Bitcoin News
Das Potenzial des Lightning‑Netzwerks wird Wirklichkeit

In seiner kurzen Geschichte hat sich Bitcoin zu einem weltweit zunehmend genutzten Mittel entwickelt, um Wert zu speichern und zu übertragen. Steigt die Nachfrage nach Platz in den Blöcken, können Transaktionen jedoch langsamer und Gebühren höher werden. Die Erzählung über Bitcoin verlagerte sich deshalb teilweise von einer digitalen Währung zu einem Wertspeicher und Übertragungsmittel. Im April 2022 betrachtete dieser Artikel das Lightning Network (LN) als Lösung auf einer zweiten Ebene, deren Nutzung für Zahlungen zunahm.
Vorteile von Lightning
Lightning ermöglicht Zahlungen über Kanäle außerhalb der Hauptblockchain. So muss nicht jede Zahlung einzeln auf der Blockchain erfasst werden. Dies kann den Bedarf an Blockplatz verringern und schnelle Kleinstzahlungen praktikabel machen. Die Vorteile hängen auch von verfügbaren Zahlungswegen und ausreichender Liquidität in den Kanälen ab.
Geschwindigkeit
- Zahlungen über Kanäle werden normalerweise nahezu sofort abgewickelt, wenn ein Weg mit ausreichender Liquidität vorhanden ist. Nicht jede Zahlung muss auf eine Blockbestätigung warten.
Kosten
- Zahlungen in Kanälen können kostengünstig sein, weil nicht jede eine Transaktion auf der Blockchain erfordert. Die Gebühren für das Öffnen und Schließen der Kanäle auf der Blockchain sowie mögliche Weiterleitungsgebühren bleiben jedoch bestehen; die Kosten verschwinden nicht vollständig.
Privatsphäre
- Onion-Routing verbessert die Privatsphäre, indem es begrenzt, was zwischengeschaltete Knoten über den Zahlungsweg sehen. Es garantiert weder vollständige Anonymität noch Schutz vor jeder Verkehrsanalyse.
Flexibilität
- Lightning wird vor allem mit Bitcoin verbunden. Das Modell der Zahlungskanäle wurde aber auch auf anderen Blockchains umgesetzt, etwa Litecoin (LTC) und Decred (DCR). Das bedeutet nicht, dass alle Implementierungen automatisch dasselbe Netzwerk teilen oder miteinander funktionieren.
Nach Einschätzung des Artikels könnte eine breite LN-Nutzung den Wettbewerbsvorteil mancher Projekte schwächen, die sich als „BTC-Killer“ vermarkten. Dies war eine Bewertung des Potenzials: Lightning könnte Bitcoin neben seiner Rolle als Wertspeicher und Übertragungsmittel auch als Zahlungsmittel stärken.
Kaskadierende Wirkung
Im April 2022 zeigten mehrere Vorhaben wachsendes Interesse von Unternehmen am LN. Bitcoin-Upgrades hatten neue technische Möglichkeiten eröffnet: SegWit wurde 2017 aktiviert, während das spätere Taproot-Upgrade weitere Entwicklungsmöglichkeiten schuf. Lightning funktionierte bereits vor Taproot, das dagegen die Grundlage des weiter unten beschriebenen Taro-Vorschlags bildete. Die folgenden Beispiele betreffen damals vorgestellte Anwendungen und Pläne.
Strike
Eine der viel beachteten Mitteilungen auf der Bitcoin 2022 in Miami kam von Strike, der Zahlungs-App aus Chicago. Dem Artikel zufolge stellte CEO Jack Mallers Kooperationen mit NCR, Blackhawk und Shopify (SHOP ) zur Integration von Zahlungen über das LN vor.
Die Mitteilung weckte Erwartungen an einen möglichen Zugang zu großen Handelsnetzwerken. Der Artikel nannte etwa Walmart, McDonald’s und Macy’s (M ) als Beispiele. Sie belegte jedoch nicht, dass diese Ketten bereits Lightning-Zahlungen eingeführt hatten. Der Autor schätzte, dass der mögliche Einstieg einer großen Marke andere zum Nachziehen bewegen könnte, und wertete Strikes Ankündigung als vielversprechenden Schritt in diese Richtung.
Robinhood
Am 7. April 2022 teilte Robinhood mit, dass alle berechtigten Personen auf der Warteliste mit über zwei Millionen Menschen Funktionen zum Senden und Empfangen von Kryptowährungen erhalten hatten. Die Lightning-Integration war dagegen ein künftiger Plan und bei dieser Einführung noch nicht aktiv.
Kraken
Die Kryptobörse Kraken, die früher in San Francisco ansässig war, hatte etwa ein Jahr zuvor ihre Absicht erklärt, Lightning zu integrieren. Ihre eigene Mitteilung vom 1. April 2022 bestätigte, dass der Dienst den Kunden zur Verfügung stand. Die verlinkte Quelle berichtete am 4. April darüber; dieses Datum unterscheidet sich von der ursprünglichen Mitteilung der Börse.
BitPay
Am 6. April 2022 kündigte BitPay die sofortige Unterstützung für Bitcoin-Zahlungen über das LN an. Das Unternehmen beschrieb den Dienst als Möglichkeit für Händler und Kunden, „…Transaktionen außerhalb der Blockchain durchzuführen, ohne die Hauptblockchain zu überlasten, und dabei dieselbe Sicherheit und denselben Komfort wie bei Bitcoin-Zahlungen zu erhalten.“ Dies war BitPays eigene Beschreibung des Dienstes. Das Unternehmen nannte außerdem Geschwindigkeit, niedrigere Gebühren und Skalierbarkeit als Gründe für die Integration. Kunden benötigten eine kompatible Lightning-Wallet.
Was kommt als Nächstes?
Die Beispiele zeigten die damals wachsende Nutzung und die vorgestellten Pläne. Am 5. April 2022 präsentierte Lightning Labs TARO als Taproot-basierten Protokollvorschlag zur Ausgabe von Vermögenswerten auf Bitcoin und zu ihrer späteren Übertragung über Lightning, darunter mögliche Stablecoins. Die Planung begann mit Spezifikationen und Werkzeugen auf der Blockchain und sah danach die Integration in Lightning-Kanäle vor; es handelte sich noch nicht um einen vollständig eingeführten Dienst. Das Unternehmen gab außerdem eine Serie-B-Finanzierung über 70 Millionen US-Dollar für eine breitere Lightning-Infrastruktur bekannt, nicht ausschließlich für einen einzelnen Stablecoin.












