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Top 10 Enterprise‑Blockchains – das sollten Sie wissen

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Enterprise Blockchain

Unternehmen nutzen Blockchains und andere verteilte Register, um zentrale Prozesse zu vereinfachen und Daten organisationsübergreifend abzugleichen. Die Lösungen unterscheiden sich in Architektur, Zugriffsrechten und Einsatzzweck. Wer diese Unterschiede kennt, kann ihre Eignung für das eigene Unternehmen besser beurteilen.

Der Bereich entwickelt sich ständig weiter. Bei der Auswahl zählen die eigenen Anforderungen, die Anbindung bestehender Systeme und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Diese Übersicht aus dem Jahr 2023 stellt zehn Lösungen ohne Rangfolge vor.

Was ist eine Enterprise‑Blockchain?

Eine Enterprise-Blockchain ist eine auf Unternehmensanforderungen zugeschnittene Lösung mit einem verteilten Register. Viele Implementierungen sind zugangsbeschränkt: Identitäten und Datenzugriff werden vorab festgelegt. Unternehmen können aber auch öffentliche Netzwerke oder hybride Kombinationen aus öffentlichen und privaten Systemen nutzen.

Zum Schutz von Daten dienen beispielsweise Identitätsprüfungen, Knotenberechtigungen, Verschlüsselung und anwendungsspezifische Zugriffsregeln. NFTs sind dafür keine allgemeine Voraussetzung. Smart Contracts führen programmierte Regeln aus; ihre rechtliche Verbindlichkeit hängt von zusätzlichen Vereinbarungen und dem anwendbaren Recht ab.

1. R3 Corda

R3 Corda ist eine quelloffene Plattform für zugangsbeschränkte verteilte Register. Transaktionsdaten werden mit den beteiligten Parteien statt mit dem gesamten Netzwerk geteilt. Vertragsregeln prüfen die Gültigkeit; ein Notardienst verhindert, dass dieselben Eingaben mehrfach verwendet werden. Corda schreibt nicht für jede Implementierung einen einzigen aBFT-Algorithmus vor.

Quelle: R3 Corda – verteiltes Register für Unternehmen

Quelle: R3 Corda – verteiltes Register für Unternehmen

R3 wurde 2015 gegründet, Corda 2016 veröffentlicht. An der Entwicklung wirkten Finanzinstitute und Technologieunternehmen mit. Intel (INTC ) und Microsoft (MSFT ) gehören zu den Technologieanbietern in diesem Umfeld. Eine Zusammenarbeit belegt allerdings nicht, dass ein Unternehmen Corda in sämtlichen eigenen Systemen einsetzt.

Zu Cordas Kernmerkmalen gehören Berechtigungsverwaltung und datenschutzorientierter Informationsaustausch. Unternehmen können festlegen, welche Parteien bestimmte Transaktionsdaten sehen dürfen. Das eignet sich etwa für organisationsübergreifende Abläufe im Finanzwesen und in Lieferketten.

Corda ist auf die Anbindung bestehender Unternehmenssysteme ausgelegt. Entwicklergemeinschaft und Integrationswerkzeuge unterstützen den Aufbau von Anwendungen. Die Plattform setzt keine eigene native Kryptowährung voraus.

2. EOSIO

Die EOSIO-Software wurde 2018 veröffentlicht. Das hier betrachtete EOSIO-Taurus ist ein darauf aufbauender Entwicklungszweig für Unternehmen, nicht dieselbe ursprüngliche Veröffentlichung. Das quelloffene Projekt bietet Funktionen für Leistung und Anwendungsentwicklung, darunter integrierte Werkzeuge zur Fehlersuche in Smart Contracts.

EOSIO-Taurus soll die Anbindung bestehender Systeme erleichtern. Über Schnittstellen können Anwendungen Blockchain-Ereignisse an externe Systeme übermitteln und Daten von dort einbeziehen.

Die Software zielt auf geringe Transaktionslatenzen und effiziente Datenabfragen. Streaming- und Abfrageschnittstellen helfen Anwendungen, Ereignisse zu verfolgen und aktuelle Zustandsdaten abzurufen.

Entwickler dezentraler Anwendungen können Sicherheitsoptionen an ihre Branche anpassen. Beispielsweise lassen sich Signaturdienste und Signaturalgorithmen entsprechend den Anforderungen integrieren.

3. IBM Blockchain

IBM brachte seinen Dienst IBM Blockchain 2017 auf den Markt. Er basiert auf dem quelloffenen Hyperledger Fabric und bietet Werkzeuge für Bereitstellung, Verwaltung und Absicherung von Unternehmensnetzwerken.

Quelle: IBM Blockchain – Blockchain-Lösungen für Unternehmen

Quelle: IBM Blockchain – Blockchain-Lösungen für Unternehmen

IBM Blockchain bündelt Werkzeuge zum Aufbau, zur Bereitstellung und zur Verwaltung von Netzwerken. Sie sollen komplexe Integrationen, den Betrieb und die Anbindung bestehender Informationssysteme erleichtern.

