Meinung
Die 7 besten Kryptowährungsalternativen zu Ethereum (ETH)

Im März 2022 gehörte Ethereum (ETH), knapp sieben Jahre nach dem Start 2015, zu den größten und beliebtesten Blockchains. Mit der zunehmenden Nutzung wurden jedoch die Grenzen seiner Transaktionskapazität deutlich.
Eine hohe Auslastung konnte zu hohen Gasgebühren und längeren Wartezeiten führen. Das zeigte sich besonders beim Wachstum von DeFi 2020 und NFTs 2021. Auch das Interesse am Metaverse erhöhte den Bedarf an kostengünstiger Verarbeitungskapazität.
Im März 2022 arbeitete Ethereum an Upgrades, die damals häufig unter dem Namen Ethereum 2.0 zusammengefasst wurden, darunter der Wechsel von Proof of Work (PoW) zu Proof of Stake (PoS). Die Änderung des Konsensverfahrens erhöhte für sich genommen jedoch nicht die Kapazität und würde die Gasgebühren nicht automatisch senken. Während die Entwicklung voranschritt, machten die Kosten andere Netzwerke für bestimmte Zwecke attraktiv. Hier sind sieben Projekte, die damals als Alternativen zu Ethereum betrachtet wurden.
1. BSC
Den Anfang macht die Binance Smart Chain, kurz BSC. Sie wurde von Binance entwickelt, das damals als größte Kryptobörse nach Handelsvolumen beschrieben wurde. Vor dem Hintergrund des DeFi-Wachstums und der hohen Ethereum-Gebühren startete Binance diese zweite Blockchain im September 2020. Im Februar 2022 wurde sie als Teil der BNB Chain in BNB Smart Chain umbenannt.
Die BSC unterstützt dezentrale Anwendungen (dApps), DeFi, Metaverse-Projekte, neue Token und dezentrale Börsen (DEX). Niedrige Gebühren und schnelle Verarbeitung machten sie für verschiedene Zwecke zu einer praktischen Alternative, belegen aber keine technische Überlegenheit in jeder Hinsicht. Sie bot viele vertraute Funktionen. Die Verbindung zu Binance verknüpfte sie auch mit dem Ruf des Unternehmens. 2021 gingen Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern gegen bestimmte Binance-Dienste vor beziehungsweise befassten sich mit deren erforderlichen Zulassungen.
Damit hatte sich die BSC als wichtige Ethereum-Alternative etabliert, insbesondere für Nutzer und Entwickler, denen niedrige Kosten und kompatible Anwendungen wichtig waren.
2. Cardano
Als Nächstes folgt Cardano. Das Netzwerk erhielt mit dem Alonzo-Upgrade vom 12. September 2021 Unterstützung für Plutus-Smart-Contracts. Dies war ein Meilenstein der Goguen-Entwicklung.
Das Upgrade erweiterte die Anwendungsmöglichkeiten und das Interesse am Ökosystem. Im Frühjahr 2022 baute Cardano weiter an Anwendungen und Diensten. Das jüngere Anwendungsökosystem bot frühen Entwicklern Raum für dApps und DeFi-Protokolle mit weniger bereits etablierten Konkurrenten innerhalb des Netzwerks.
Die neuen Funktionen weckten optimistische Erwartungen an ADA. Gleichzeitig sank der Kryptomarkt von den Niveaus Ende 2021 bis ins Jahr 2022. Die optimistische Bewertung sah noch ungenutztes Potenzial; ein Kursrückgang allein beweist jedoch weder eine Unterbewertung noch einen künftigen starken Anstieg.
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3. Solana
Die nächste Alternative ist Solana, das seit dem Start 2020 Nutzer auf der Suche nach niedrigeren Gebühren und schnelleren Transaktionen anzog. Das Ökosystem wuchs besonders im Bereich DeFi und verwandter Anwendungen.
Solana ist auf dApps und eine hohe Verarbeitungskapazität ausgelegt. Proof of History (PoH) liefert eine überprüfbare zeitliche Reihenfolge von Ereignissen und wird zusammen mit Proof of Stake und Tower BFT verwendet; PoH ist für sich genommen kein Konsensmechanismus. Die Architektur zielt auf schnelle Verarbeitung und niedrige Kosten. Benutzerfreundlichkeit und Entwicklungswerkzeuge zogen Entwickler an, auch aus Ethereum, garantieren jedoch weder Sicherheit noch unbegrenzte Skalierbarkeit.
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4. Polkadot
Einen anderen Ansatz zur Skalierung verfolgt Polkadot. Das Netzwerk verwendet parallele Anwendungsketten, sogenannte Parachains, die mit einer gemeinsamen Relay Chain verbunden sind. Sie verarbeiten unterschiedliche Aufgaben parallel, während die Relay Chain Koordination und gemeinsame Sicherheit bereitstellt.
