Digitale Vermögenswerte
Morgan Stanley’s MSBT: Die erste bankgeführte Bedrohung für IBIT?

Bitcoin‑ETFs sind ein wichtiges Finanzinstrument, um die Teilnahme an Bitcoin für Einzelpersonen oder Institutionen zu ermöglichen, die sonst aus persönlichen oder regulatorischen Gründen nicht in Bitcoin investieren möchten oder könnten. Sie stellen zudem einen bedeutenden Schritt in der Geschichte von Bitcoin und Krypto insgesamt dar, da Regulierungsbehörden und der Mainstream‑Finanzsektor zunehmend Kryptowährungen und Blockchain‑Technologie unterstützen.
Seit ihrer lang erwarteten Zulassung haben sich Bitcoin‑ETFs vervielfacht, mit mittlerweile einigen Dutzend am Markt. Nach dem Gesamtvolumen der verwalteten Vermögenswerte zählen jedoch nur wenige. Der klare Sieger ist der iShares Bitcoin Trust ETF, (IBIT ), mit mehr als 54 Mrd. $ an verwalteten Vermögenswerten – etwa so viel wie alle anderen Bitcoin‑ETFs zusammen – und dem zehnfachen Handelsvolumen des nächstgrößeren Bitcoin‑ETFs.

Quelle: ETFdb.com
IBITs dominante Position ist zu einem großen Teil mit seiner Verbindung zu BlackRock verknüpft, einem der größten und erfolgreichsten Vermögensverwaltungsunternehmen der Welt. Überlegene Liquidität, aggressive Vermarktung an institutionelle Investoren und niedrigere Gebühren trugen zu seinem Erfolg bei.
Der führende Bitcoin‑ETF spiegelt zudem BlackRocks starkes Engagement und seine Innovationen im Kryptobereich wider, da das Unternehmen beispielsweise einen gestakten Ethereum‑ETF aufgelegt hat.
IBIT könnte bald einen ernsthaften Konkurrenten sehen, mit dem Start von MSBT durch Morgan Stanley, dem ersten von einer Bank herausgegebenen Bitcoin‑ETF. Da Morgan Stanley Wealth Management etwa 8 T $ an verwalteten Vermögen betreut, könnte dies ein wichtiger Moment für Bitcoin‑ETFs sein, bei dem Banken für eine größere Portfolio‑Allokation in Bitcoin eintreten, sofern es sich um den eigenen ETF der Bank handelt.
Was ist MSBT? Morgan Stanley’s neuer Bitcoin‑ETF erklärt
Details zum regulatorischen Antrag für MSBT tauchten im Januar 2026 auf und verdeutlichten, dass der ETF ein „passives Vehikel ist, das Bitcoin direkt hält und versucht, dessen Preis anhand eines Benchmarks nachzuvollziehen, der aus aggregierten Spot‑Börsenaktivitäten abgeleitet wird.“
Weitere Offenlegungen im März 2026 bestätigen die Pläne, die Anteile an der NYSE unter dem Ticker MSBT zu notieren. Er wird mit einer Anfangsinvestition von 1 Mio. $ gegründet.
Im Gegensatz zu früheren Bitcoin‑ETFs ist dies das erste Mal, dass eine Bank einen Bitcoin‑ETF direkt unter ihrem eigenen Namen notiert, anstatt über einen Vermögensverwalter wie BlackRock, und verknüpft damit ihre etablierte Glaubwürdigkeit als angesehene Finanzinstitution mit Bitcoin.
Der ETF ist noch nicht genehmigt, und es wird voraussichtlich noch einige Monate dauern, bis er genehmigt wird.
IBIT vs. MSBT: Gebühren, Verwahrung und Liquidität im Vergleich
Beide ETFs besitzen Bitcoins direkt und vermeiden den Einsatz von Derivaten wie Futures. Das bietet eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, Bitcoin‑Exposure zu erhalten, ohne ein Krypto‑Wallet oder andere Methoden zur eigenen Aufbewahrung des digitalen Vermögenswerts nutzen zu müssen.
Dies ändert die Situation potenziell für alle Bitcoin‑ETFs, da zuvor jede Empfehlung von Morgan Stanley‑Finanzberatern, die Bitcoin‑ETFs empfahlen, die ETFs anderer Unternehmen wie die von BlackRock an ihre Vermögensverwaltungskunden weiterleitete.
| Merkmal | IBIT (iShares) | MSBT (Morgan Stanley) |
|---|---|---|
| Managementgebühr | 0.25% | 0.24% (Gerüchte) |
| Startanreiz | Abgelaufen | 0% Gebühr (Erste $5 Mrd / 6 Monate) |
| Bitcoin‑Verwahrer | Coinbase Prime | Coinbase Custody |
| Verwaltung/Bargeld | BlackRock Internal | BNY Mellon |
| Struktur | Von Vermögensverwalter geführt | Von Bank ausgegeben (Direkt) |
Der $8T‑Faktor: Wie MSBT Vermögen zu Bitcoin umleiten könnte
Wie bereits erwähnt, verwaltet Morgan Stanley Wealth Management etwa 8 T $ an Vermögenswerten. Derzeit empfiehlt es eine Bitcoin‑Allokation von 0–4 %.
