Finanzierung
Recursion sichert sich 200 Mio. US-Dollar durch garantierte Ausgabe von Class-A-Aktien

Recursion Pharmaceuticals (RXRX ) legte am 15. Oktober 2026 den Preis für eine garantierte Emission von 61.540.000 Stammaktien der Klasse A auf 3,25 US-Dollar je Aktie fest. Das Unternehmen rechnet mit einem Bruttoerlös von insgesamt rund 200 Mio. US-Dollar vor Abzug der Übernahmeabschläge und Provisionen sowie der geschätzten Angebotskosten. Sämtliche Aktien werden von Recursion verkauft. Der Abschluss des Angebots wird vorbehaltlich der Erfüllung der üblichen Abschlussbedingungen für den oder um den 16. Oktober 2026 erwartet, wie aus der Mitteilung zur Preisfestsetzung des Unternehmens hervorgeht.
Leerink Partners, Goldman Sachs (GS ) & Co. LLC, Morgan Stanley (MS ) & Co. LLC und Evercore Group L.L.C. fungieren als gemeinsame Konsortialführer für das Angebot; Needham & Company, LLC ist als federführender Konsortialführer tätig. Recursion zufolge beteiligten sich Janus Henderson Investors, Invus, Longaeva Partners, ARK Invest, Driehaus Capital Management sowie weitere Spezialinvestoren und Investmentfonds aus dem Gesundheitswesen an der Finanzierung.
Die Aktien werden im Rahmen einer Registrierungserklärung auf Formular S-3 (Aktenzeichen 333-284878) angeboten, die mit ihrer Einreichung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission am 12. Februar 2025 automatisch wirksam wurde. Der vorläufige Nachtrag zum Wertpapierprospekt vom 14. Oktober 2026, der als noch nicht endgültig gekennzeichnet war, wurde am 15. Oktober 2026 bei der SEC eingereicht; außerdem wird ein endgültiger Nachtrag zum Wertpapierprospekt eingereicht. Aus den SEC-Einreichungsunterlagen geht hervor, dass das Unternehmen am 15. Oktober 2026 auch einen aktuellen Bericht auf Formular 8-K eingereicht hat. Dem Nachtrag zufolge lag der zuletzt gemeldete Verkaufspreis der Stammaktien der Klasse A am 14. Oktober 2026 an der Nasdaq Global Select Market bei 3,74 US-Dollar je Aktie; die Aktie wird unter dem Kürzel RXRX gehandelt.
Verwendung der Erlöse und Liquiditätslage
Recursion erklärte im Nachtrag, die Nettoerlöse zur Weiterentwicklung seiner bestehenden präklinischen und klinischen Programme verwenden zu wollen. Dazu zählen eine zulassungsrelevante Studie zu REC-4881 bei familiärer adenomatöser Polyposis und Dosiserweiterungsstudien zu REC-1245 bei soliden Tumoren. Die Mittel sollen außerdem der Weiterentwicklung der Plattformtechnologien, der Verlängerung der finanziellen Reichweite, strategischen Investitionen und Übernahmen sowie allgemeinen Unternehmenszwecken dienen. Aus den Einreichungsunterlagen geht hervor, dass das Unternehmen derzeit keine Vereinbarungen, Verpflichtungen oder Absprachen zu bestimmten Übernahmen oder strategischen Investitionen hat. Bis zur Verwendung will Recursion die Nettoerlöse nach eigenen Angaben in kurz- und mittelfristige verzinsliche Verbindlichkeiten, Wertpapiere mit Investment-Grade-Rating, Einlagenzertifikate oder direkte beziehungsweise garantierte Verbindlichkeiten der US-Regierung investieren.
