Digitale Wertpapiere

Stacks (STX): Vom Reg A+ Pionier zur Bitcoin Layer 2

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Das erste von der SEC qualifizierte Token-Angebot

Im Juli 2019 erreichte das ehemals als Blockstack bekannte Projekt einen Wendepunkt in der Kryptowährungsbranche. Es wurde das erste Blockchain-Unternehmen, das ein digitales Token-Angebot durchführte, das von der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) im Rahmen von Regulation A+ qualifiziert war.
Regulation A+, oft als „Mini-IPO“ bezeichnet, ermöglicht kleineren Unternehmen, Kapital von der breiten Öffentlichkeit zu beschaffen, nicht nur von wohlhabenden akkreditierten Investoren. Durch sorgfältige Zusammenarbeit mit den Regulierungsbehörden anstatt sie zu umgehen, sammelte Blockstack erfolgreich etwa 23 Millionen Dollar. Dieses Ereignis setzte einen wichtigen Präzedenzfall und zeigte, dass digitale Vermögenswerte vollständig konform mit den US-Bundeswertpapiergesetzen verteilt werden können.

Evolution: Von Blockstack zu Stacks

Nach der erfolgreichen Kapitalbeschaffung erfuhr das Ökosystem eine bedeutende Transformation. Im Jahr 2020 wurde das Kernentwicklungsunternehmen von Blockstack PBC zu Hiro Systems PBC umbenannt, um die juristische Einheit vom Open‑Source‑Netzwerk zu unterscheiden. Das Netzwerk selbst nahm den Namen Stacks an.
Diese Trennung war Teil einer umfassenderen Rechtsstrategie. Im Januar 2021, zeitgleich mit dem Start des Stacks 2.0‑Mainnets, reichte Hiro Systems einen Exit‑Report bei der SEC ein. Sie erklärten, dass das Stacks‑Netzwerk „hinreichend dezentralisiert“ sei, was bedeutet, dass es nicht mehr von den Managementbemühungen einer einzigen Einheit abhänge. Folglich kündigte das Unternehmen an, den Stacks‑Token nicht mehr als Wertpapier zu behandeln, da er sich in ein nutzergeführtes Nutzgut verwandelt habe.

Technische Innovation: Proof of Transfer (PoX)

Während seine regulatorische Geschichte einzigartig ist, ist die technische Architektur des Projekts ebenso besonders. Stacks führte einen neuartigen Konsensmechanismus namens Proof of Transfer (PoX) ein. Im Gegensatz zu Proof of Stake (bei dem Nutzer den nativen Token sperren, um die Kette zu sichern), verbindet PoX Stacks direkt mit Bitcoin.
In diesem System verwenden Stacks‑Miner Bitcoin (BTC), um neue Stacks‑(STX‑)Token zu minen. Der von den Minern ausgegebene Bitcoin wird dann als Belohnung an STX‑Inhaber verteilt, die am Konsens teilnehmen (ein Vorgang, der als „Stacking“ bezeichnet wird). Das schafft einen nativen Bitcoin‑Ertrag für STX‑Inhaber und ist eine der wenigen Möglichkeiten, BTC‑Belohnungen zu erhalten, ohne Mittel an einen zentralen Vermittler zu verleihen.

Der Bitcoin Layer 2

Heute wird Stacks als die führende Layer‑2‑Lösung für Bitcoin anerkannt. Während Bitcoin das weltweit sicherste und dezentralste Wertaufbewahrungsmedium ist, ist seine Skriptsprache bewusst eingeschränkt, was den Bau komplexer Anwendungen erschwert.
Stacks löst dieses „Bitcoin Write Problem“, indem es vollständig ausdrucksstarke Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps) ermöglicht, ihre Transaktionen auf der Bitcoin‑Blockchain abzuwickeln. Das erschließt Billionen Dollar an ruhendem Bitcoin‑Kapital für den Einsatz in dezentralen Finanzanwendungen (DeFi), NFTs und anderen Web‑3‑Anwendungen.

Das Nakamoto‑Upgrade

Im Jahr 2024 begann das Netzwerk mit der Einführung des „Nakamoto“-Upgrades, einer umfassenden technischen Überholung zur Behebung von Geschwindigkeitsbeschränkungen. Vorher waren Stacks‑Blöcke an die Bitcoin‑Blockzeiten (etwa 10 Minuten) gebunden. Das Upgrade entkoppelt die Blockproduktion, sodass Transaktionsgeschwindigkeiten von etwa 5 Sekunden möglich sind, während die Endgültigkeitssicherheit von Bitcoin erhalten bleibt.
Zusätzlich führt das Upgrade sBTC ein, einen vertrauenslosen, dezentralen Zwei‑Wege‑Peg. Damit können Nutzer Bitcoin in die Stacks‑Schicht hinein- und herausbewegen, ohne auf einen zentralen Verwahrer oder ein föderiertes Multisig‑Wallet angewiesen zu sein, was Stacks’ Position als führende Skalierungsschicht für die Bitcoin‑Wirtschaft weiter festigt.

Gründer und Vermächtnis

Das Projekt wurde ursprünglich von den Princeton‑Informatikern Muneeb Ali und Ryan Shea mitbegründet. Während Shea 2018 das Projekt verließ, um andere Unternehmungen zu verfolgen, bleibt Muneeb Ali eine zentrale Figur im Ökosystem und ist derzeit CEO von Trust Machines, einer Organisation, die den Aufbau des größten Ökosystems von Bitcoin‑Anwendungen zum Ziel hat.

Joshua Stoner ist ein vielseitiger Berufsprofi. Er hat ein großes Interesse an der revolutionären 'blockchain' Technologie.