Digitale Vermögenswerte

C. Winklevoss spricht die Gemini von Genesis geschuldeten $900B an – nennt die Handlungen von Barry Silbert ‘unverantwortlich’

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In einem offenen Schreiben, das an Barry Silbert gerichtet ist, hat Cameron Winklevoss öffentlich gefragt, was seit fast zwei Monaten allen im Kopf herumgeht – wo ist das fast $1 Milliarde US‑Dollar, das Gemini geschuldet wird, und die 340.000 Kunden seines Earn‑Programms?

Die Vorgeschichte

Die aktuelle Situation ist ein weiteres Beispiel für Kollateralschäden, die durch den epischen Zusammenbruch von FTX entstehen. In diesem speziellen Fall war der Branchengigant Genesis Trading gezwungen, Kundenauszahlungen bei seiner Kreditabteilung zu stoppen. Genesis wurde durch den FTX‑Zusammenbruch negativ beeinflusst, da es Hunderte Millionen auf der Plattform gebunden hatte, was kurzfristig eine massive und unerwartete Belastung seiner Operationen darstellte. Gleichzeitig glaubt Winklevoss, dass DCG, das Mutterunternehmen verschiedener Firmen im Bereich digitale Assets (CoinDesk, Genesis, Grayscale usw.) ist, seiner Tochtergesellschaft Genesis etwa $1.675B schuldet – ein Betrag, der von Barry Silbert in einer Antwort auf das vorgenannte Schreiben bestritten wird.

Zum Zeitpunkt, an dem die Auszahlungen gestoppt wurden, verfügte Genesis über fast $1B in Mitteln, die es im Auftrag von Gemini und den Kunden seines Earn‑Programms verliehen hatte. Seitdem gibt Winklevoss an, dass Gemini alles in seiner Macht Stehende getan hat, um eine Lösung für die Situation zu finden, jedoch nur auf „bösgläubige Verzögerungstaktiken“ gestoßen ist.

Beschuldigungen und harte Wahrheiten

In seinem Schreiben machte Winklevoss von Anfang an deutlich, dass es verfasst wurde, um für die vielen alltäglichen Menschen zu sprechen, die aufgrund der unverantwortlichen Handlungen der Branchenelite ihr lebenslanges Erspartes verloren haben.

Interessanterweise geht Winklevoss über den bloßen Versuch hinaus, Silbert zu einem offenen Dialog zu bewegen. Er geht sogar so weit, mehrere Anschuldigungen zu erheben, die Folgendes beinhalten,

„…es entgeht uns nicht, dass Sie verzweifelt daran arbeiten, DCG vor den Problemen zu schützen, die Sie bei Genesis geschaffen haben. Sie sollten diese Fiktion beiseitelegen, denn wir alle wissen, was Sie wissen – dass DCG und Genesis völlig miteinander verflochten sind.“

Leider ist das höchstwahrscheinlich wahr und äußerst ironisch, da der Sektor der digitalen Assets angeblich auf der Idee gegründet wurde, Unabhängigkeit und vertrauenslose Protokolle zu fördern. Wenn der Zusammenbruch von FTX und diese Situation mit DCG und Genesis uns etwas gelehrt haben, dann ist es, dass fast jeder große Akteur im Sektor auf den anderen angewiesen ist. Die großen Player haben im Wesentlichen das traditionelle Finanzwesen nachgeahmt, dabei jedoch die Schutzmechanismen entfernt, die dessen Funktion ermöglichen, und uns damit das Schlimmste aus beiden Welten beschert.

Weiteres Vorgehen

Mit Blick auf die kommenden Wochen weist Winklevoss darauf hin, dass die Geduld, die Gemini und seine Nutzer DCG und Genesis entgegenbringen, zu Ende geht. Vor diesem Hintergrund wurde der 8. Januar als Frist für ein öffentliches Versprechen festgelegt, gemeinsam mit Gemini eine Lösung zu finden.

„Die Vorstellung in Ihrem Kopf, dass Sie sich still in Ihrem Elfenbeinturm verstecken können und dass das alles einfach magisch verschwindet, oder dass dies das Problem eines anderen sei, ist reine Fantasie. Um es klar zu sagen, dieses Chaos ist vollständig Ihr eigenes Werk.“

Während Winklevoss nicht angegeben hat, welche Schritte er unternehmen würde, falls DCG bis zum 8. Januar nicht reagiert, ist klar, dass Gemini bald nicht mehr freundlich mit dem einst integralen Partner seiner Geschäftsabläufe zusammenarbeiten wird.

Joshua Stoner ist ein vielseitiger Berufsprofi. Er hat ein großes Interesse an der revolutionären 'blockchain' Technologie.