Energie
Meerwasser-Uran ein Schritt näher an einer nutzbaren Energiequelle

Kernenergie aus Brennstoffen wie Uran liefert Strom mit niedrigen Emissionen über den Lebenszyklus. Ihre Geschichte umfasst auch schwere Unfälle. Moderne Sicherheitssysteme senken Risiken, doch Aufsicht, Abfallmanagement und Umweltschutz bleiben notwendig. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen regt eine Neubewertung der Kernenergie an.
Forschende stellten 2023 ein elektrochemisches Verfahren zur Urangewinnung aus Meerwasser vor. Ob es im großen Maßstab nachhaltig sein kann, hängt noch von Kosten, Energieverbrauch und Umweltwirkungen ab.
Ein Forschungsfortschritt
Die in ACS Central Science veröffentlichte Studie trägt den Titel „Selbsttragende Elektroden aus porösen aromatischen Gerüsten für eine effiziente elektrochemische Urangewinnung“. Untersucht wurde die Abscheidung gelöster Uranyl-Ionen, nicht die direkte Herstellung von Strom oder fertigem Kernbrennstoff aus Wasser.
Die gesamte in den Ozeanen gelöste Uranmenge wird auf „etwa 4,5 Milliarden Tonnen, fast das 1.000-Fache der Uranreserven an Land“ geschätzt. Gelöste Gesamtmengen sind jedoch nicht mit wirtschaftlich gewinnbaren Reserven gleichzusetzen. Die Urankonzentration im Meerwasser ist sehr gering.
Das Team beschichtete Kohlefasergewebe mit einem porösen Polymer mit Amidoximgruppen, die Uranyl-Ionen binden. Das Gewebe diente als Kathode, Graphit als Anode; bei angelegtem Strom sammelten sich uranhaltige Niederschläge auf der Oberfläche. In natürlichem Wasser aus dem Bohai-Meer wurden innerhalb von 24 Tagen 12,6 mg Uran pro Gramm aktiv beschichteten Materials gewonnen, nicht pro Gramm Wasser. Der elektrochemische Prozess war etwa dreimal schneller als die passive Anreicherung auf dem Gewebe.
Nach Ansicht des Teams hat die Arbeit „eine wirksame Strategie für die elektrochemische Urangewinnung aus Meerwasser bereitgestellt“. Das Forschungsergebnis belegt noch nicht, dass eine kommerzielle Gewinnung billiger oder umweltverträglicher als Bergbau ist.
Was ist Uran?
Unternehmen der Energie- und Kerntechnik
Öffentliche Forschungseinrichtungen und private Unternehmen tragen zur Energie- und Kerntechnik bei. Die folgenden Unternehmen haben unterschiedliche Rollen; nicht alle entwickeln Meerwasser-Urangewinnung oder Fusion.
Die Tabellenwerte sind historische Momentaufnahmen aus dem Artikel von 2023, keine aktuellen Börsendaten. Heutige Kennzahlen müssen gesondert geprüft werden.
1. Exelon Corporation
EXC Preisdiagramm
EXC Preisdiagramm
| Marktkapitalisierung (USD) | KGV auf Basis des erwarteten Gewinns im nächsten Jahr | Gewinn je Aktie (USD) |
| 35,288,256,397 | 15.00 | $2.14 |
Die in Chicago ansässige Exelon Corporation (EXC ) spaltete ihre Stromerzeugung im Februar 2022 als Constellation ab. Exelon konzentrierte sich auf Übertragung und Verteilung. Die alte Beschreibung mit 23 Reaktoren und 14 Kernkraftwerken betrifft daher nicht den heutigen Kraftwerksbetrieb von Exelon. Tabelle und EXC-Chart beziehen sich auf Exelon, nicht auf Constellation.
2. NextEra Energy, Inc.
NEE Preisdiagramm
NEE Preisdiagramm
| Marktkapitalisierung (USD) | KGV auf Basis des erwarteten Gewinns im nächsten Jahr | Gewinn je Aktie (USD) |
| 126,508,299,310 | 19.73 | $3.78 |
NextEra Energy (NEE ) hatte laut Geschäftsbericht 2023 Kernkraftwerke in Florida, New Hampshire und Wisconsin. Die Kernspaltung selbst setzt kein Kohlendioxid frei, doch die Anlagen haben Lebenszykluswirkungen. Die ursprünglich genannten über 24 Millionen Tonnen vermiedener Emissionen pro Jahr waren eine Vergleichsschätzung, keine Messung vollständig emissionsfreier Energie.
3. BWX Technologies, Inc.
BWXT Preisdiagramm
BWXT Preisdiagramm
| Marktkapitalisierung (USD) | KGV auf Basis des erwarteten Gewinns im nächsten Jahr | Gewinn je Aktie (USD) |
| 7,073,938,512 | 26.20 | $2.44 |
Das US-Unternehmen BWX Technologies (BWXT ) liefert nukleare Komponenten, Technologien und Brennstoffe. Zu den Tätigkeiten zählen nukleare Schiffsantriebe, Nuklearmedizin und Forschungsreaktoren. 2023 meldete es einen Engineering-Auftrag von GE Hitachi für den Reaktordruckbehälter des kleinen modularen Reaktors BWRX-300. Entwicklungspläne in Europa, darunter Polen, sind nicht mit bereits in Betrieb genommenen Kraftwerken gleichzusetzen.
Abschließende Gedanken
Die elektrochemische Urangewinnung aus Meerwasser und die Kernfusion sind unterschiedliche Forschungsbereiche. Erstere könnte die Brennstoffquellen für Kernspaltung erweitern, wenn sich die großtechnische Gewinnung wirtschaftlich und ökologisch bewährt. Letztere sucht eine andere Energiequelle mit erheblichen technischen Herausforderungen. Die Ergebnisse von 2023 sind Forschungsfortschritte, kein Nachweis bereits verfügbarer, unbegrenzter Elektrizität ohne Umweltwirkungen.













