Digitale Vermögenswerte
Polygon folgt Matter Labs bei der Einführung einer EVM‑kompatiblen ZK‑Skalierungslösung

Im März 2023 verschärfte sich der Wettbewerb zwischen Zero-Knowledge-Rollups, die Ethereum-Anwendungen unterstützen. Diese zkEVM-Lösungen bündeln Transaktionen und lassen deren Verarbeitung mithilfe von Gültigkeitsnachweisen auf Ethereum überprüfen. Sie können Kapazität erhöhen und Gebühren senken, unterscheiden sich aber im Grad ihrer EVM-Kompatibilität. Eine schnelle Bestätigung auf Layer 2 bedeutet zudem nicht, dass die Transaktion sofort auf Ethereum endgültig abgewickelt ist.
Polygon öffnete am 27. März die Mainnet-Beta von Polygon zkEVM. Das Netzwerk unterstützt unter anderem in Solidity geschriebene Ethereum-Anwendungen; der Quellcode wurde veröffentlicht. Das Projekt war seit über acht Monaten in Entwicklung, einschließlich einer internen Prüfung und zweier unabhängiger Audits. Laut den damaligen Ankündigungen hatten mehr als 50 Projekte aus Bereichen wie Web3 und Blockchain-Spielen Interesse gezeigt oder Integrationen vorbereitet. Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin führte die erste symbolische Transaktion auf dem Netzwerk aus. Die Botschaft lautete: „Ein paar Millionen Beschränkungen für den Menschen, unbegrenzte Skalierbarkeit für die Menschheit.“
Polygon zkEVM folgt kurz nach zkSync Era
Die Veröffentlichung des zkEVM Layer‑2‑Netzwerks erfolgte etwa fünfeinhalb Monate nach der Öffnung des öffentlichen Testnetzes am 10. Oktober 2022. Polygon-Mitbegründer Mihailo Bjelic erklärte, dass in der Testphase fast 6.000 Smart Contracts ohne Änderungen bereitgestellt worden seien. EVM-Äquivalenz erleichtert die Übertragung von Ethereum-Anwendungen. Polygon betonte jedoch, dass die neue Technologie weitere praktische Erprobung benötige, und riet in der Betaphase zur Vorsicht. Die öffentliche Mainnet-Beta war mit Spannung erwartet worden, da mehrere Teams sich Vorteile durch einen frühen Start erhofften. Scroll, Starknet und Matter Labs arbeiteten an Lösungen mit unterschiedlichen Architekturen und Graden der EVM-Kompatibilität. Matter Labs öffnete zkSync Era am 24. März für die Öffentlichkeit. Es war allerdings nicht das einzige bereits aktive ZK-Rollup-Netzwerk: Die auf Cairo basierende Mainnet-Alpha von Starknet war im November 2021 geöffnet worden.
ZK-Rollups bieten eine Alternative zu optimistischen Rollups
ZkEVM-Lösungen verarbeiten Transaktionen in Gruppen und erzeugen Gültigkeitsnachweise, die Ethereum überprüft. Ethereum muss nicht alle Transaktionen der Gruppe erneut ausführen. Polygon untersuchte außerdem ZK-Technologie für seine separate Proof-of-Stake-Chain. Diese Forschung war vom Start von Polygon zkEVM zu unterscheiden. ZK galt als vielversprechende Alternative zu optimistischen Rollups.
Manche Branchenexperten vermuteten, dass ZK-Rollups langfristig die Bedeutung optimistischer Rollups verringern könnten. Die Starts bewiesen jedoch nicht, dass Letztere bereits überholt waren, und lösten nicht automatisch den Zielkonflikt zwischen Sicherheit, Dezentralisierung und Skalierbarkeit. Polygon wollte das Betanetzwerk mit dem Zustrom neuer Nutzer weiterentwickeln und optimieren.
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zkSync Era öffnet vor Polygon zkEVM für die Öffentlichkeit
Die Ethereum-Skalierungslösung zkSync fand Ende März Beachtung. Matter Labs öffnete die Mainnet-Alpha von zkSync Era am 24. März für die Öffentlichkeit, drei Tage vor der Beta von Polygon zkEVM. Das Unternehmen bezeichnete sie als erstes öffentlich zugängliches EVM-kompatibles ZK-Netzwerk. Alpha blieb eine frühe Betriebsphase.
