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Ist das traditionelle Finanzwesen ehrlicher als Krypto?

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Crypto vs TradFi

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Kryptowährungsbranche zumindest derzeit von Betrügereien und betrügerischen Aktivitäten durchdrungen ist. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass die traditionelle Finanzwelt ebenfalls nicht gerade ehrlich ist. Tatsächlich glauben viele, dass die Krypto‑Branche tatsächlich ehrlicher ist als das traditionelle Finanzwesen.

Krypto basiert auf Software‑Netzwerken, die traditionelle Finanzdienstleistungen wie Kreditvergabe, Kreditaufnahme, Derivatehandel und Versicherungen über Smart Contracts ermöglichen. Es verwendet Kryptografie zur Sicherheit und eliminiert den Mittelsmann bei Finanztransaktionen.

Dieser aufstrebende Sektor zielt darauf ab, das traditionelle Finanzwesen durch erlaubnislose und Open‑Source‑Protokolle zu transformieren. Während viele glauben, dass die weit verbreitete Einführung von Krypto die Landschaft zum Schlechteren verändern könnte, hat die bisher größte regulatorische Aufmerksamkeit für den Sektor die traditionellen Bedenken hinsichtlich Geldwäsche, Finanzkriminalität, Marktintegrität und dem Schutz von Investoren und Kunden fokussiert.

Ein Blick auf die Verbrechen von Krypto

Krypto‑Kritiker verweisen auf einen Anstieg von Verbrechen, die in den letzten Jahren Kryptowährungen einbeziehen, und nennen deren Nutzung als Zahlungsmittel für illegale Aktivitäten. Es wird argumentiert, dass die anonyme Natur von Kryptowährungen sie schwer nachverfolgbar macht. Infolgedessen nutzen Kriminelle zunehmend Kryptowährungen, um ihre Aktivitäten durchzuführen.

Wenn wir die kriminelle Seite des Bereichs betrachten, gibt es einige bemerkenswerte Fälle von Verbrechen im Krypto‑Sektor. Der prominenteste ereignete sich Anfang 2014, als die Krypto‑Börse Mt. Gox Opfer eines massiven Hacks wurde, was zum Verlust von über 850.000 BTC führte. Es war ein verheerender Schlag für die Krypto‑Gemeinschaft.

Weitere Vorfälle betreffen die japanische Börse Coincheck, die 2018 gehackt wurde und bei dem Token im Wert von satten 534 Millionen Dollar gestohlen wurden. Dann, 2019, brach QuadrigaCX, eine kanadische Börse, nach dem Tod ihres CEOs zusammen, der als einziger Zugang zu den privaten Schlüsseln hatte. Dies führte zum Verlust von Kryptowährungen im Wert von 190 Millionen Dollar.

Inzwischen zeigte der 2022 Crypto Crime Report des Blockchain‑Analyseunternehmens Chainalysis, dass Krypto‑bezogene Verbrechen 2021 neue Rekordhöhen erreichten, wobei im Laufe des Jahres 14 Milliarden Dollar an unrechtmäßig erworbenen Adressen eingingen, verglichen mit 7,8 Milliarden Dollar im Jahr 2020. Dieser Anstieg des Dollarwerts im Jahr 2021 stammt nicht aus den ursprünglichen durch illegale Aktivitäten generierten Beträgen, sondern aus dem anschließenden Preisanstieg von Krypto‑Assets.

Beispielsweise erlebten einige Krypto‑Assets, darunter Bitcoin, im Jahr 2021 erhebliche Wertsteigerungen, wodurch die gesamte Krypto‑Marktkapitalisierung die Schwelle von 3 Billionen Dollar überschritt und die Zahl der weltweiten Nutzer wuchs.

Das Wichtigste dabei ist, dass nur 0,15 % der Krypto‑Transaktionen im Jahr 2021 mit illegalen Aktivitäten verbunden waren, gegenüber 0,62 % im Jahr 2020. Es zeigt, dass das Wachstum legitimer Krypto‑Nutzung die Kriminalität „weit übertrifft“, da der Anteil illegaler Aktivitäten am Krypto‑Transaktionsvolumen noch nie so niedrig war.

TradFi ist tatsächlich schlimmer

Betrachten wir nun die Welt der traditionellen Finanzen (TradFi), ist die Situation weitaus schlimmer. Der Sektor ist von Korruption und Unehrlichkeit durchdrungen. Von Insiderhandel über Betrug bis hin zu Unterschlagung gibt es unzählige Beispiele für Finanzinstitute und Einzelpersonen, die unethisches und illegales Verhalten an den Tag legen.

