Digitale Vermögenswerte
Hederas Entwicklungen 2023: EVM, Identitätstoken und ein KI-Beispiel

Hedera ist ein verteiltes Register auf Grundlage von Hashgraph und unterstützt Smart Contracts. Dieser Artikel betrachtet Entwicklungen, die 2023 vorgestellt wurden, und ihre Bedeutung. Das Netzwerk bietet sowohl eine EVM-Umgebung als auch eigene native Dienste. Seine Eignung hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Weiterentwicklung der EVM-Kompatibilität
Hedera erläuterte im Juni 2023 seine Strategie zur Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine. Solidity und Vyper lassen sich zu EVM-Bytecode kompilieren. Entwickler müssen jedoch prüfen, welche Funktionen die Zielumgebung unterstützt. Die EVM-Unterstützung begann nicht erst mit der Veröffentlichung dieses Artikels.
Ziel war es, Entwicklern mit Erfahrung in Ethereum-Werkzeugen den Einstieg zu erleichtern. Kosten, Leistung und Sicherheit hängen von der Umsetzung ab. Eine in Dollar ausgewiesene Gebührenordnung bedeutet keinen unveränderlichen HBAR-Betrag. Schnelle Finalität bedeutet auch nicht, dass keinerlei Verzögerung auftritt.

Quelle: Hedera-Website
JSON-RPC Relay stellt eine vertraute Schnittstelle für EVM-Werkzeuge bereit. HIP-206, HIP-358, HIP-376 und HIP-514 sind Verbesserungsvorschläge zum Zusammenspiel von HTS und Smart Contracts, keine vier neuen ERC-20-Tokenstandards. Unterstützte HTS-Funktionen lassen sich über ERC-20- und ERC-721-Schnittstellen ansprechen.
Token für Identität und Qualifikationen
Hederas Veröffentlichungen aus dem Jahr 2023 behandelten KYC/KYB-Token sowie Badge-Token für Qualifikationen oder Teilnahme. Dies waren Beispiele für digitale Nachweise, kein Beleg dafür, dass sämtliche bisherigen Identitätsprüfungen entfallen könnten.
KYC und KYB
KYC betrifft die Überprüfung von Personen, KYB die von Unternehmen. Ein Dienst kann Angaben außerhalb des Registers prüfen und einen Token ausstellen, der die erfolgte Prüfung nachweist. Nutzer müssen deshalb nicht alle persönlichen Daten veröffentlichen oder mit jeder Anwendung teilen. Identitätsprüfung und das Erkennen von Bots sind zudem unterschiedliche Aufgaben.
Nachweise für Qualifikationen und Teilnahme
Ein Badge-Token kann eine abgeschlossene Ausbildung, Teilnahme oder Leistung dokumentieren. Sein Aussagewert hängt vom Inhalt und vom Aussteller ab. Ein selbst ausgestelltes Abzeichen bestätigt nicht automatisch eine extern anerkannte Qualifikation.
Solche Nachweise können Bestandteil eines digitalen Kompetenzprofils sein. Angaben oder Links in den Metadaten eines Tokens beweisen für sich genommen nicht, dass die Aussagen zutreffen.
Ein Nachweis kann auch die Nutzung eines Dienstes oder die Teilnahme an einem Netzwerk beschreiben. Dies sind mögliche Anwendungen, kein Beleg dafür, dass alle Hedera-Knoten dasselbe System verwenden oder dass ein Token einen amtlichen Ausweis ersetzt.
Digitale Nachweise können die wiederholte Weitergabe von Daten reduzieren. Der Datenschutz hängt jedoch von der konkreten Lösung ab. Zero-Knowledge-Beweise können gezielt eingebaut werden, sind aber nicht automatisch Bestandteil jedes Identitätstokens. Der ursprüngliche Prüfdienst kann weiterhin personenbezogene Daten verarbeiten. Sensible Angaben sollten nicht unnötig in einem öffentlichen Register gespeichert werden.
Das Sicherheitsmodell für Smart Contracts
Hedera stellte 2023 die zweite Version des HSCS-Sicherheitsmodells vor. Sie präzisierte die Autorisierungsgrenzen zwischen Verträgen und den nativen Netzwerkdiensten. Dadurch wurden nicht automatisch alle Anwendungen sicher.
Besu EVM und eine für Hedera angepasste Speicherung gehörten bereits zu Smart Contracts 2.0. Die Sicherheitsänderung von 2023 war weder die erstmalige Einführung von Besu noch eine automatische Unterstützung sämtlicher Ethereum-Aktualisierungen.
Hedera beschrieb die Speicherung in einem optimierten virtuellen Merkle-Baum und eine Finalität von etwa 2–3 Sekunden. Das bedeutet nicht, dass das Sicherheitsupdate jeden Vertrag um mehrere Sekunden beschleunigte. Entwickler müssen die geänderten Autorisierungsregeln testen.
Ein historisches ChatGPT-Beispiel aus dem Jahr 2023
Ed Marquez veröffentlichte im Juni 2023 eine Anleitung für ein ChatGPT-Plugin, das HBAR- und Tokenbestände von Hedera-Konten abfragen konnte. Das war ein Entwicklerbeispiel, keine Beteiligung von ChatGPT am Netzwerkkonsens.
Das Beispiel verband eine Gesprächsoberfläche mit einem separaten Dienst und der Hedera Mirror Node REST API. Die Anleitung von 2023 ist keine aktuelle Installationsanleitung und garantiert nicht, dass dieselben Funktionen heute verfügbar sind.
Die Aktualität der Informationen hängt von der API und ihren Verzögerungen ab. Eine KI-Antwort validiert das Netzwerk nicht und legt weder die Konsensreihenfolge noch die Hedera-Zeitstempel selbst fest. Die Integration kann Informationen von Netzwerkdiensten abrufen und darstellen.
KI und Hedera Token Service
Hedera Token Service unterstützte die Erstellung fungibler Token und NFTs bereits vor diesem KI-Beispiel. Für den nativen Dienst ist nicht zwingend ein eigener Solidity-Vertrag nötig; erforderlich sind jedoch die richtigen API-Aufrufe, Schlüssel und Berechtigungen. KI kann bei Oberflächen oder Codeentwürfen helfen, aktualisiert aber nicht selbstständig das Protokoll und ersetzt keine Überprüfung.
Hederas Entwicklung bewerten
EVM-Werkzeuge, native Dienste und digitale Nachweise eröffnen unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Kompatibilität, Kosten, Autorisierung und Sicherheit sollten gemeinsam bewertet werden. Neue Funktionen garantieren weder eine stärkere Nutzung noch einen höheren HBAR-Kurs.
Weitere Informationen bietet unser Investment-Leitfaden zu Hedera.