Da die Bank jedoch Bitcoin nun direkt mit ihrem eigenen ETF und Namen unterstützt, ist es wahrscheinlich, dass sich diese Empfehlung in naher Zukunft ebenfalls weiterentwickeln wird. Schon die Anhebung der Mindestempfehlung auf 1 % oder 2 % könnte eine große Veränderung darstellen, da nur ein kleiner Teil der gesamten von Morgan Stanley verwalteten Vermögenswerte ausreichen würde, um im Bitcoin‑ETF‑Bereich für Aufsehen zu sorgen.
Mit etwa 15 000 bis 16 000 Finanzberatern, die für die Bank tätig sind, verfügt sie über erheblichen Einfluss. Im Gegensatz dazu ist BlackRocks IBIT auf externe Berater in Hunderten von Unternehmen angewiesen, um empfohlen zu werden.
Schon 1 % der von Morgan Stanley verwalteten Vermögenswerte, die in MSBT fließen, würden 80 Mrd. $ ausmachen – mehr als IBIT heute. Und 2 % entsprächen 160 Mrd. $, das sind das Dreifache von IBIT und das 1,5‑fache aller derzeitigen Bitcoin‑ETFs zusammen.
MSBT’s reale Auswirkung?
Wie viel Geld in MSBT fließen wird, bleibt abzuwarten. Die meisten traditionellen Bankkunden sind eher konservativ und könnten zögern, mehr Vermögen in Bitcoin zu investieren. Gleichzeitig lassen sie sich jedoch stark von Finanzberatern beeinflussen, zu denen sie oft über Jahrzehnte hinweg Vertrauen und Beziehungen aufgebaut haben.
Insgesamt sollte dies als positiv für Bitcoin angesehen werden, wahrscheinlich jedoch als leichter Nachteil für IBIT, das gerade einen neuen ernsthaften Konkurrenten erhalten hat, wobei das genaue Ausmaß der Auswirkungen noch unklar ist.
MSBT könnte zudem lediglich der Anfang für Morgan Stanley im Kryptobereich sein.
Laut einer regulatorischen Einreichung im Januar 2026 gibt es zudem mögliche zukünftige Ethereum‑ und Solana‑ETF‑Anträge der Bank.
Die Bank plant außerdem, im ersten Halbjahr den Einzelhandels‑Krypto‑Handel über ihre E*Trade‑Plattform anzubieten.
Wird MSBT die Bitcoin‑Preise 2026 steigen lassen?
Insgesamt war die Einführung komplexer Finanzinstrumente rund um Bitcoin ein zweischneidiges Schwert für die führende Kryptowährung und Krypto insgesamt.
Einerseits ist dies ein Symbol dafür, wie normalisiert und „Mainstream“ Krypto geworden ist – ein massiver Wandel, der es zu einem legitimen Finanzvermögen macht, nach Jahren heftiger Angriffe durch Banken und Regulierungsbehörden.
Andererseits haben Werkzeuge wie Futures einen Sekundärmarkt geschaffen, in dem „Papier‑Bitcoins“ gehandelt werden können, ohne dass tatsächlich Bitcoin den Besitzer wechselt. Das kann künstliche „Liquiditätsschwämme“ erzeugen, die die Preisfindung und die Preise allgemein beeinträchtigen – ein Problem, das Anleger in Rohstoffen (einschließlich Gold und Silber) kennen.
MSBT ist jedoch kein solches Derivatprodukt. Der ETF wird Bitcoins direkt im Auftrag seiner Kunden kaufen und sie bei Coinbase verwahren.
Wenn er also dank des Rufs der Bank und ihres enormen Netzwerks von Finanzberatern sowie des verwalteten Vermögens erhebliches Kapital anzieht, könnte dies eine große neue Nachfragequelle für Bitcoin schaffen und zur Preisrückkehr nach dem jüngsten Einbruch beitragen.
Nur der Anfang?
Es ist ebenfalls möglich, dass andere Großbanken diesen ETF gegenüber IBIT bevorzugen oder eigene Bitcoin‑ETFs auflegen, falls Morgan Stanleys Strategie erfolgreich ist. Schließlich entsprechen 0,25 % von 50 Mrd. $ verwaltetem Vermögen immer noch 125 Mio. $ an Verwaltungsgebühren, und MSBT könnte noch größer werden …
Daher beobachten wahrscheinlich die Bank of America, Goldman Sachs und andere die Entwicklung aufmerksam und könnten bald ihre eigenen Bitcoin‑ETFs ihren Kunden anbieten, wodurch ein weiterer kleiner Prozentsatz von Billionen an Vermögenswerten in Bitcoin fließen würde.
Somit wird ein großer Teil der Auswirkung von MSBT auf den Bitcoin‑Preis davon abhängen, wie erfolgreich sein Start verläuft und wie aggressiv Morgan Stanley ihn seinen Kunden bewirbt, was in den kommenden Monaten klar werden wird.
Insgesamt sollte der bevorstehende Start von MBST die Bitcoin‑Preise unterstützen, jedoch mit einer mittelfristigen Wirkung, da es Monate dauern wird, bis MBST genehmigt wird, und noch länger, bis mögliche zukünftige ähnliche Bitcoin‑ETFs anderer großer Banken entstehen.