Die Plattform unterstützt den Austausch aktueller Informationen zwischen zugelassenen Teilnehmern sowie die Entwicklung und Bereitstellung von Smart Contracts. In Lieferketten hilft etwa IBM Blockchain Transparent Supply, Herkunft und Transportwege von Produkten nachzuverfolgen.

4. Hyperledger Fabric

Die Hyperledger-Initiative wurde 2015 gegründet; Fabric 1.0 erschien 2017. Fabric ist eine modulare Plattform für zugangsbeschränkte Netzwerke. Für Fabric 2.x wurde 2023 ein Raft-basierter Ordnungsdienst empfohlen. PBFT war kein obligatorischer Konsensmechanismus aller Fabric-Netzwerke.

Fabric eignet sich für Organisationen, die Mitgliedschaft, Datensichtbarkeit und Regeln zur Transaktionsbestätigung festlegen wollen. Modulare Komponenten, Entwicklungsframeworks und Bibliotheken unterstützen den Aufbau entsprechender Anwendungen.

An der quelloffenen Fabric-Entwicklung beteiligen sich Organisationen und Entwickler unter anderem aus Finanzwesen, Gesundheitswesen und Technologie. Die Mitgliederzahl der umfassenderen Hyperledger-Gemeinschaft entspricht nicht der Zahl der Fabric-Anwender. Bei einer Bewertung zählen Werkzeuge, Wartung und das gewünschte Verwaltungsmodell.

5. Quorum

J.P. Morgan veröffentlichte Quorum 2016; ConsenSys übernahm die Plattform 2020. Diese Ethereum-basierte Unternehmenslösung setzt keinen öffentlich gehandelten nativen Token voraus. Die Nutzung von Ethereum-Werkzeugen erleichtert die Anwendungsentwicklung.

Quorum wurde insbesondere für Anforderungen des Finanzsektors entwickelt und unterstützt private Transaktionen. Ältere Implementierungen verwendeten Constellation; spätere GoQuorum-Lösungen nutzten Tessera zur Verwaltung privater Transaktionen. Verschlüsselung und gezielte Verteilung beschränken den Inhalt auf die zugelassenen Beteiligten.

GoQuorum bietet je nach Netzwerkanforderungen beispielsweise Raft, IBFT oder QBFT als Konsensverfahren. Nicht alle Implementierungen verwenden einen einzigen QuorumChain-Mechanismus. Über Berechtigungen lassen sich Teilnehmer und deren Netzwerkzugriff verwalten.

Quorum unterstützt sowohl für alle Netzwerkmitglieder sichtbare als auch auf bestimmte Beteiligte begrenzte Transaktionen. Das bedeutet nicht, dass derselbe Smart Contract automatisch auf öffentlichem Ethereum und einem privaten Quorum-Netzwerk läuft. Geschwindigkeit und Finalität hängen vom Konsens und der Netzwerkstruktur ab.

6. RippleNet

Ripple entwickelt seit 2012 Lösungen für grenzüberschreitende Unternehmenszahlungen. Im SEC-Verfahren erhielt das Unternehmen 2023 ein teilweise günstiges Gerichtsurteil; nicht alle Verkaufsformen wurden damit gebilligt. RippleNet ist ein Zahlungsnetzwerk mit verschiedenen Diensten und nicht mit dem XRP Ledger gleichzusetzen.

Ziel ist es, Kosten und Laufzeiten internationaler Zahlungen zu reduzieren. Santander führte One Pay FX auf Basis von Ripples xCurrent-Technologie ein. Western Union (WU ) hatte zuvor einen XRP-Pilotversuch angekündigt; ein Versuch ist nicht mit dauerhaftem Produktivbetrieb gleichzusetzen.

Ripples Zahlungslösungen können XRP als Brückenwährung nutzen, doch nicht jede RippleNet-Zahlung benötigt XRP. Transaktionen auf dem XRP Ledger werden typischerweise innerhalb weniger Sekunden final. Die gesamte Laufzeit und die Kosten einer grenzüberschreitenden Zahlung hängen zusätzlich vom Zahlungsweg, der Liquidität und lokalen Systemen ab.

7. XDC Network

XDC Network ist eine öffentliche, EVM-kompatible Blockchain mit Schwerpunkt auf Handelsfinanzierung und Unternehmensanwendungen. Darauf aufbauend lassen sich auch private oder hybride Lösungen entwickeln.

XDC verwendet den delegierten Proof-of-Stake-Konsens XDPoS. Das Projekt nennt etwa zwei Sekunden Blockzeit und unter bestimmten Bedingungen mehr als 2.000 Transaktionen pro Sekunde. Blockzeit und endgültige Transaktionsbestätigung sind nicht identisch; die Leistung lässt sich nicht allein mit Sharding erklären.

