Digitale Vermögenswerte
Polygon teilt Hermez 2.0 Dokumentation, Testnet-Start für Mitte 2022

Im August 2021 kündigte Polygon die Übernahme der Rollup-Plattform Hermez an. Das Team und die Plattform wurden als Polygon Hermez in das Ökosystem integriert. Polygon bezeichnete dies nach damaligem Kenntnisstand als erste vollständige Fusion zweier Blockchain-Netzwerke. Vorgesehen war eine Umtauschmöglichkeit von einem HEZ in 3,5 MATIC. Die Ankündigung bedeutete nicht, dass sämtliche Bestände bereits automatisch umgetauscht worden waren.
Polygon interessierte sich besonders für die Zero-Knowledge-Technologie (ZK) von Hermez und das Ziel einer mit Ethereum kompatiblen virtuellen Maschine mit ZK-Nachweisen. Die Fusion gehörte zu einer breiteren Zusage von einer Milliarde Dollar für ZK-Technologien; dieser Betrag war nicht der Übernahmepreis. Im Mai 2022 befand sich Hermez 2.0 noch in Entwicklung. Ein öffentliches Testnetz war für Mitte 2022 geplant, ohne verbindlichen Starttermin.
Das waren die wichtigsten Punkte des Vorhabens:
Eine ZK-Implementierung der Ethereum Virtual Machine
Polygon wollte das seit März 2021 aktive Hermez 1.0 mit Polygon Hermez 2.0 weiterentwickeln. Die neue Version sollte Einschränkungen des Vorgängers beheben und eine sichere, dezentrale Layer-2-Lösung mit offener Teilnahme bieten. Dies waren Entwicklungsziele, keine Garantie vollständiger Risikofreiheit. Laut Polygon unterstützte Hermez 1.0 bei Zahlungen und Übertragungen von ERC-20-Token bis zu 2.000 Transaktionen pro Sekunde. Die Zahl bezog sich auf das Rollup-System und nicht auf die Verarbeitungskapazität der Ethereum-Basisschicht. Eine wesentliche Neuerung von Hermez 2.0 sollte die Unterstützung von Smart Contracts sein, um die Nutzung durch dezentrale Anwendungen und ihre Nutzer zu erleichtern.
Herausforderungen bei Hermez 1.0
Hermez 1.0 verwendete Proof of Donation (PoD) mit einer Auktion zur Auswahl der Batch-Koordinatoren. Polygon verwies auf die Komplexität und die Kosten für Teilnehmer. Das Auswahlmodell konnte die Erstellung von Transaktionsbündeln auf wenige besonders effiziente Betreiber konzentrieren, während andere Bieter seltener zum Zug kamen.
Auch das Auktionsverfahren selbst brachte laut Polygon Risiken mit sich, insbesondere in der Startphase. Fiel ein ausgewählter Betreiber aus oder handelte er böswillig, konnten Verzögerungen entstehen. Offene Teilnahme bedeutete jedoch nicht, dass jeder Teilnehmer allein das gesamte Register kontrollieren oder Transaktionsregeln umgehen konnte.
Als Alternative entwickelte das Team Proof of Efficiency (PoE). Im vorgesehenen Modell sollten Sequencer Transaktionen zu Batches bündeln und beim PoE-Vertrag einreichen. Aggregatoren sollten Gültigkeitsnachweise für diese Batches erzeugen, die anschließend auf Ethereum überprüft werden konnten.
PoE sollte eine Batch-Produktion ohne vorherige Genehmigung, angemessene Dezentralisierung und effiziente Verarbeitung ermöglichen sowie schädliches Verhalten begrenzen. Das waren angestrebte Eigenschaften des Designs, kein Nachweis eines Schutzes vor jedem Angriff.
Effiziente Aggregatoren sollten Anreize erhalten, sich an der Erzeugung der Nachweise zu beteiligen. Berechnungen sollten außerhalb der Blockchain stattfinden, während Nachweise und erforderliche Daten je nach Konfiguration auf der Blockchain veröffentlicht würden. Gemeint war nicht lediglich eine Online-Speicherung. Im Mai 2022 war die Konfiguration zur Datenverfügbarkeit noch offen: Ein vollständiges zk-Rollup veröffentlicht Daten und Nachweise auf der Blockchain. Validium hält Daten außerhalb und veröffentlicht nur Nachweise auf der Blockchain. Volition kombiniert diese Möglichkeiten für verschiedene Transaktionen.
Outlier Ventures und Polygon kündigen zweite Base-Camp-Ausgabe an
Die auf Web3 und das Metaverse ausgerichtete Plattform Outlier Ventures hatte sich außerdem für Polygon entschieden, um eine neue Ausgabe des Base-Camp-Accelerators aufzulegen. Die Zusammenarbeit sollte auf der vorherigen Ausgabe aufbauen und Web3-Startups bei Finanzierung, Skalierung und Wachstum unterstützen.
Übergang und Vernetzung
Das 2022 angekündigte Programm richtete sich auf den Übergang von Web2 zu Web3 und eine bessere Nutzererfahrung. Schwerpunkte waren NFTs mit praktischen Funktionen, interoperable Spieleplattformen, DeFi-Protokolle auf mehreren Blockchains, MetaFi und Lösungen zur Verbindung verschiedener Blockchains.
Laut der Ankündigung von Outlier Ventures endete die Auswahl für die Kohorte am 19. Juni 2022. Das war kein bestätigter Programmstart. Der Accelerator sollte Geschäftsstrategien, Produkte und Community-Wachstum fördern und traditionelle mit dezentralen Finanzanwendungen verbinden. Weitere Bereiche waren Wallets, der Wechsel zwischen Fiatgeld und Kryptowerten sowie Identitäts- und Datenschutzlösungen.
Nach den damals angekündigten Bedingungen sollten teilnehmende Teams zunächst eine Investition von 125.000 Dollar erhalten. Anschließend waren bis zu 250.000 Dollar zusätzliche Finanzierung möglich, aber nicht für jeden Bewerber garantiert. Teilnehmer konnten ihre Präsentation vor mehr als 30 Mentoren erproben und Kontakte zu Gründern, Investoren und Web3-Entwicklern knüpfen. Das bot Finanzierungsmöglichkeiten, jedoch keine Zusage aller angesprochenen Investoren.
Mehr erfahren Sie in unserem Leitfaden zum Investieren in Polygon.