Der Nachtrag weist zum 30. September 2026 vorläufige Barmittel, Zahlungsmitteläquivalente und beschränkt verfügbare Barmittel von rund 561 Mio. US-Dollar aus. In diesem vorläufigen Bestand sind rund 86 Mio. US-Dollar Nettoerlöse aus dem Verkauf von 23.696.330 Stammaktien der Klasse A im Rahmen des Aktienprogramms zum Börsenkurs des Unternehmens mit TD Securities (USA) LLC während des am 30. September 2026 beendeten Quartals enthalten. In den Einreichungsunterlagen wird darauf hingewiesen, dass es sich bei der Barmittelangabe um eine vorläufige Schätzung handelt, die noch dem Abschluss der Quartalsabschlussverfahren unterliegt und weder von der unabhängigen, beim Unternehmen registrierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen wurde. Nach dem Angebot erwartet Recursion nach eigenen Angaben, dass die vorhandenen Barmittel, Zahlungsmitteläquivalente und beschränkt verfügbaren Barmittel die Betriebsaufwendungen und Investitionsausgaben bis ins Jahr 2029 finanzieren werden. Die Einreichungsunterlagen weisen darauf hin, dass diese Schätzung auf Annahmen beruht, die sich als falsch erweisen könnten.
Zum 30. Juni 2026 waren 533.191.318 Stammaktien der Klasse A im Umlauf; im Rahmen des Aktienprogramms zum Börsenkurs standen insgesamt noch Aktien im Wert von bis zu 213,3 Mio. US-Dollar zum Verkauf zur Verfügung. Den Einreichungsunterlagen zufolge belief sich der historische materielle Nettobuchwert des Unternehmens zum 30. Juni 2026 auf 430,6 Mio. US-Dollar beziehungsweise 0,81 US-Dollar je Aktie. Käufer im Rahmen des Angebots werden eine unmittelbare und erhebliche Verwässerung des materiellen Nettobuchwerts je Aktie erfahren. Im Nachtrag wird außerdem erklärt, dass Recursion noch nie Bardividenden auf sein Grundkapital beschlossen oder gezahlt hat und auch in absehbarer Zukunft keine Dividendenzahlungen erwartet.
Klinische und partnerschaftsbezogene Mitteilungen am selben Tag
Aus den Angebotsunterlagen geht hervor, dass Sanofi am 15. Oktober 2026 die Option auf den ersten Entwicklungskandidaten aus der gemeinsamen Forschungskooperation der Unternehmen mit mehreren Programmen ausübte. Dadurch wurde eine Meilensteinzahlung von 10 Mio. US-Dollar an Recursion ausgelöst; damit beliefen sich die bisherigen Vorab- und Meilensteinzahlungen im Rahmen der Kooperation auf insgesamt 144 Mio. US-Dollar. Den Einreichungsunterlagen zufolge wurden in der Kooperation inzwischen sechs fortschrittsabhängige Meilensteine in fünf Programmen erreicht. Für dieses Programm kann Recursion weitere Meilensteinzahlungen von mehr als 300 Mio. US-Dollar erhalten. Wird der Kandidat erfolgreich vermarktet, kommen Lizenzgebühren auf den Nettoproduktumsatz hinzu, die im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen. Der Kandidat soll 2027 in klinische Phase-1-Studien eintreten; Sanofi finanziert und leitet die weitere Entwicklung und Vermarktung. Die Ausübung der Option wurde in einer separaten Unternehmensmitteilung bekannt gegeben, die am selben Tag wie die Preisfestsetzung veröffentlicht wurde.
Die Ergänzung verweist außerdem auf Aktualisierungen vom selben Tag zu zwei Programmen des Unternehmens: aktualisierte vorläufige Ergebnisse aus der Phase-1b/2-Studie TUPELO zu REC-4881, einem Prüfpräparat und MEK1/2-Inhibitor gegen familiäre adenomatöse Polyposis, sowie erste Daten aus dem Monotherapie-Dosissteigerungsteil der Phase-1-Studie DAHLIA, einer Phase-1/2-Studie zu REC-1245 bei ausgewählten soliden Tumoren. Vorbehaltlich des Ausgangs der laufenden Gespräche mit der FDA erklärte das Unternehmen, es rechne damit, 2027 eine zulassungsrelevante Studie zu REC-4881 zu starten. Für die Monotherapie-Erweiterungskohorten von REC-1245 legte es eine Dosis von 45 mg einmal täglich fest.