TradFi existiert seit Jahrhunderten und ist die am häufigsten genutzte Form der Finanzplanung. Im Kern einer konventionellen Finanzwirtschaft steht ein Netzwerk von Intermediären, die verstreute Akteure verbinden. Paradigmatische Mittelsmänner sind Finanzinstitute wie Banken und Marktanbieter wie Wertpapierbörsen.

Es ist ein zentrales System, in dem eine Handvoll Personen oder Institutionen den Geld- und Informationsfluss kontrollieren. Diese zentrale Autorität kann das System leicht zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren. Darüber hinaus ist das traditionelle Finanzwesen oft undurchsichtig, sodass es für Menschen schwer nachzuvollziehen ist, wie ihr Geld verwendet wird. Das kann dazu führen, dass Menschen von den Machthabern ausgenutzt werden.

Traditionelle Finanzinstitute sollen Säulen des Finanzsystems sein, doch immer wieder begehen sie Straftaten. Das jüngste Beispiel ist der Fall von Wells Fargo, das zugestimmt hat, 3,7 Milliarden Dollar zu zahlen, um eine lange Liste von Vorwürfen beizulegen, die Verbraucher durch illegale Gebühren und Zinsen bei Hypotheken und Autokrediten sowie falsch berechnete Überziehungsgebühren auf Spar- und Girokonten geschädigt haben.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Banken für Fehlverhalten bestraft werden. Beispielsweise wurde JPMorgan Chase 2012 mit einer Geldstrafe von 2,6 Milliarden Dollar belegt wegen seiner Rolle im Madoff‑Ponzi‑Schema. Und 2016 wurde die Deutsche Bank (DB ) mit einer Strafe von 7,2 Milliarden Dollar für Missbrauch im Hypothekenbereich belegt.

Tatsächlich ist dieses zentrale System so von Betrug durchdrungen, dass die Top‑10‑Bankinstitute, darunter Bank of America (BAC ), JP Morgan Chase, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs, Deutsche Bank, Credit Suisse, Morgan Stanley und NatWest (NWG )  Group, seit 2000 insgesamt mehr als 7.150 Strafverfahren mit einer Summe von fast 350 Milliarden Dollar verzeichnet haben, so Violation Tracker.

Die Strafverstöße dieser Banken reichen von Betrug, Bankverstößen, dem False‑Claims‑Act, missbräuchlichen toxischen Wertpapieren, Verstößen gegen den Anlegerschutz, Preisabsprachen oder wettbewerbswidrigen Praktiken, Verstößen gegen Wirtschaftssanktionen, Mängeln im Bereich Geldwäschebekämpfung, dem Foreign‑Corrupt‑Practices‑Act und weiteren.

Es ist klar, dass Banken von den zu zahlenden Strafen nicht abgeschreckt werden. Sie setzen illegale Aktivitäten fort, wohl wissend, dass sie erwischt und bestraft werden. Denn die Geldstrafen sind für Banken einfach ein Kostenfaktor des Geschäfts. Schließlich können sie Milliarden‑Dollar an Gewinnen erzielen, selbst nachdem sie Milliarden an Strafen gezahlt haben.

(GS ) (MS )

Deshalb ist es wichtig, strengere Regulierungen für die Bankenbranche einzuführen. Das aktuelle System funktioniert nicht, da Banken weiterhin illegale Aktivitäten ausüben. Es ist an der Zeit, härtere Strafen zu verhängen, um sie vom Gesetzesbruch abzuhalten. Stattdessen konzentrieren sich die Regulierungsbehörden jedoch darauf, die aufstrebende Krypto‑Branche zu ersticken, die TradFi disruptieren will.

Die Heuchelei anti‑Blockchain‑Regulierer

In jüngerer Zeit steht der Krypto‑Sektor unter intensiver Beobachtung durch Regulierungsbehörden, was angesichts des wachsenden Interesses von Privatanlegern und der Milliarden, die in den Sektor fließen, kaum überraschend ist.

Es ist jedoch heuchlerisch von anti‑Blockchain‑Regulierern, das Narrativ zu verbreiten, die Branche sei ein gefährlicher Betrug, während TradFi oft korrupter ist. Die Blockchain‑Branche basiert auf Transparenz und Dezentralisierung, während TradFi auf Zentralisierung und Manipulation beruht. Die Blockchain‑Branche ist offen und inklusiv, während TradFi geschlossen und exklusiv ist. Die Blockchain‑Branche zielt darauf ab, die Menschen zu befähigen, während TradFi die wenigen Mächtigen stärkt.

