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Nigel Green prognostizierte im Juni 2022 einen Bitcoin-Aufschwung im vierten Quartal

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Zum Veröffentlichungszeitpunkt im Juni 2022 war Bitcoin wieder unter die Unterstützung bei 30.000 US-Dollar gefallen, nachdem der Kurs in der Vorwoche 31.689,5 Dollar erreicht hatte. Nach der damals genannten Kursangabe wurde Bitcoin bei 27.489 US-Dollar gehandelt. Die wiederholten Rückgänge spiegelten eine schwache Marktstimmung wider; es handelt sich um historische Kursangaben.

In einer kurz zuvor veröffentlichten Mitteilung äußerte deVere-Group-Chef Nigel Green die Überzeugung, dass die Erholung bereits begonnen habe. Er erwartete einen „deutlichen Aufschwung“ im vierten Quartal 2022. Das war eine Prognose, kein feststehender Marktverlauf. Der Artikel erinnerte an seine frühere, nicht eingetroffene Vorhersage von 50.000 Dollar bis Ende März. Diesmal nannte er kein konkretes Kursziel.

Greens Einschätzung zu Anlagen, die von steigender Risikobereitschaft profitieren

Zur Begründung seiner Einschätzung, dass ein Markttief nahe sein könne, verwies Green auf Daten über Aktienkäufe von „Insidern“ bei Qualitätsunternehmen. Dieses Argument betraf Unternehmensbeteiligungen und bewies weder Bitcoin-Käufe solcher Insider noch einen erreichten Tiefpunkt am Kryptomarkt.

Nach seiner Darstellung nutzten manche Anleger niedrigere Bewertungen, um ihre Beteiligungen an Qualitätsunternehmen aufzustocken und langfristig Vermögen aufzubauen. Das war seine Interpretation des Kaufverhaltens, keine Renditezusage.

„Die Kurserholung hat begonnen, wahrscheinlich sehr zum Ärger von Krypto-Skeptikern und Bitcoin-Kritikern […] Ich glaube, dass wir bald einen Bullenmarkt sehen werden, der im vierten Quartal des Jahres einen deutlichen Aufschwung für die weltweit führende digitale Währung bringen wird“, prognostizierte der deVere-Chef.

Green beschrieb Bitcoin damals als stark mit führenden Aktienmärkten korreliert. Er erwartete eine gemeinsame Erholung, falls Anleger wieder mehr Risiko eingingen. Es handelte sich um eine bedingte Einschätzung, nicht um eine sichere Erholung oder eine risikofreie Anlage.

Er sah zudem die Möglichkeit, Bitcoin als Inflationsschutz zu nutzen und die Kaufkraft durch Anlagen zur Wertaufbewahrung statt durch Bargeld zu erhalten. Das war seine Auffassung, kein nachgewiesener Schutz vor Inflation. Für den erwarteten Aufschwung hielt er das Kapital, die Fachkenntnisse und das Ansehen institutioneller Anleger für wichtig.

Erwartungen an klarere Regeln

Green ging davon aus, dass die Regulierung des Kryptosektors klarer werde und ein künftiger Rechtsrahmen das Vertrauen institutioneller und privater Anleger stärken könne. Das bedeutete nicht, dass sämtliche erwarteten Regeln bereits galten.

Nach seiner Einschätzung nutzten Anleger mit langfristigem Vertrauen in digitale Währungen bereits die niedrigeren Bewertungen. Seine Bezeichnung dieser Kurse als Tiefststände war eine Einschätzung, kein bestätigter Marktboden.

Santiment meldete einen BTC-Anteil an Börsen von unter zehn Prozent

Der Artikel verwies außerdem auf Santiments Daten. Laut dem zitierten Tweet lag der Anteil des Bitcoin-Angebots auf den erfassten Börsen erstmals seit dreieinhalb Jahren bei 9,9 Prozent. Das war ein Anteil des BTC-Angebots, nicht der Anleger oder der Anzahl von Börsen.

Der Artikel brachte die Marktturbulenzen im Mai mit großen BTC-Einzahlungen an Börsen und möglichen Panikverkäufen in Verbindung. Einzahlungen können Verkäufen vorausgehen, belegen aber nicht deren Ausführung. Niedrigere Börsenbestände beweisen für sich allein auch kein gestiegenes Vertrauen aller Halter. Eine gesonderte Analyse von IntoTheBlock beschrieb einen sinkenden Anteil kurzfristig gehaltener Bestände und einen steigenden Anteil des Bitcoin-Angebots bei Adressen mit mindestens einjähriger Haltedauer. Gemeint war die Verteilung der BTC-Bestände, kein bestätigter Anstieg der Anzahl langfristiger Anleger und keine Garantie steigender Kurse.

McGlones damalige Prognose: Bitcoin könnte bis 2025 auf 100.000 Dollar steigen

Mike McGlone, damals Rohstoffstratege bei Bloomberg Intelligence, hielt an seiner Prognose fest, Bitcoin könne bis 2025 auf 100.000 Dollar steigen. Er erwartete höhere Bewertungen nach dem Bärenmarkt. Das erklärte er gegenüber Kitco News; es war kein bereits erreichtes Ergebnis.

In seinem Szenario einer „großen Umkehr“ sah er zugleich das Risiko weiterer kurzfristiger Rückgänge durch die gemeinsame Bewegung mit Aktien. Danach erwartete er eine Erholung zusammen mit Gold und US-Anleihen sowie eine mögliche Entwicklung zu einer Anlage, die bei sinkender Risikobereitschaft bevorzugt wird. Das war seine Zukunftseinschätzung, kein Beleg dafür, dass Bitcoin bereits ein sicherer Hafen war.

Er zog außerdem einen Vergleich mit 2008, als der Rohölpreis ungefähr zur Jahresmitte seinen Höchststand erreicht hatte und danach stark gefallen war. Daraus leitete er die Erwartung ähnlichen Deflationsdrucks ab. Der Vergleich war ein Analyseszenario, keine sichere Wiederholung der Geschichte.

Weitere Informationen bietet unser Leitfaden zum Investieren in Bitcoin.

Sam ist ein Finanzinhalte-Spezialist mit einem starken Interesse an dem Blockchain-Bereich. Er hat mit mehreren Firmen und Medienunternehmen in den Bereichen Finanzen und Cybersicherheit zusammengearbeitet.