Das zkSync‑Team feierte dies als das Ergebnis von vier Jahren Arbeit, mit Sicherheitsaudits, Prämien für entdeckte Schwachstellen, öffentlichen Wettbewerben, Risikomanagement und unabhängiger Überwachung. Eras Architektur sollte neue Anwendungen und eine breite Nutzung ermöglichen. Kostengünstige Datenschutzfunktionen und weitreichende Skalierung waren Entwicklungsziele, keine Garantien für automatisch private Transaktionen oder unbegrenzte Kapazität beim Start.
Die Sicherheitsarbeit hinter zkSync Era
Matter Labs gab an, mehr als ein Jahr und 3,8 Millionen Dollar in die Sicherheitsarbeit investiert zu haben. Das Team betonte die Bedeutung einer Verringerung von Sicherheitsrisiken. Die Aussage, umfassender als Wettbewerber vorgegangen zu sein, war eine Einschätzung des Unternehmens.
Die Arbeit umfasste sieben externe Audits unter anderem von OpenZeppelin, drei interne Audits und zwei öffentliche Sicherheitswettbewerbe; einige Prüfungen liefen noch. Hinzu kam ein fortlaufendes Prämienprogramm für entdeckte Schwachstellen. Das Testnetz lief seit Februar 2022, das Mainnet war seit Oktober 2022 für einen begrenzten Kreis geöffnet. Der öffentliche Zugang begann im März 2023. Auch der Quellcode von zkSync Era wurde veröffentlicht.
Betrieb während der Alphaphase
Mit der Öffnung der Alpha betonte das Team die Notwendigkeit fortlaufender Sicherheitsarbeit, unabhängiger Überwachung und risikomindernder Mechanismen.
Die Maßnahmen umfassten verzögerte Auszahlungen, eine Genehmigungspflicht für die Einreichung von ZK-Nachweisen, kontinuierliche Überwachung, weitere Audits und Schwachstellenprämien. Die Genehmigungspflicht betraf die Einreichung der Nachweise, nicht den allgemeinen Zugang zu Anwendungen. Nach Erreichen festgelegter Reifekriterien sollte ein Sicherheitsrat eingerichtet werden können, um dringende Protokollaktualisierungen zu ermöglichen.
Die Architektur von zkSync Era
zkSync Era bietet native Kontoabstraktion, einen LLVM-basierten Compiler und Datenkompression. Der Compiler unterstützt Ethereum-Entwicklern vertraute Sprachen, doch Era verwendet eine eigene, für ZK-Nachweise optimierte virtuelle Maschine und keine mit EVM identische Ausführungsumgebung. Die Veröffentlichung und Kompression von Zustandsänderungen kann die auf Ethereum zu speichernde Datenmenge verringern. Hyperskalierbarkeit war eine langfristige Vision für eine breite Kryptonutzung.
Laut dem damaligen Interview hielt Matter-Labs-Chef Alex Gluchowski den technischen Nutzen von drei Tagen Vorsprung gegenüber Polygon für begrenzt. Die Stellung als erster Anbieter könne aber bei der Vermarktung an neue Nutzer helfen.
Weitere Entwicklungen rund um ZK‑Technologie
CryptoGPT gibt GPT-Token aus
CryptoGPT bewarb eine ZK-basierte Ethereum-Layer-2-Plattform und gab im März während des Interesses an KI und ChatGPT seinen GPT-Token aus. Der Handel begann am 10. März unter anderem auf Bitfinex. Laut damaligen Berichten wurde der Token auch auf Bybit, Gate.io, Uniswap, MEXC, Bitget und PancakeSwap gelistet.
Das Projekt plante, Nutzern Einnahmen aus Daten von Anwendungen für Fitness, Lebensstil, Musik, Partnersuche, Spiele und Reisen zu ermöglichen. Daten von Nutzern, die einwilligten, sollten gesammelt und für KI-Anwendungen verkauft werden. Zur Aufzeichnung von Aktivitäten waren auch NFTs vorgesehen. Die Angabe eines weltweiten KI-Datenmarktes von einer Billion Dollar war eine kommerzielle Schätzung des Projekts. Die Website von CryptoGPT gab an, das App-Ökosystem habe zwei Millionen Nutzer und 150.000 tägliche Nutzer erreicht. Das waren eigene Angaben des Projekts, keine unabhängig verifizierte Nutzerstatistik.
Proven sammelt 15,8 Millionen Dollar in einer Frühfinanzierung
Der ZK-Entwickler Proven gab am 9. März bekannt, in einer von Framework Ventures geleiteten Frühfinanzierung 15,8 Millionen Dollar erhalten zu haben. Die offizielle Pressemitteilung nannte auch Balaji Srinivasan, Roger Chen und Ada Yeo als Investoren. Proven entwickelte eine Lösung, um sowohl Vermögenswerte als auch Verbindlichkeiten von Stablecoin-Emittenten, Börsen, Verwahrern und Vermögensverwaltern täglich für Kunden, Kreditgeber und Aufsichtsbehörden nachzuweisen.
