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Start-up-Finanzierungsprobleme verschärfen sich, da die Silicon Valley Bank zusammenbricht

Jonathan Nelson, Gründer des Fintech-Start-ups HF.Capital, erlebte im vergangenen Monat den plötzlichen Rückzug von $2 Millionen an Finanzierungszusagen zweier Investoren. Der Grund wurde schnell klar, als die Silicon Valley Bank (SVB), die bedeutendste Bank für Start-ups und Risikokapitalfirmen, nach einem von Technologieinvestoren und Start-ups ausgelösten Bank-Run zusammenbrach. Wie von The New York Times berichtet, hat dieser Zusammenbruch Schockwellen durch die Start-up‑Gemeinschaft gesendet und Angst sowie Unsicherheit verstärkt.
Viele Start-ups hofften 2023 nach einem schwierigen Jahr 2022, das von gesunkenen Bewertungen, geringeren Ambitionen und umfangreichen Entlassungen geprägt war, auf eine Erholung. Der Zusammenbruch von SVB hat jedoch ein noch kälteres Umfeld für Technologie‑Start-ups geschaffen. First Citizens BancShares hat SVB inzwischen übernommen, während SVB Financial, das ehemalige Mutterunternehmen der Bank, am 17. März Insolvenz anmeldete und laut Reuters plant, einen separaten Prozess zum Verkauf verschiedener Einheiten zu starten.
Da Unternehmen, die auf SVB für Kreditlinien vertrauten, nach neuen Finanzierungsquellen suchen, werden Investoren risikoscheuer und halten sich entweder zurück oder sind zu sehr damit beschäftigt, bestehenden Start-ups zu helfen, um neue Deals in Betracht zu ziehen. Diese Zurückhaltung hat zu einem rasch abkühlenden Umfeld für Technologie‑Start-ups geführt, wobei viele Gründer es vorziehen, keine neuen Finanzmittel aufzunehmen, um niedrigen Bewertungen, belastenden Bedingungen und strenger Due‑Diligence zu entgehen.
Der Zusammenbruch von SVB war keine direkte Folge des Tech‑Abschwungs, und Start-ups, die bei SVB Bankgeschäfte tätigten, werden ihre Einlagen dank Garantien des Finanzministeriums und der Federal Reserve nicht verlieren, wie CNBC berichtete. Dennoch folgte die Implosion der Bank einem Rückgang der Risikokapitalfinanzierung um 61 % im letzten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr, wie PitchBook verzeichnet. Analysten erwarten, dass der SVB‑Zusammenbruch die bereits im Gange befindliche Marktabkühlung „beschleunigen“ wird.
Eine aktuelle Umfrage unter 870 Gründern der Risikokapitalfirma NFX ergab, dass 59 % glauben, der SVB‑Zusammenbruch würde einen bereits schwierigen Fundraising‑Markt noch härter machen, während 22 % befürchten, in diesem Jahr überhaupt keine Finanzierung erhalten zu können.
Die Start-up‑Investitionsfirma Techstars, die 3.500 Start-ups unterstützt hat, hat ihren Unternehmen geraten, ihre Anteilseigner um mehr Geld zu bitten, bevor sie neue Investoren ansprechen. Das Unternehmen versucht zudem, die Erwartungen der Gründer hinsichtlich Unternehmensbewertungen zu steuern, indem es sie ermutigt, gesenkte Bewertungen nicht als Misserfolg, sondern als positives Zeichen zu sehen, dass jemand überhaupt bereit ist, in ihr Unternehmen zu investieren.
Da immer mehr Investoren zunehmend nervös werden, wird es für Start-ups immer schwieriger, Risikokapital zu beschaffen. Die Volatilität an den Aktienmärkten hat Börsengänge praktisch unmöglich gemacht, während große Tech‑Unternehmen, wie das Wall Street Journal diskutiert, antitrust‑Prüfungen und finanzielle Belastungen ausgesetzt sind.
SVB war dafür bekannt, Start-ups eine Kreditform zu bieten, die andere Banken als zu riskant betrachteten, da diese jungen Unternehmen typischerweise nicht profitabel waren. Diese Schulden, meist durch die Risikokapitalfinanzierung eines Start-ups gesichert, halfen den Unternehmen, ihr Geld bis zur nächsten Finanzierungsrunde zu überbrücken. Der Zusammenbruch von SVB bedeutet, dass eine weitere Kapitalquelle zurückgezogen wird, sodass Start-ups wie Nelsons HF.Capital verzweifelt nach alternativen Finanzierungsstrategien oder Wegen zur Profitabilität suchen.
Im aktuellen Umfeld erkunden Start-ups neue Wege für Finanzierung und Wachstum. Einige erwägen, weniger Geld von ihren bestehenden Investoren aufzunehmen und im nächsten Jahr für eine größere Finanzierungsrunde zurückzukehren, wie Forbes berichtete. Andere konzentrieren sich darauf, ihr Unternehmen zu „bootstrappen“, also durch die Nutzung von Gewinnen statt externen Mitteln zu expandieren, wie Entrepreneur vorschlug.
Während das Start-up‑Ökosystem mit den Folgen des SVB‑Zusammenbruchs ringt, erwarten Brancheninsider in diesem Sommer schwierige Gespräche darüber, ob Start-ups schließen, verkaufen oder weiterhin nach Finanzierung suchen sollten. Die allgemeine Stimmung ist, dass der SVB‑Zusammenbruch das Gefühl von Gefahr und Unsicherheit in der Tech‑Start-up‑Welt verstärkt hat. Gründer und Investoren müssen sich an diese neue Landschaft anpassen und innovative Lösungen sowie Strategien suchen, um das Überleben und den Erfolg ihrer Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten zu sichern.












