Vordenker
Sechs Megatrends, die digitale Assets im Jahr 2024 definieren

Im Jahr 2024 wird das Bitcoin-Netzwerk 15 Jahre alt; Satoshi Nakamotos Whitepaper erschien bereits im Oktober 2008. Aus einem Experiment am Rand des Internets ist eine Anlageklasse geworden, die Aufmerksamkeit und Kapital großer Investoren anzieht. Wie ein Jugendlicher am Beginn seines 16. Lebensjahres könnte die Branche weitere Schritte zur Reife machen. Aus der Perspektive dieser Analyse vom November 2023 könnten nach den Schwierigkeiten des Kryptowinters mehrere wirtschaftliche und technische Veränderungen den Sektor im kommenden Jahr prägen.
Die folgenden sechs Megatrends könnten nach Einschätzung des Autors das Jahr 2024 bestimmen:
Regelkonforme Vermögenswerte gewinnen durch klarere Regulierung an Bedeutung
Mit Blick auf 2024 nimmt das regulatorische Umfeld für digitale Vermögenswerte deutlichere Konturen an. In den USA beeinflussen das strenge Vorgehen der SEC und das bevorstehende Wahljahr die Erwartungen. Betrugsfälle und Missmanagement haben Anleger vorsichtiger werden lassen und das Interesse an regulierten Angeboten verstärkt. Auch die Verabschiedung von MiCA in der Europäischen Union und neue Gesetze in Südkorea im Jahr 2023 weisen auf eine stärkere Aufsicht hin. Der Autor erwartet deshalb mehr Interesse an durch reale Vermögenswerte gedeckten Wertpapiertoken. Seine These ist ein Übergang zu stärker strukturierten Anlagen mit Regeleinhaltung und Anlegerschutz; für jede Kategorie bleibt der jeweils einschlägige Rechtsrahmen maßgeblich.
Institutionelle Akzeptanz: von Bitcoin zu ETFs und darüber hinaus
Im November 2023 nährt die mögliche Zulassung von Bitcoin-Spot-ETFs in den USA die Erwartung stärkerer institutioneller Beteiligung. Große Anleger interessieren sich für Bitcoin und, als gesonderte Kategorie, für regulierte Wertpapiertoken. Börsengehandelte Produkte könnten traditionellen Anlegern den Zugang erleichtern, während manche Altcoins an Bedeutung verlieren könnten. Der Autor hält auch künftige Fonds mit anderen Kryptowerten oder Körben von Kryptowerten für möglich, was die Nachfrage nach den jeweiligen Basiswerten erhöhen könnte. Seine Perspektive umfasst zudem tokenisierte Fonds und Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen und Gold, die je nach Marktstruktur und Vorschriften zu erweiterten Handelszeiten verfügbar sein könnten. Das zentrale Thema ist ein reifender Markt mit regulierten Anlagestrukturen.
Reale Vermögenswerte und DeFi: eine Chance in Billionenhöhe
Der Autor veranschlagt das potenzielle Universum realer Vermögenswerte für diese langfristige Chance auf 280 Billionen US-Dollar. Dies ist die in der Analyse angenommene Marktgröße, kein bereits zugesagter Zufluss in DeFi. Die Tokenisierung von Aktien, Anleihen, Immobilien und anderen Vermögenswerten könnte ihre schrittweise Einbindung in dezentrale Finanzplattformen ermöglichen. Diese Annäherung traditioneller und dezentraler Finanzmärkte könnte Zugang und Liquidität verbessern, abhängig von Infrastruktur, Nachfrage und rechtlichen Voraussetzungen.
Branchenkonsolidierung: Vorbereitung auf einen möglichen neuen Aufschwung
In den 18 Monaten vor Veröffentlichung dieser Analyse erlebte die Branche zahlreiche Zusammenbrüche. Betrugsfälle und Unternehmen, die ihre Reserven aufbrauchten, stellten ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe. Zusammen mit einem schwachen Umfeld für Risikokapital und Börsengänge könnte dies Fusionen und Übernahmen begünstigen. In Erwartung eines neuen Aufschwungs prüfen überlebende Unternehmen die Bündelung ihrer Kräfte. Nach Einschätzung des Autors könnte die Konsolidierung zu größerer Stabilität und langfristiger Tragfähigkeit beitragen.
KI und Blockchain: Dezentralisierung und Herkunftsnachweise
Trotz ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bringt künstliche Intelligenz Herausforderungen mit sich. Die Konzentration auf proprietäre, geschlossene Systeme kann Zugang und Innovation einschränken und Macht bündeln, auch wenn es offene Initiativen gibt. Blockchain kann transparentere Modelle für Datenaustausch und Entscheidungsregeln unterstützen, macht die Funktionsweise eines KI-Modells aber nicht automatisch verständlich. Ein weiterer möglicher Einsatz betrifft Desinformation und Deepfakes: Digitale Signaturen und überprüfbare Aufzeichnungen können Herkunft und Bearbeitungsgeschichte von Inhalten nachvollziehbar machen. Ein solcher Herkunftsnachweis garantiert jedoch nicht die Wahrheit dessen, was ein Inhalt behauptet oder darstellt.
Die Beschleunigung von CBDC‑Initiativen
Digitale Zentralbankwährungen, kurz CBDCs, entwickeln sich von Experimenten zu umfassenderen öffentlichen Projekten. Ein Bericht des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2023 beschreibt mehr als 100 Länder, die zusammen über 95 Prozent des weltweiten BIP repräsentieren und an Forschung, Entwicklung, Pilotprojekten oder bereits eingeführten CBDC-Initiativen beteiligt waren. Der Bericht verbindet dieses Interesse mit der möglichen Rolle solcher Währungen bei der Weiterentwicklung digitaler Zahlungen.
Der Autor erwartet für 2024 eine Beschleunigung der CBDC-Entwicklung. Mögliche Vorteile wie effizientere Transaktionen und die Wahrung monetärer Souveränität könnten Regierungen und Zentralbanken zu weiteren Investitionen bewegen. Dabei geht es nicht nur um die Digitalisierung von Geld, sondern auch um die Überprüfung globaler Finanzinfrastrukturen und ihrer Interoperabilität.
Aus der im November 2023 dargestellten Perspektive könnte 2024 eine Phase der Konsolidierung, des Wachstums und der Weiterentwicklung digitaler Vermögenswerte werden. Die sechs Trends beschreiben Erwartungen an Veränderungen der Branche und ihrer Verbindung zum globalen Finanzsystem. Ihre Verwirklichung hängt von regulatorischen Entscheidungen, der Akzeptanz und der technischen Entwicklung ab.