Das Team hatte Erfahrung unter anderem bei Jane Street und PIMCO sowie mit Prüfungen, Liquiditätsmanagement und Transparenz in der Vermögensverwaltung. Proof of Solvency sollte eine Überprüfung ermöglichen, ohne die gesamte Bilanz oder andere sensible Daten offenzulegen. Bitso, M11 Credit, TrueUSD und CoinList wurden als Pilotpartner genannt. Der Nachweis beseitigt Risiken nicht von selbst: Seine Aussagekraft hängt auch von korrekten Ausgangsdaten und der Einbeziehung sämtlicher relevanter Verbindlichkeiten ab.
Eine Lösung, um Vertrauen in Krypto und traditionelle Finanzen wiederherzustellen
Der Mitbegründer von Proven, Richard Dewey, sagte, dass die letzten Monate ein Problem ans Licht gebracht haben, das sowohl traditionelle Finanzinstitute als auch digitale Asset‑Firmen seit Langem beschäftigt – die Unfähigkeit, Vertrauen bei Kunden aufzubauen und gleichzeitig ein hohes Maß an Privatsphäre zu wahren, was zu Misstrauen und Ansteckung führt. Er erklärte, dass Proven geschaffen wurde, um eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung zu bieten, die Kunden und Regulierungsbehörden Vertrauen in Börsen, Kreditgeber, Vermögensverwalter und Stablecoins gibt und gleichzeitig sensible Nutzerdaten schützt.
Roy Learner, Partner bei Framework Ventures, sah das langfristige Überleben des Kryptosektors wesentlich vom Vertrauen zwischen Kunden und den Plattformen abhängig, denen sie Vermögen anvertrauen. Die Plattformen suchten Lösungen zum Schutz des eigenen Geschäfts und ihrer Kunden. Seiner Ansicht nach versetzten Provens ZK-basierte Solvenzprüfung und die Erfahrung des Teams in traditioneller Finanzwirtschaft und Krypto das Unternehmen in eine gute Lage, Transparenz und Datenschutz gleichzeitig zu fördern.
Möglichkeiten der ZK-Technologie und Aufsicht
Die Berichterstattung vom 8. März behandelte eine Analyse des New Yorker Finanzforschungsunternehmens FS Insight zu den Möglichkeiten der ZK-Technologie. Das Unternehmen untersuchte, wie Informationen überprüft werden können, während Privatsphäre und Informationssicherheit gewahrt bleiben.
Vorteile und Anwendungen der Zero‑Knowledge‑Technologie
ZK-Rollups verarbeiten Transaktionen außerhalb von Ethereum in Gruppen und übermitteln Gültigkeitsnachweise sowie notwendige Daten an Layer 1. Dies kann Kapazität erhöhen, Kosten senken und Ethereum für mehr Nutzer zugänglich machen.
Polygon, zkSync und Aztec zeigen unterschiedliche Anwendungen der ZK-Technologie. Skalierbarkeit und Datenschutz sind jedoch getrennte Eigenschaften: Polygon zkEVM und zkSync Era machten Transaktionen bei diesen Starts nicht automatisch anonym. Datenschutz- und Authentifizierungssysteme können so gestaltet werden, dass sie bestimmte Angaben nachweisen, ohne sämtliche Hintergrunddaten offenzulegen. Die Analyse beschrieb die damaligen Meilensteine als Beginn der technologischen Entwicklung.
Regulatorische Herausforderungen
Laut Berichterstattung warnte FS Insight, dass Anwendungen zur Anonymisierung von Transaktionen etwa wegen Geldwäscherisiken die Aufmerksamkeit von Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden auf sich ziehen könnten. Als Beispiel wurde Tornado Cash genannt, das die US-Sanktionsbehörde OFAC im August 2022 auf ihre Sanktionsliste setzte. Dies war kein allgemeines Verbot von ZK-Nachweisen und zeigt nicht, dass sämtliche ZK-Rollups dieselbe rechtliche Stellung haben.
Das Unternehmen erwartete mögliche Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung (AML) und Kundenidentifizierung (KYC) für bestimmte Dienste. Welche Regeln gelten, hängt vom Dienst und der Rechtsordnung ab. ZK-Technologie kann sowohl Datenschutz als auch überprüfbare Nachweise unterstützen; Anonymität ist keine automatische Eigenschaft jeder Anwendung.












