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Kryptomärkte schütteln im Juli den makroökonomischen Druck ab, während sie nach regulatorischer Klarheit streben

Bitcoin fiel am Montag, dem 24. Juli 2023, erstmals seit dem 21. Juni kurz unter 29.000 Dollar. Später in der Woche erholte sich der Kurs am Mittwoch im Umfeld des US-Zinsentscheids leicht. Die Federal Reserve erhöhte den Leitzins nach der FOMC-Sitzung erwartungsgemäß um 25 Basispunkte.
Die Zielspanne für die Federal Funds Rate stieg damit auf 5,25–5,50 Prozent, den höchsten Stand seit 2001. Es war die elfte Erhöhung im Straffungszyklus, nach der Pause im Juni. Die Kryptokurse bewegten sich in einer begrenzten Spanne; Berichte über eine mögliche SEC-Anfechtung von Teilen des Ripple-Urteils sorgten für Unsicherheit.
Als mögliche Impulse für risikoreiche Anlagen standen in den nächsten Tagen US-Arbeitsmarktdaten und Quartalsberichte von Unternehmen aus dem S&P 500 an.
„Diese Woche stehen viele wichtige Arbeitsmarktdaten an“, schrieb The Kobeissi Letter am 30. Juli auf X. Der Kalender umfasste den ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe und die JOLTS-Daten zu offenen Stellen am Dienstag, dem 1. August , die ADP-Beschäftigungsschätzung am Mittwoch, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag und den Beschäftigungsbericht für Juli am Freitag.
Bitcoin steuerte im Juli auf seinen zweiten Verlustmonat 2023 zu
Dem ursprünglichen Marktbericht zufolge fiel Bitcoin am Freitag, dem 28. Juli, auf etwa 29.200 Dollar und stabilisierte sich zum Wochenende. Viele Altcoins gaben ebenfalls ihre Gewinne vom Donnerstag ab und blieben am Samstag nahezu unverändert.
Am Sonntagmorgen, dem 30. Juli, stieg Bitcoin auf etwa 29.400 Dollar und näherte sich den Kursniveaus vom Donnerstag.

BTC/USD-Kursdiagramm. Quelle: TradingView
Laut den zitierten Coinglass-Daten gewann Bitcoin im Juni rund 12 Prozent und im zweiten Quartal 7,2 Prozent. Weniger als 36 Stunden vor Monatsende deutete sich für Juli der zweite Verlustmonat 2023 an. Im Mai war Bitcoin nach dem starken ersten Quartal um etwa 7 Prozent gefallen.

Rocket Pool (RPL), Fantom (FTM) und ApeCoin (APE) gehörten in der damaligen Momentaufnahme zu den größten Verlierern unter mittelgroßen und großen Altcoins. Über etwa 30 Tage lagen die Verluste bei rund 20, 19 beziehungsweise 14 Prozent.

Kursdiagramm von RPL, FTM und APE
Auch Render (RNDR) und Stacks (STX) verzeichneten in diesem Vergleich zweistellige prozentuale Verluste.
Altcoins im Blickpunkt
Optimism (OP) und Bitcoin SV (BSV) waren in der Momentaufnahme vom Sonntag die stärksten 24-Stunden-Gewinner unter den hundert größten Kryptowährungen, mit etwa 11 und 8 Prozent. Zugleich nahm die Spekulation um Memecoins wie BALD, COIN und BASED zu, die kurz zuvor auf Base erschienen waren. Das Ethereum-Layer-2-Netzwerk von Coinbase war seit dem 13. Juli für Entwickler geöffnet, der allgemeine Publikumsstart folgte jedoch erst am 9. August 2023.
Auch MakerDAOs Governance-Token MKR rückte durch gemeldete große Tokenbewegungen in den Blickpunkt. Lookonchain berichtete am 26. Juli, der Risikokapitalinvestor Paradigm habe 3.000 MKR aus dem Staking gelöst. Dies war weder eine Börseneinzahlung noch ein belegter Verkauf. Der ursprüngliche Bericht erwähnte zudem eine Coinbase-Einzahlung von MKR im Wert von etwa 9,7 Millionen Dollar durch a16z. Im März hatte Paradigm demselben Onchainbeobachter zufolge 26.625 MKR bei Coinbase eingezahlt. Auch eine Börseneinzahlung allein belegt keinen ausgeführten Verkauf.
Anlageprodukte auf Basis von Altcoins
CCData meldete in seinem Überblick für Juli 2023 ein höheres verwaltetes Vermögen bei XLM-, XRP- und SOL-Produkten. Bei XLM stieg es um 62,7 Prozent auf 17,3 Millionen Dollar, bei XRP um 33,2 Prozent auf 65,7 Millionen und bei SOL um 55,7 Prozent auf 87,8 Millionen. Die Angaben betrafen monatliche Veränderungen des verwalteten Vermögens, keine Zuflüsse seit Jahresbeginn.