Da die Krypto‑Branche weiter wächst und sich entwickelt, versuchen Regulierungsbehörden, Schritt zu halten. Statt jedoch zu versuchen, diese neue Technologie und ihre zahlreichen positiven Implikationen zu verstehen, versuchen die Regulierer, den Krypto‑Sektor zu „ersticken“, indem sie es für Börsen und andere Unternehmen immer schwieriger machen, zu operieren. Das könnte verheerende Auswirkungen auf den Sektor haben.

Ein aktuelles Beispiel ist die US‑Senatorin Elizabeth Warren (D‑Mass.) mit einem Gesetzentwurf, der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung über Kryptowährungen eindämmen soll. Der Digital Asset Anti‑Money‑Laundering Act soll die „Risiken“ von Krypto mindern, führt jedoch genau das Gegenteil ein.

Wird das Gesetz verabschiedet, wird es die KYC‑Regeln ausweiten, sodass sie auf Krypto‑Teilnehmer, einschließlich Wallet‑Anbieter, Miner und Validatoren, angewendet werden. Das Gesetz wird FinCEN zudem erlauben, eine vorgeschlagene Regel umzusetzen, nach der Institutionen bestimmte Transaktionen mit nicht gehosteten Wallets melden müssen, bei denen der Nutzer die vollständige Kontrolle über den Inhalt hat, anstatt sich auf eine Börse oder einen Dritten zu verlassen.

Der Schwerpunkt des Gesetzentwurfs liegt auf finanzieller Überwachung und verbietet im Wesentlichen die Selbstverwahrung digitaler Assets, die den Nutzern die Kontrolle über ihr Eigentum gibt. Die Kryptowährungsbranche lehnt das Gesetz vehement ab, da es effektiv Amerikanern die Teilnahme an öffentlichen Blockchains verbieten würde.

Wenn die Krypto‑Branche reift, werden wir wahrscheinlich mehr von dieser schwerfälligen Regulierung seitens Regierungen weltweit sehen. Es besteht jedoch die Notwendigkeit, dass Regulierer einen ausgewogenen Ansatz für die Krypto‑Regulierung verfolgen.

Innovation im Finanzsektor ist für die Gesundheit der gesamten Wirtschaft unerlässlich. Dennoch sind Finanzregulierer häufig zurückhaltend, neue Technologien wie Kryptowährungen zu übernehmen.

Das ist bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Schließlich soll die Finanzregulierung Verbraucher und Investoren schützen, und neue Technologien können riskant sein. Doch wenn Regulierer zu vorsichtig vorgehen, riskieren sie, Innovation zu ersticken.

Kryptowährungen und Blockchain können tatsächlich helfen, Betrug und Korruption zu verhindern, Durchsetzungskosten durch leicht zugängliche Informationen zu senken und schnellere Verifizierungen zu ermöglichen. Darüber hinaus können sie bei der Überwachung von Implementierungen sowie deren Wirksamkeit und Effizienz unterstützen und so die Entwicklungswirkung erhöhen.

Bereits gibt es zahlreiche Blockchain‑Analyse- und Compliance‑Unternehmen, die Strafverfolgungsbehörden und Ermittlern dabei helfen, die Herkunft illegaler Gelder zu identifizieren und nachzuverfolgen.

Das Problem ist nicht Krypto, sondern menschliche Gier

Die Technologie hinter Bitcoin und anderen virtuellen Währungen, die Blockchain, ist ein offenes, verteiltes Ledger, das Transaktionen zwischen zwei Parteien effektiv, prüfbar und dauerhaft aufzeichnen kann.

Da die Blockchain das öffentliche Register aller mit Kryptowährung getätigten Transaktionen ist, ist sie durchsuchbar und kann zur Verfolgung aller Transaktionen verwendet werden.

Regulierer und Kritiker argumentieren jedoch, dass der Sektor besonders verlockend für Diebe sei, weil betrügerische Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können, was bei traditionellen Finanzsystemen in der Regel möglich ist. Dennoch waren die meisten jüngsten, Schlagzeilen erregenden Hacks Angriffe nicht auf die Blockchains selbst, sondern auf Börsen – Websites, auf denen Menschen Kryptowährungen kaufen, verkaufen und halten.

Viele der hochkarätigen Krypto‑Verbrechen sind einfach altmodische Betrugsmaschen, die ein neues Medium nutzen. Beispielsweise haben sich zahlreiche Ponzi‑Systeme und andere Anlagebetrugsmaschen in die Krypto‑Welt verlagert, um ahnungslose Investoren auszunutzen.