In der Architektur von 2023 wurden aus geeigneten Kandidaten 108 Masternodes für das blockproduzierende Komitee ausgewählt. Hinterlegte Token und das Auswahlverfahren unterstützen den Betrieb. Anbindungen privater Unternehmenssysteme werden entsprechend den jeweiligen Anforderungen umgesetzt.

8. Hedera Hashgraph

Hedera ist ein öffentliches verteiltes Register mit Hashgraph-Konsens. Die aBFT-Eigenschaft bezeichnet asynchrone byzantinische Fehlertoleranz unter bestimmten Annahmen. Rechtliche Vereinbarungen zur Netzwerkverwaltung machen nicht automatisch jede Registertransaktion zu einem gerichtlich durchsetzbaren Vertrag.

Hedera bietet Token-, Konsens- und Smart-Contract-Dienste mit niedrigen Gebühren. Auf dem öffentlichen Netzwerk lassen sich Unternehmensanwendungen und Integrationen privater Systeme aufbauen. Dabei erstellt nicht jeder Nutzer ein eigenes privates Hedera-Hauptnetz. Kontoberechtigungen lassen sich über mehrere Signaturschlüssel verwalten.

HBAR ist Hederas native Kryptowährung. Sie dient zur Bezahlung von Netzwerkdiensten und unterstützt über Staking die Netzwerksicherheit. Anwendungen können HBAR-Transfers in eigene Zahlungs- und Dienstleistungsmodelle einbinden.

9. Enterprise Ethereum

Ethereum ist ein großes Blockchain- und Anwendungsökosystem, dessen Technologie auch Unternehmen nutzen. Enterprise Ethereum bezeichnet dafür angepasste Standards, Clientsoftware und Lösungen, nicht ein einziges separates Unternehmensnetzwerk.

Quelle: Enterprise Ethereum Alliance – Blockchain-Lösungen für Unternehmen

Quelle: Enterprise Ethereum Alliance – Blockchain-Lösungen für Unternehmen

Ethereum-kompatible Implementierungen können Tokenstandards wie ERC-20 und vertraute Smart-Contract-Werkzeuge nutzen. Kompatibilität allein überträgt jedoch keine Vermögenswerte zwischen Netzwerken; dafür sind zusätzliche Brücken oder andere Integrationen nötig.

Die Enterprise Ethereum Alliance (EEA) ist ein 2017 gegründeter, von seinen Mitgliedern geführter gemeinnütziger Branchenverband. Sie entwickelt Standards und Verfahren für den Unternehmenseinsatz und verbindet Unternehmen, Entwickler und Forschungseinrichtungen. Die Mitgliederzahl bei der Gründung beschreibt nicht automatisch die Größe der Gemeinschaft von 2023.

10. Tezos

Tezos ist eine quelloffene Proof-of-Stake-Blockchain für dezentrale Anwendungen. Die native Kryptowährung heißt XTZ. Die Transaktionsvalidierung beruht auf Staking und Validatoren statt auf Proof-of-Work-Mining.

Tezos ermöglicht über seine On-Chain-Governance die koordinierte Entscheidung über und Umsetzung von Protokolländerungen. Ziel ist es, den Bedarf an gemeinschaftsspaltenden Hard Forks zu verringern. Entwicklungs- und Wartungsarbeit bleibt bei Aktualisierungen dennoch erforderlich.

Mit Tezos-Smart-Contracts lassen sich NFTs und andere digitale Vermögenswerte erzeugen und ausgeben. Die 2023 eingeführten Smart Rollups verlagern Rechenarbeit auf separate Ausführungsebenen, die Sicherheitsmechanismen von Tezos nutzen.

Risiken und Bewertungskriterien für Unternehmensnetzwerke

Berechtigungsverwaltung kann Daten schützen, bringt aber eigene Risiken mit sich. Wird etwa ein Administratorschlüssel kompromittiert, kann ein Angreifer weitreichende Rechte erlangen oder Netzwerkeinstellungen ändern. Rollentrennung, Schlüsselabsicherung und geregelte Verwaltungsprozesse sind deshalb wesentlich.

Weniger Validatoren können die Leistung verbessern, konzentrieren aber das Vertrauen auf weniger Beteiligte. Sicherheit hängt neben der Anzahl auch von deren Unabhängigkeit, Auswahl, Konsensverfahren und Fehlertoleranz ab. Zulassungsverfahren und Prüfungen können einen Teil der Risiken mindern.

Zehn Blockchain-Lösungen für Unternehmen im Vergleich

Die vorgestellten Projekte unterscheiden sich technisch und organisatorisch. Welche Lösung passt, hängt von Datenschutz, Leistung, Interoperabilität, Kosten und Wartung ab. Ein bekannter Name allein garantiert weder Sicherheit noch eine fehlerfreie Umsetzung.

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David Hamilton ist ein Vollzeitjournalist und ein langjähriger Bitcoinist. Er spezialisiert sich auf das Schreiben von Artikeln über die Blockchain. Seine Artikel wurden in mehreren Bitcoin-Publikationen veröffentlicht, einschließlich Bitcoinlightning.com