Materialwissenschaft
Drehknicken könnte ultraresiliente chirale Strukturen freischalten

Forschende aus China und den USA untersuchten, wie sich kirale Metamaterialien beim Knicken verdrehen und unter Druck elastische Energie speichern und wieder abgeben können. Sie fertigten Proben aus Gummi und einer Titanlegierung mit 3D-Druck und verglichen diese mit anderen Gittern. Die Ergebnisse können bei der Konstruktion stoßdämpfender Strukturen helfen, belegen aber noch keine einsatzfähigen Medizin- oder Industrieprodukte.
Was sind hochenthalpische elastische Metamaterialien und warum sind sie wichtig
Die Eigenschaften eines elastischen Metamaterials hängen nicht nur vom Ausgangsmaterial ab, sondern auch von seiner gezielt entworfenen inneren Geometrie. Kann sich eine Struktur nach einer Belastung zurückstellen, kommt sie möglicherweise für wiederholt beanspruchte Bauteile infrage. Ihre Leistung hängt von Form, Material und Belastungsart ab.
Die Herausforderungen für die nächste Generation von Metamaterialien
Viele Gitter knicken plötzlich ein oder brechen und erholen sich danach schlecht. Deshalb genügt es nicht, allein die maximale Festigkeit zu messen: Auch das Verhalten nach dem Knicken ist entscheidend. Das Forschungsteam suchte eine Geometrie, die viel Energie speichert und dennoch elastisch zurückkehrt.
Einführung von Drehknicken: Ein Wendepunkt im Metamaterial-Design
Die in Nature veröffentlichte Studie „Große rückgewinnbare elastische Energie in chiralen Metamaterialien durch Drehknicken“1 analysiert frei drehbare chirale Einheitszellen. Bei Belastung wirken Druck, Verdrehung und Biegung zusammen und verändern die Speicherung elastischer Energie.

Quelle: Nature
Verstehen von chiralen Strukturen im Maschinenbau
Eine chirale Form lässt sich nicht mit ihrem Spiegelbild zur Deckung bringen, ähnlich wie links- und rechtsgängige Spiralen. Durch diese gerichtete Geometrie kann Druck entlang einer Achse eine Drehung auslösen. Die Arbeit nutzt diese Kopplung, um das mechanische Verhalten zu verändern.
Wie Drehknicken die Energiespeicherung und Belastbarkeit verbessert
Wird eine Probe zusammengedrückt und verdreht, biegen sich ihre Stäbe innerhalb und außerhalb der Strukturebene. Gleichzeitig werden sie verdreht und gestaucht. Die Forschenden untersuchten besonders das Verhältnis von Kraft und Verformung nach dem Knicken, um rückgewinnbare elastische Energie zu bewerten.
Torsionsbuckel-Deformation
Knicken gilt häufig als Beginn eines Versagens. In einer passend konstruierten chiralen Zelle kann es eine kontrollierte Verformung sein, die Last aufnimmt und Energie speichert. Dieser Vorteil entsteht nur in geeigneten Bereichen für Form und Verformung.
Drehknicken
Die untersuchten Zellen können sich beim Zusammendrücken drehen und dadurch ein Torsionsknicken erzeugen. Das Team verglich ein analytisches Modell mit Experimenten und prüfte, wie die Winkel und Verbindungen der Stäbe die Ergebnisse beeinflussen.
Verhalten nach dem Drehknicken
Im Mittelpunkt steht das Verhalten nach dem Knicken: Trägt die Struktur weiter Last, bleibt sie intakt und kehrt sie zurück? Erste und wiederholte Belastungen müssen ebenso getrennt betrachtet werden wie die Ergebnisse für Gummi und Metall.
Nicht immer besser
Chirale Geometrien sind nicht unter allen Bedingungen überlegen. Für einen fairen Vergleich müssen Material, Form, Spannungsniveau und Belastungsbereich übereinstimmen. Ein Gitter kann vor dem ersten Knicken mehr Last tragen, während in einer anderen Anwendung die Erholung danach wichtiger ist.
Experimenteller Nachweis: 3D-gedruckte chirale Strukturen erzielen Durchbruchsergebnisse
Die Forschenden druckten mehrere Gitter aus Stäben, Balken und Platten. Sie verwendeten Gummi und die Titanlegierung TC4 und verglichen die chiralen Proben unter Druck unter anderem mit Prisma- und Oktaedergittern.
