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Transparenz muss über Proof-of-Reserves hinausgehen

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Die Ereignisse der letzten Wochen haben so viel Aufmerksamkeit auf den Kryptobereich gelenkt. Die wichtigste kryptobezogene Diskussion drehte sich darum, wie zukünftige, FTX‑ähnliche Insolvenzen gemindert und die Gelder der Nutzer auf zentralisierten Börsen (CEX) sicher gestellt werden können. Große verwahrende Krypto‑Börsen haben versprochen, ihre unabhängig geprüfte Vermögensbasis zu veröffentlichen, die die digitalen Vermögenswerte zeigt, die sie halten, und wie diese Vermögenswerte zugeordnet sind; die unabhängige Prüfung der von einer CEX gehaltenen digitalen Vermögenswerte ist als Proof‑of‑Reserves (PoR) Audit bekannt.

Wie Proof-of-Reserves funktioniert

Das Konzept von Proof of Reserves geht über die bloße Veröffentlichung von Wallet‑Adressen und Behauptungen zu den Salden auf diesen Adressen hinaus. Die Trades und Vermögenswerte der CEX‑Nutzer werden nicht immer direkt auf der Blockchain aufgezeichnet; sie werden in einer zentralen, proprietären Datenbank gespeichert, die von der CEX kontrolliert wird; CEX‑Transaktionen werden erst dann auf der Blockchain verzeichnet, wenn eine Off‑Exchange‑Transaktion, die eine On‑Chain‑Aktivität erfordert, initiiert wird. Vor dem FTX‑Crash, der seitdem der Krypto‑Community die Augen geöffnet hat, um den Zugang zu vollständigen Vermögensaudits zu fordern, haben Krypto‑Börsen größtenteils ihre Vermögensdaten privat gehalten. Wenn solche Daten privat bleiben, ist es für Nutzer schwierig, die von Krypto‑Börsen gemachten Behauptungen über die Sicherheit der Nutzergelder zu überprüfen. Der jüngste Zusammenbruch von FTX zeigt, wie eine CEX intern insolvent sein kann, aber öffentlich so tut, als sei alles in Ordnung.

Im Konzept von PoR bewertet ein unabhängiges, externes Prüfungsunternehmen die Gesamtsumme der Kryptowährungen, die in den Reserven einer CEX gehalten werden. Die Gesamtsumme der von der CEX gehaltenen Nutzervermögen, die in ihrer zentralen Datenbank erfasst ist, wird mit den tatsächlich von der Börse kontrollierten Coins verglichen. Bei der Prüfung wird erwartet, dass die Gesamtzahl der von der CEX on‑chain kontrollierten Coins gleich oder größer sein muss als die in ihrer zentralen Datenbank erfasste Summe der Nutzervermögen.

Bei PoR werden die geprüften Daten öffentlich gemacht und über eine Merkle‑Baum‑Datenstruktur für jedermann zugänglich. Die Merkle‑Baum‑Datenstruktur, auch als binärer Hash‑Baum bekannt, ist eine mathematische Datenstruktur, die aus Blöcken von Hashes besteht. Sie ist ein grundlegender Bestandteil der Blockchain‑Technologie und wird verwendet, um Blockchain‑Daten effizienter zu verschlüsseln. Bei PoR erstellt ein Prüfer einen anonymen Snapshot aller Nutzer‑Salden auf der CEX und fasst diese zu einem Merkle‑Baum zusammen. Der Hash‑Wert der Vermögenswerte jedes Nutzerkontos wird in den Blattknoten des Merkle‑Baums kodiert. Der Prüfer prüft die Vermögenswerte in den Blattknoten. Anschließend veröffentlicht der Prüfer seine unabhängigen Ergebnisse zusammen mit der Merkle‑Wurzel. Auf diese Weise wird der Hash‑Wert der gesamten Nutzervermögen auf einer CEX der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; Nutzer können ihre Salden mit den öffentlich zugänglichen Merkle‑Wurzel‑Daten vergleichen und verifizieren.

Sind Proof of Reserves ausreichend?

Obwohl PoR von Krypto‑Börsen als Mittel zur Verhinderung einer CEX‑Implosion angepriesen wird, bezweifeln viele weiterhin, ob es die dauerhafte Lösung für die Insolvenzprobleme von CEX und DeFi sein wird. Eine zentrale Frage, die sich stellt, ist, ob Dritt‑Prüfer zu 100 % vertrauenswürdig sein können. Die hinter den Kulissen unbekannte Beziehung zwischen einem Prüfungsunternehmen und einer CEX könnte unklar sein. Es könnte weiterhin ein Risiko einer Kollusion zwischen Prüfer und CEX geben, um ungenaue Snapshots und Daten zu veröffentlichen. Eine CEX könnte ihr Proof of Reserves auch veröffentlichen, ohne Verbindlichkeiten offenzulegen, die potenziell die von ihr kontrollierten Vermögenswerte bei weitem übersteigen.

CEXs könnten sich auch auf einen Snapshot „vorbereiten“, indem sie Mittel in Reserven belassen, die ein aufgeblähtes PoR ergeben; diese Mittel könnten nach dem Snapshot dann bewegt werden. CEXs stehen derzeit im Fokus der Krypto‑Community. PoR ist noch kein vollständig vertrauenswürdiges Konzept, da die Nachteile und potenziellen Risiken offensichtlich sind.

Wie kürzlich beobachtet, wurde Tage nachdem einer der großen CEX, Crypto.com, seine Cold‑Storage‑Informationen öffentlich gemacht hatte, entdeckt, dass die Börse 320.000 ETH im Wert von 400 Millionen $ an einen anderen CEX, Gate.io, gesendet hatte, kurz bevor Gate.io sein PoR‑Audit bereitstellte. Der CEO von Crypto.com bestritt jedoch jegliches Fehlverhalten und behauptete, dass die Mittel versehentlich an Gate.io transferiert wurden.

Proof‑of‑Reserves sind ein guter erster Schritt, aber sie allein reichen nicht aus, um Investoren ausreichenden Schutz zu bieten. Es ist noch mehr Transparenz nötig, um potenzielle Verbindlichkeiten, die Vorbereitung von Snapshots oder sogar mögliche Kollusion zu berücksichtigen, was bedeutet, dass Proof‑of‑Reserves nur ein Teil des Puzzles sind.

Mandela ist seit 2017 ein Kryptowährung-Enthusiast. Er liebt das Coden und Schreiben über aufkommende Technologien. Er hat ein tiefes Verständnis für verteilte Ledger-Technologie und den Web3-Technologie-Stack. Er genießt es, neue Kryptowährungsprojekte zu recherchieren.