Vordenker
Die P2P-Zahlungsrevolution: Wie die Nutzung digitaler Transaktionen Selbstständige in den USA stärkt

Die Gig‑Wirtschaft wächst weiter, bis zu dem Punkt, dass sie die Beschäftigungslandschaft in den Vereinigten Staaten vollständig transformiert. Laut den neuesten Daten gibt es 57,3 Millionen Freiberufler im Land, und sie alle müssen auf die eine oder andere Weise bezahlt werden.
In diesem Zusammenhang hat sich eine Methode aufgrund ihrer Einfachheit und Bequemlichkeit durchgesetzt, nämlich Peer‑to‑Peer‑Zahlungen (auch als Person‑zu‑Person‑Zahlungen bekannt). Auch als P2P bezeichnet, ermöglichen diese Plattformen Einzelpersonen, sofort Geld zu überweisen und zu empfangen, ohne Zwischenhändler. In den Vereinigten Staaten hat PayPal diesen Ansatz 1998 eingeführt, und seitdem sind neue Plattformen wie Venmo – das jetzt PayPal gehört – CashApp und Zelle entstanden.
Alle verarbeiten Hunderte Milliarden Dollar an jährlichen Zahlungen.
Verständnis der Selbstständigenlandschaft
Bevor wir zu den wichtigsten Plattformen sowie den Markt‑Herausforderungen und -Chancen kommen, ist es wichtig, die Landschaft der Selbstständigkeit zu verstehen und warum diese Gruppe den fruchtbarsten Boden für die schnelle Durchdringung digitaler Zahlungsmethoden darstellt.
Um besser zu verstehen, warum Selbstständige sich mit Peer‑to‑Peer‑Zahlungsmethoden wohlfühlen, schauen wir uns ihre finanzielle Situation genauer an. Erstens haben sie Einkommensunsicherheit, daher neigen sie dazu, Bargeld zu verwenden, um Gebühren zu sparen, weil jeder Cent zählt. Viele P2P‑Dienste bieten denselben Erschwinglichkeitsfaktor. Zweitens bevorzugen sie, Geld sofort zu erhalten und das Risiko von Rückbuchungen zu vermeiden, was der Grund ist, warum viele ausschließlich Bargeld akzeptieren. Allerdings bringt ein reines Bargeldgeschäft Unannehmlichkeiten und Frustrationen mit sich – zum Beispiel das Suchen nach Wechselgeld und die Tatsache, dass bis zu 40 % der Amerikaner kein Bargeld mehr bei sich tragen – sowie Risiken. Wenn Geschäftsinhaber nur Bargeld akzeptieren, haben sie nur begrenzte finanzielle Transparenz über den genauen finanziellen Zustand ihres Unternehmens. Außerdem können sie auf Herausforderungen bei der Steuerkonformität stoßen und Schwierigkeiten haben, Kredite zu erhalten, was ihre Skalierbarkeit beeinträchtigen könnte.
Marktgröße und Wachstum von P2P‑Plattformen
Während die bestehenden P2P‑Plattformen sofortige Finanztransaktionen ermöglichen, gibt es bei genauer Analyse jedes einzelnen und der angebotenen Dienste noch erheblichen Spielraum für Wachstum, insbesondere bei der Entwicklung einer Lösung, die speziell auf die Bedürfnisse von Selbstständigen zugeschnitten ist und möglichst viele Zahlungsmethoden integriert.
In den Vereinigten Staaten ist das P2P‑Netzwerk mit dem höchsten Zahlungsvolumen Zelle, das den größten Banken des Landes gehört. Seit seiner Einführung im Jahr 2017 hat Zelle 1,5 Billionen US‑Dollar verarbeitet.
Die anderen dominierenden Plattformen sind PayPal – das auch Venmo und Xoom besitzt – und Cash App, das Teil von Jack Dorseys Block ist. Ihre jährlichen Volumina betragen etwa 230 Milliarden US‑Dollar (für Venmo) und 175 Milliarden US‑Dollar für CashApp.
Hinsichtlich des Wachstums sind die Zahlen ebenfalls vielversprechend. Berichte zeigen, dass im Jahr 2022 66 % der Erwachsenen in den USA eine P2P‑Zahlung tätigten. Die Bezahlung von Dienstleistungen gehörte zu den drei Hauptgründen dafür.
Marktausblick: Herausforderungen und Chancen
Der Marktausblick ist positiv, jedoch gibt es auch Risiken. Eines davon ist, dass es vermehrt Fälle von Betrug über P2P‑Plattformen gegeben hat, insbesondere weil es nicht immer möglich ist, eine Transaktion rückgängig zu machen. Unternehmen begegnen dem, indem sie mehr Authentifizierungsprotokolle einführen.
Trotz der bestehenden Risiken zeigt die McKinsey‑Studie, dass es zahlreiche Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Banken und FinTechs gibt, um die Skalierbarkeit zu erhöhen, was wiederum das Gewinnwachstum fördert. Derselbe Bericht stellt fest, dass Schecks immer noch 10 % der Transaktionen ausmachen, was eine enorme Chance eröffnet, dieses Zahlungsvolumen in die digitale Welt zu überführen.
Ein noch größeres Potenzial ergibt sich jedoch durch die Findung einer Nische im breiteren P2P‑Zahlungsmarkt. Beispielsweise hat Venmo seine Nische bei Freundesgruppen gefunden, die es zum Aufteilen von Rechnungen nutzen, und seine Nutzung ist unter jüngeren Generationen sprunghaft angestiegen.
Zuletzt, aber nicht weniger wichtig, müssen wir nicht nur die Plattformen selbst, sondern auch die von ihnen unterstützten Zahlungsmethoden berücksichtigen. Zum Beispiel erlaubt Zelle nur Zahlungen vom Bankkonto des Nutzers, während Venmo und PayPal die Nutzung von Kreditkarten gestatten, allerdings gegen höhere Gebühren.
Abschließende Gedanken
Selbst wenn P2P‑Zahlungen einfacher sind, muss der Nutzer dennoch eine App herunterladen und den Registrierungsprozess durchlaufen. Zelle ist hier die Ausnahme, da es in der Regel in den Banking‑Apps der Menschen integriert ist, aber das ist irrelevant, wenn sie kein konventionelles Bankkonto besitzen – was auch in den Vereinigten Staaten vorkommt.
Auch hat Zelle, wie seine Gegenstücke Venmo und CashApp, seine Einschränkungen, was uns zurück zur Frage der Zahlungsmethoden führt. Denn letztendlich geht es um Bequemlichkeit; diejenigen Lösungen, die verschiedene Zahlungsmethoden erfolgreich integrieren und zu erschwinglichen Gebühren anbieten, werden die Gewinner sein.