Ergebnisse der Drehknick‑Tests
Die gemessene Torsionsknickung entsprach weitgehend dem analytischen Modell. Laut Nature-Artikel erzielte eine stabförmige chirale Struktur im Vergleich zu einem steifen Prismagitter etwa die 7,5-fache Knickfestigkeit. Die Vergleichsfaktoren für gespeicherte Energie hingen stark von der gewählten Referenzstruktur ab. Diese Werte gelten für definierte Proben und Prüfbedingungen, nicht für alle künftigen Produkte.
Vorteile des Drehknickens
Eine kontrollierte Verformung könnte gegenüber abrupt versagenden Strukturen Vorteile bieten. Für einen Einsatz als Stoßschutz müssten aber dynamische Lasten, Ermüdung, größere Bauteile und Temperatureinflüsse geprüft werden. Die Arbeit ist noch kein Produkttest.
Echtwelt-Anwendungen von Drehknick‑Metamaterialien
Mögliche Anwendungen sind Maschinenteile, die wiederholt zusammengedrückt werden, und stoßdämpfende Strukturen. Ob sie geeignet sind, hängt unter anderem von Verformungsbereich, Haltbarkeit, Fertigungskosten und Sicherheitsanforderungen ab.
Medizinisch
Auch in der Medizintechnik könnten flexible Konstruktionen interessant sein. In dieser Arbeit wurden jedoch weder Biosensoren noch Systeme zur Medikamentenabgabe getestet, und die Sicherheit für Menschen wurde nicht nachgewiesen. Dafür wären gesonderte biokompatible und klinische Prüfungen notwendig.
Industriell
In der Industrie könnte man solche Gitter für Stoßdämpfung oder wiederkehrende Lasten untersuchen. Chiralität spielt auch in anderer Nanotechnologie eine Rolle; daraus folgt nicht, dass diese Proben direkt als Katalysatoren oder Nanoröhren einsetzbar wären.
Die Zukunft der Metamaterialien: Was folgt nach dem Drehknicken?
An der Studie waren Forschende mehrerer Einrichtungen beteiligt, darunter Xin Fang, Dianlong Yu, Jihong Wen, Yifan Dai, Matthew R. Begley, Huajian Gao und Peter Gumbsch. Die Arbeit verband Modellierung, Probenfertigung und Druckversuche.
Zukunft des Drehknickens
Künftige Untersuchungen können andere Werkstoffe und Geometrien, wiederholte Lasten und größere Fertigungsmengen einbeziehen. Ob die gemessenen Eigenschaften zu vertretbaren Kosten industriell erreichbar sind, ist noch offen.
Investitionen in den Nanotechnologiesektor
Viele Unternehmen arbeiten an fortgeschrittenen Materialien. Die Veröffentlichung zeigt jedoch nicht, dass ein bestimmtes börsennotiertes Unternehmen ihre Ergebnisse vermarkten wird. Das folgende Firmenprofil ist ein separates Branchenbeispiel.
IBM
IBM (IBM ) entstand 1911 als Computing-Tabulating-Recording Company und nahm 1924 den Namen International Business Machines an. Das Unternehmen forscht in vielen Technologiebereichen, entwickelte aber nicht das in dieser Studie untersuchte chirale Gitter.
IBM Preisdiagramm
IBM ist an vielen Entwicklungen in der Computer- und Industrietechnik beteiligt. Diese Forschung zum Torsionsknicken wurde jedoch nicht von IBM durchgeführt und begründet keine direkte Aussage über seine Produkte.
IBM hält zahlreiche Patente und betreibt Forschung in unterschiedlichen Bereichen. Ein konkreter wirtschaftlicher Nutzen aus dem hier beschriebenen Metamaterial ist nicht belegt; eine Anlageentscheidung muss sich auf gesonderte Unternehmensdaten stützen.
Neueste Nachrichten zu IBM
Chirales Drehknicken: Ein stärkeres, intelligenteres Materialzeitalter einläuten
Die Studie zeigt, wie sich die rückgewinnbare elastische Energie eines 3D-gedruckten chiralen Metamaterials durch seine Geometrie erhöhen lässt. Der praktische Nutzen muss noch anhand wiederholter Belastung, größerer Maßstäbe, gleichbleibender Fertigungsqualität, Kosten und Sicherheit beurteilt werden. Die Originalarbeit ist unten verlinkt.jetzt.
Referenzierte Studien:
1. Fang, X., Yu, D., Wen, J., Dai, Y., Begley, M. R., Gao, H., & Gumbsch, P. (2025). Große rückgewinnbare elastische Energie in chiralen Metamaterialien durch Drehknicken. Nature, 639, 639–645. https://doi.org/10.1038/s41586-025-08658-z