Diese Arbeitsteilung kann die Gesamtkapazität erhöhen und auf Anwendungen zugeschnittene Ketten ermöglichen. Sie macht die Kapazität jedoch nicht unbegrenzt und gewährleistet keinen störungsfreien Betrieb bei beliebig hoher Nachfrage.
Polkadot erleichtert außerdem die Kommunikation zwischen verbundenen Ketten. Verbindungen zu externen Blockchains benötigen eigene Brücken und Implementierungen; nicht jede Parachain wird automatisch zur Brücke zu allen anderen Netzwerken. Die Vision eines stärker vernetzten Web 3.0 war 2022 ein wichtiger Teil der Attraktivität des Projekts.
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5. Avalanche
Auf dem fünften Platz folgt Avalanche, eine Layer-1-Plattform für dApps und maßgeschneiderte Blockchain-Netzwerke. Das Projekt wollte bei Smart Contracts und anderen Blockchain-Produkten mit Ethereum konkurrieren. Die Architektur machte es zu einer relevanten Alternative, ohne eine Verdrängung Ethereums zu gewährleisten.
Der 2022 veröffentlichte Vergleich nannte etwa 15 Transaktionen pro Sekunde für Ethereum und eine Kapazität von 6.500 für Avalanche. Das sind nicht zwangsläufig vergleichbare Messungen der tatsächlichen Nutzung und kein Beleg dafür, dass Sicherheit und Skalierung ohne Abwägungen auskommen. Das Primärnetzwerk von Avalanche umfasst drei Ketten: die X-Chain für Vermögenswerte, die C-Chain für Smart Contracts und die P-Chain für Validatoren und die Netzwerkkoordination.
Avalanche war damit ein Projekt, das sich für Interessenten an Ethereum-Alternativen näher zu untersuchen lohnte.
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6. Tron
Gegen Ende der Liste folgt Tron. Das Projekt begann auf Ethereum und gab TRX als ERC‑20‑Token heraus. Das eigene Mainnet startete im Mai 2018, die Token-Migration folgte im Juni. Tron wollte als dApp-Plattform mit Ethereum konkurrieren.
Tron hatte zudem ein besonderes Ziel für die Unterhaltungsbranche: Inhalte dezentral zu verteilen und diejenigen zu belohnen, die bei ihrer Verbreitung und Bereitstellung helfen.
In den ersten Jahren erhielt Tron viel Aufmerksamkeit für Partnerschaften, wachsende Unterstützung, kostenlose Token-Verteilungen und andere Aktionen. Zeitgenössische Bewertungen beschrieben auch eine spätere Abkühlung der Begeisterung und Kritik an der intensiven Werbung des Gründers Justin Sun. Sun hatte den CEO-Posten der Tron Foundation im Dezember 2021 verlassen.
Unabhängig von der Meinung zu TRX oder Sun konnte Tron für bestimmte Anwendungen und Transaktionen eine funktionale Alternative sein. Niedrigere Kosten und eine andere Architektur sind relevante Unterschiede, beweisen aber keine allgemeine technische Überlegenheit gegenüber Ethereum.
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7. Cosmos
Cosmos ist schließlich ein Ökosystem unabhängiger Blockchains mit Werkzeugen für Entwicklung und Kommunikation zwischen Ketten. Es will langsame Verarbeitung, hohe Kosten, Skalierungsgrenzen und Energieverbrauch angehen. Im März 2022 nutzten Bitcoin und Ethereum noch Proof of Work, während mehrere Cosmos-Ketten Proof of Stake verwendeten. Das bedeutet nicht, dass sich PoW-Netzwerke seit dem Start von Bitcoin 2009 technisch nicht weiterentwickelt hätten.
Cosmos will Blockchain-Technologie zudem für Entwickler und Nutzer einfacher machen. Werkzeuge für dApps und die Kommunikation unabhängiger Ketten sollen die Fragmentierung der Branche verringern. Diese Ziele erklärten einen großen Teil des Interesses am Projekt.
Für diese auf Infrastruktur und Benutzerfreundlichkeit ausgerichtete Vision wurde die Bezeichnung „Blockchain 3.0“ verwendet. Sie beschreibt den Anspruch des Projekts und ist keine objektive technische Rangliste. Cosmos wurde wegen dieses Ansatzes und seiner damaligen Position am Kryptomarkt aufgenommen.
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Fazit
Wer im Frühjahr 2022 mit Ethereums Kosten und Kapazität unzufrieden war, konnte verschiedene alternative Ketten erkunden. Unterschiedliche Ökosysteme konnten verschiedene Anforderungen an Anwendungen, Gebühren und Transaktionsverarbeitung erfüllen.
Ethereum entwickelte währenddessen den Wechsel zu Proof of Stake und weitere Skalierungslösungen. Die PoS-Umstellung allein würde das Problem hoher Gasgebühren nicht automatisch lösen. Nutzer konnten bei Ethereum bleiben, vorübergehend eine andere Kette ausprobieren oder sich langfristig für ein anderes Ökosystem entscheiden, je nach ihren Anforderungen.












