Digitale Vermögenswerte
Was sind Mixer/Tumbler und warum werden sie angegriffen?

Vor zwei Tagen hat das US-Finanzministerium Sanktionen gegen Tornado Cash verhängt – einen beliebten Mixer für digitale Vermögenswerte, dem vorgeworfen wird, seit seiner Einführung vor drei Jahren 7 Mrd. $ gewaschen zu haben. Angesichts dieser jüngsten Entwicklung werfen wir einen kurzen Blick darauf, was ein digitaler Asset-Mixer ist, warum die Behörden ihn nicht mögen und was Sie dagegen tun können.
Knapp
Was ist wohl das wichtigste und am weitesten verbreitete wertvolle Gut in der heutigen Welt? Es ist weder USD, Gold noch (noch) Bitcoin. Vielmehr würden viele sagen, dass es Daten/Informationen sind. Wir leben in einer zunehmend digitalen Welt, in der jeder Klick und jeder Kauf verfolgt wird – wodurch Unternehmen umfangreiche Profile von Bürgern erstellen können, Medien manipuliert werden, Ausgabengewohnheiten analysiert und zukünftige Handlungen/Reaktionen prognostiziert werden. Infolgedessen ist finanzielle Privatsphäre ziemlich selten geworden, sodass viele zu digitalen Vermögenswerten greifen, um ein Stück des Verlorenen zurückzugewinnen.
Allerdings ist die Vorstellung, dass Anonymität in digitalen Vermögenswerten eingebaut sei, ein hartnäckiger Glaube, der ausgeräumt werden muss. Die meisten Blockchains sind transparente öffentliche Ledger, in denen jede Transaktion für die Welt sichtbar aufgezeichnet wird. Obwohl Anonymität nicht selbstverständlich ist, bedeutet das nicht, dass sie nicht durch verschiedene Mittel erreicht werden kann – hier kommen Mixer/Tumbler ins Spiel.
Was ist ein Mixer/Tumbler?
Digitale Asset-Mixer/Tumbler sind Dienste, die dazu dienen, Herkunft und Ziel von Werttransaktionen zu verschleiern/zu verbergen. Diese Dienste werden sowohl von zentralen Unternehmen als auch von dezentralen Protokollen angeboten.
Wie funktionieren sie?
Während der Weg von BTC von Wallet zu Wallet nachverfolgt werden kann, ist jedes Token tatsächlich nicht von den anderen zu unterscheiden – ein Phänomen, das als Fungibilität bekannt ist. Mixer/Tumbler nutzen in der Regel diese Fungibilität, um Anonymität zu bieten, indem sie als Zwischenstelle in Transaktionen fungieren.
Diese Dienste akzeptieren BTC aus verschiedenen Transaktionen, werfen sie im Wesentlichen in einen großen Topf und schließen die Transaktion ab, indem sie die entsprechende Menge BTC an das gewünschte Ziel senden. Durch das Aufbrechen der Kette zwischen Herkunft und Ziel, zusammen mit der Fungibilität von BTC, wird Anonymität ermöglicht.
Es ist wichtig zu beachten, dass dezentrale Mixer zwar wahre Anonymität (oder zumindest plausible Abstreitbarkeit) bieten können, bei der Nutzung einer zentralen Variante jedoch das gesamte Vertrauen in das vermittelnde Unternehmen gesetzt wird. Das bedeutet, darauf zu hoffen, dass das Unternehmen nicht nur nicht Ihre Vermögenswerte stiehlt, sondern auch keine identifizierenden Daten speichert.
Zweiseitige Medaille
Obwohl es an diesem Punkt offensichtlich sein mag, sind Mixer eine zweischichtige Medaille. Ja, solche Dienste können den Nutzern ein Stück Privatsphäre zurückgeben, das im digitalen Zeitalter verloren ging. Sie sind jedoch auch ein unwiderstehlich attraktiver Ausweg für Kriminelle, die Geld waschen wollen – und genau deshalb stehen sie unter Beschuss.
Diese Möglichkeit, kriminelle Aktivitäten zu unterstützen, hat nicht nur zu den jüngsten Sanktionen gegen Tornado Cash geführt, sondern erstreckt sich auch auf verschiedene Börsen, die solche Dienste auf die schwarze Liste setzen. Zwei Börsen, die besonders gegen solche Dienste vorgegangen sind, sind Binance und Paxos – ein notwendiger Schritt, um den bestehenden Anti-Geldwäsche‑Gesetzen (AML) zu entsprechen.
Wohin können sich Datenschutzbefürworter von hier aus wenden?
Da Börsen sich weigern, mit Mixing‑Diensten zusammenzuarbeiten, Regierungen Sanktionen verhängen und die Privatsphäre insgesamt weiter abnimmt, wohin können digitale Asset‑Enthusiasten von hier aus gehen?
Derzeit gibt es verschiedene datenschutzorientierte Blockchains, die als Ersatz für die jetzt missbilligten funktionierenden Mixer weltweit genutzt werden können. Dazu gehören, aber nicht ausschließlich,
- Monero
- Verwendet RingCT, Stealth-Adressen, Ring-Signaturen, Transaktionen über TOR und mehr, um finanzielle Privatsphäre zu bieten.
- ZCash
- Selektive Datenschutzfunktionen, die es Absendern ermöglichen, zwischen geschützten und ungeschützten Transaktionen zu wählen
Selbst diese Optionen werden immer schwerer zugänglich, da Börsen seit mehreren Jahren schrittweise Datenschutz‑Coins delisten, um der Wut der Regulierungsbehörden zu entgehen.
Dann gibt es den Aufstieg dezentraler Börsen (DEXs). Obwohl sie den Handel ohne KYC ermöglichen können, ist die Technologie noch neu. Obwohl sie künftig ein brauchbarer Kandidat für den Schutz der Privatsphäre sein könnten, gibt es derzeit zu viele Sicherheitslücken, die zu einem Gefühl von Hack nach Hack nach Hack führen.
Insgesamt können Mixer aufgrund des Vertrauens, das bei der Nutzung eines zentralen Mixers in einen Dritten gesetzt wird, und der zunehmenden Aufmerksamkeit, die Behörden weltweit diesen Diensten schenken, eine gefährliche Option sein. Die unglückliche Realität ist, dass wir wahrscheinlich nie wieder echte Privatsphäre zurückgewinnen werden, und die teilweise Privatsphäre, die durch neue Entwicklungen wie das Lightning Network bereitgestellt wird, könnte für den durchschnittlichen digitalen Asset‑Enthusiasten das Beste sein, was es gibt.
Es gibt viele legitime Gründe, die eigene Privatsphäre zu wahren. Es ist schade, dass dies oft übersehen werden muss, um Fehlverhalten zu ahnden.