Das Problem ist nicht Krypto, sondern die anhaltende menschliche Gier, wie wir am Beispiel des Zusammenbruchs der Krypto‑Börse FTX sehen. Obwohl die Plattform auf den Versprechen der Blockchain‑Technologie basierte, war sie laut dem neuen CEO des insolventen Unternehmens, John J. Ray III, in diesem Monat bei einer US‑Kongressanhörung in Washington, DC, ein „altmodischer Unterschlagungsbetrieb“, der Geld von Kunden für eigene Zwecke nahm.

Dies lässt sich auch aus dem Bericht von Chainalysis ableiten, der feststellte, dass gestohlene Gelder, Cyberkriminelle und Betrugsmaschen die häufigsten Kriminalitätsarten im Krypto‑Sektor waren.

Der wachsende Trend der Bitcoinisierung

Mit der Reifung der Kryptowährungsbranche gibt es nun einen wachsenden Trend, dass Bitcoin sich von anderen digitalen Assets absetzt. Das liegt daran, dass Bitcoin auf der Idee basiert, Vertrauen aus der Gleichung zu entfernen.

Bitcoin wurde 2009 geschaffen, um das korrupte traditionelle Finanzsystem zu lösen. Der Schöpfer, das Pseudonym Satoshi Nakamoto, konzipierte Bitcoin als dezentrales, vertrauensloses Peer‑to‑Peer‑System, das Nutzern ermöglicht, Zahlungen zu senden und zu empfangen, ohne einen Dritten zu benötigen.

Die Kryptowährung wird durch Blockchain‑Technologie angetrieben, die sichere, transparente und manipulationssichere Transaktionen ermöglicht. Seit ihrer Einführung ist Bitcoin zur beliebtesten Kryptowährung der Welt geworden, mit Millionen von Nutzern und täglichen Transaktionen im Wert von Milliarden Dollar. Während das traditionelle Finanzsystem weiterhin von Korruption und Betrug geplagt ist, hat sich Bitcoin als vertrauenswürdige und zuverlässige Alternative etabliert.

In den letzten zehn Jahren hat Bitcoin Aufmerksamkeit von normalen Menschen und Regierungen weltweit erlangt. Selbst wenn die Kryptowährung letztlich scheitert oder auf der globalen Bühne eine geringere Rolle spielt, könnte sie grundlegend verändern, wie die Welt Währungen betrachtet. Das hat dazu geführt, dass einige Akteure der Branche Bitcoin als die reinste Form von Kryptowährung ansehen.

Das bedeutet nicht, dass andere Kryptowährungen nicht dem Ethos der Blockchain‑Industrie folgen, da andere digitale Assets, wie Ethereum, ebenfalls vertrauenslos sind und Smart Contracts sowie weitere komplexe Transaktionen ermöglichen.

Der Trend, Bitcoin von anderen digitalen Assets zu trennen, wird jedoch voraussichtlich anhalten, wenn die Branche reift und Investoren anspruchsvoller werden, insbesondere nach dem Zusammenbruch von FTX, der den Sektor zu seinen Wurzeln zurückführt.

Abschließendes Wort

Das traditionelle Finanzwesen wird von einer kleinen Gruppe von Personen kontrolliert, die das System leicht zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren können. Im Gegensatz dazu wird die Welt der Kryptowährungen oft für ihre Transparenz und Verantwortlichkeit gelobt. Da alle Transaktionen in einem öffentlichen Ledger aufgezeichnet werden, ist es für niemanden schwer, sich an unlauteren Aktivitäten zu beteiligen, ohne erwischt zu werden.

Also, welche ist ehrlicher – das traditionelle Finanzwesen oder Krypto? Wie zu sehen ist, hat Krypto das Potenzial, dank seiner dezentralen Natur und der Nutzung von Blockchain‑Technologie ehrlicher und transparenter zu sein als TradFi.

Obwohl die Kryptowährungsbranche nicht perfekt ist, ist sie in der Regel ehrlicher als das traditionelle Finanzwesen. Deshalb wenden sich immer mehr Menschen trotz der Risiken der Krypto zu.

Gaurav begann 2017 mit dem Handel von Kryptowährungen und ist seitdem in den Crypto-Raum verliebt. Sein Interesse an allem, was mit Kryptowährungen zu tun hat, hat ihn zu einem Schriftsteller spezialisiert auf Kryptowährungen und Blockchain gemacht. Bald fand er sich dabei wieder, mit Krypto-Unternehmen und Medienunternehmen zu arbeiten. Er ist auch ein großer Batman-Fan.