an die Investoren verteilt).
Da Ausschüttungen in der Regel viel kleiner sind als die Mindestinvestitionslosgrößen, müssen Token so klein sein, dass Dividenden erstellt und reinvestiert werden können. Zum Beispiel, wenn ein Emittent Dividenden in Höhe von 0,5 % des Wertes der Anfangsinvestition auszahlen möchte, muss jeder Token klein genug sein, um diese Dividende darzustellen.
Die Prognose von Dividendenhöhen und Ausschüttungszeitplänen ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, ob Token gemintet werden sollen und wie viele Anteile/Einheiten jeder Token wert sein soll.
Liquidity and Tradeability
Wenn es einen klaren Weg für sekundäre Liquidität gibt (der nicht ein Börsengang ist), entscheiden sich Emittenten in der Regel dafür, Token zu minten, falls sie das noch nicht getan haben. In diesem Fall, ähnlich wie auf öffentlichen Märkten, bestimmt die Größe jeder Aktie/Einheit die verfügbare Liquidität.
Sind Token zu groß, kann ein Emittent das Äquivalent zu einem Aktiensplit durchführen, meist indem er mehr Token mintet und diese an bestehende Investoren verteilt. Sind Token zu klein, können sie durch eine neue Token‑Emission konsolidiert werden.
A Note on Gas (Transaction) Fees
Gasgebühren im Ethereum‑Mainnet sind im vergangenen Jahr zu einem Trendthema geworden. Als der NFT‑Boom Anfang dieses Jahres stattfand, bemerkten viele, dass der steigende Ether‑Preis und hohe Netzwerkauslastung zu einem Anstieg der Gasgebühren führten – die Kosten, die für die Ausgabe eines Smart Contracts bezahlt werden.
Im Markt für digitale Wertpapiere sind Gasgebühren, im Gegensatz zur NFT‑Welt, nicht so stark problematisch. Diese Kosten werden in der Regel vom registrierten Händler, der die Wertpapiertransaktion vermittelt, getragen.
Diejenigen, die Kapital durch die Ausgabe von Wertpapieren auf der Blockchain beschaffen, sind bereit, die Gasgebühren selbst dann zu zahlen, wenn sie am höchsten sind, da diese Kosten immer noch nur einen Bruchteil traditioneller Methoden ausmachen.
Kurz gesagt, Gasgebühren stellen für eine Einzelperson, die Kunst für 500 $ verkauft (20 % Transaktionsgebühr), eine größere Belastung dar als für einen Emittenten, der 3.000.000 $ aufbringt (0,007 % Transaktionsgebühr).
To Wrap Up…
Das Minten von Token ist eine Entscheidung, die sowohl von Emittenten als auch von Broker‑Dealern getroffen wird. Beim Ausgeben digitaler Wertpapiere muss berücksichtigt werden, wie zukünftige Kapitalerhöhungen die Token‑Menge beeinflussen. Anschließend müssen Dividenden‑Wiederanlagepläne in diese Struktur integriert werden. Die Liquidität kann ebenfalls die Token‑Menge beeinflussen, wobei Split‑ oder Konsolidierungsereignisse die Marktgängigkeit der Wertpapiere verbessern. Sobald weitere Infrastruktur (wie dezentrale Börsen für digitale Wertpapiere) für regulierte Wallet‑zu‑Wallet‑Transaktionen verfügbar ist, wird das Minten von Token zunehmend notwendig werden.