Kursentwicklung von XLM, SOL und XRP im Juli
Die Stellar Development Foundation veröffentlichte in dieser Woche eine Vorstellung der von ihr bei The Block beauftragten Untersuchung zu Zugängen zwischen Bargeld und Kryptowerten. Sie hob Stellars großes Off-Ramp-Netz hervor, über das digitale Werte in lokale Währung umgewandelt werden können. Der etwa 30-tägige Kursvergleich des ursprünglichen Berichts zeigte rund 52 Prozent Gewinn für XLM, 49 Prozent für XRP und 30 Prozent für SOL.
Memecoins: DOGE und SHIB
Der Twitter‑Besitzer Elon Musk kündigte am Montag, dem 24. Juli 2023, die Umbenennung von Twitter in X und ein neues Logo an. Er ergänzte sein Profil zudem um das mit Dogecoin verbundene Zeichen „Г. Dies belebte Spekulationen über DOGE-Zahlungen in der geplanten Mehrzweck-App; es bedeutete nicht, dass diese Zahlungsfunktion bereits verfügbar war.
Musk hatte zuvor DOGE als Zahlungsoption für Twitter Blue vorgeschlagen. Dogecoin erzielte am Dienstag zweistellige Kursgewinne, laut ursprünglichem Bericht den stärksten Tagesanstieg seit mehr als drei Monaten. Die zitierte CoinMarketCap-Momentaufnahme zeigte rund 11 Prozent Gewinn über sieben und 24 Prozent über 30 Tage.

Kursdiagramm von DOGE und SHIB
Shiba Inu (SHIB) erhielt auch wegen einer Testversion der Ethereum-Brücke von Shibarium Aufmerksamkeit. Die Verbindung zwischen dem geplanten Layer-2-Netzwerk und Ethereum war Teil der Bemühungen, Anwendungen über den Memecoin-Status hinaus zu schaffen. Entwickler nannten virtuelle Welten und Spiele als mögliche Einsatzfelder für BONE, SHIB und LEASH.
Ausschüsse des Repräsentantenhauses billigten Kryptogesetzentwürfe
Zwei Ausschüsse des US-Repräsentantenhauses unterstützten in dieser Woche Gesetzgebung zur Aufsicht über die Kryptobranche. Der Finanzdienstleistungsausschuss stimmte am Mittwoch, dem 26. Juli, für den Financial Innovation and Technology for the 21st Century Act (FIT21). Der Landwirtschaftsausschuss unterstützte den Entwurf zu Marktregeln für digitale Vermögenswerte am Donnerstag. Das waren Ausschussentscheidungen, kein bereits geltendes Gesetz.
FIT21 erhielt im Finanzdienstleistungsausschuss Unterstützung aus beiden Parteien, blieb aber umstritten. Der Entwurf sollte unter anderem die CFTC-Befugnisse bei digitalen Vermögenswerten erweitern. Kritiker warnten vor Unklarheiten und einer möglichen Schwächung des durch das Wertpapierrecht gewährten Verbraucher- und Anlegerschutzes.
Der Finanzdienstleistungsausschuss billigte am Mittwoch auch Tom Emmers Blockchain Regulatory Certainty Act. Dieser betraf die regulatorische Behandlung von Blockchainentwicklern und Netzwerken, die keine Kundenvermögen verwahren. Eine frühere Fassung war in der vorherigen Legislaturperiode nicht über den Ausschuss hinausgekommen.
Gesetzentwurf zu Stablecoins
Am Donnerstag, dem 27. Juli, behandelte der Finanzdienstleistungsausschuss einen Regulierungsentwurf für Zahlungsstablecoins. Die Verhandlungen zwischen Republikanern, Demokraten und dem Weißen Haus gerieten ins Stocken. Vorsitzender Patrick McHenry warf dem Weißen Haus Einwände gegen Bestimmungen und fehlende Dringlichkeit vor.
Die Demokraten Maxine Waters und Stephen Lynch kritisierten ihrerseits die Republikaner wegen übermäßiger Eile und der Übergehung anderer Beteiligter. Trotz der Differenzen billigte der Ausschuss den Entwurf mit 34 zu 16 Stimmen. Weitere parlamentarische Schritte standen noch aus.
Neue Regeln zur Meldung von Cybervorfällen
Die SEC beschloss am 26. Juli 2023 außerdem neue Berichtspflichten zur Cybersicherheit. Für die erfassten inländischen börsennotierten Unternehmen ist eine Meldung auf Form 8-K grundsätzlich binnen vier Geschäftstagen erforderlich, nachdem sie einen Vorfall als wesentlich für Anleger eingestuft haben. Ein Aufschub ist möglich, wenn der US-Justizminister schriftlich feststellt, dass eine sofortige Veröffentlichung ein erhebliches Risiko für die nationale oder öffentliche Sicherheit darstellen würde. Hinzu kommen jährliche Angaben zu Risikomanagement, Strategie und Aufsicht bei Cybersicherheit. Die Pflichten wurden schrittweise eingeführt und galten nicht sofort am Beschlusstag.












