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Meinung vom Februar 2022: Anton Chashchin über institutionelle Käufe und den Krypto-Winter

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Von: Anton Chashchin, geschäftsführender Partner bei Bitfrost:

Ein am 7. Februar 2022 veröffentlichter Meinungsbeitrag über institutionelle Anleger am damaligen Kryptomarkt. Die Stimmung unter Krypto-Enthusiasten hatte sich zuletzt eingetrübt.

Die Kryptomärkte wurden im Januar stark getroffen und viele Investoren erleben möglicherweise ein Déjà-vu des Krypto-Winters 2018, der dem Boom von 2017 folgte.

Die These des Autors lautete, dass der Markt noch nicht in einen neuen Krypto-Winter eingetreten sei. Er sah Unterschiede zu 2018: Der Aufschwung 2017 sei stark von wechselhaften Privatanlegern getragen worden, während der nächste Institutionen mit langfristigen Zielen angezogen habe. Das war eine damalige Einschätzung, keine Gewissheit, dass ein längerer Abschwung unmöglich wäre.

In der Umfrage von Fidelity Digital Assets aus dem Jahr 2021 gaben 52 % der 1.100 institutionellen Teilnehmer aus den USA, Europa und Asien an, in digitale Vermögenswerte zu investieren; 71 % erwarteten künftige Investitionen. Die Zahlen beschrieben diese Stichprobe, nicht sämtliche Finanzinstitute oder ausschließlich direkten Kryptobesitz. Der Autor verband den Einstieg großer Unternehmen und einiger Regierungen mit Milliarden-Dollar-Zuflüssen in Kryptofonds.

Nach Darstellung des Autors gehen institutionellen Entscheidungen häufig Risikoprüfungen und interne Beratungen voraus. Käufe und weniger frei verfügbare Coins können trotz Volatilität einen positiven Wachstumskreislauf unterstützen. Daraus folgt weder ein einheitliches Verfahren noch ein garantiertes Ergebnis für jeden Kauf.

Diese institutionelle Ära markiert ein reiferes Zeitalter für Bitcoin.

Anziehungskräfte

Warum also treten Institutionen in den Markt ein? Kurz gesagt gibt es drei Hauptgründe.

Erstens haben Institutionen das Potenzial von Krypto erkannt und sehen es als langfristige strategische Maßnahme. Viele Institutionen haben Sperrfristen‑Richtlinien oder werden Bitcoin als Absicherung gegen die steigende globale Inflation nutzen. Dementsprechend werden sie die Menge an Krypto kaufen, die zu ihrer Risikobereitschaft passt.

Zweitens hob der Autor die Investitionskapazität hervor. Er stellte sich Kryptoquoten von 5, 10 oder 20 % für kleinere Unternehmen ebenso wie für Fonds mit einer Billion Dollar vor. Das waren Beispiele für sein Argument, keine für alle Institutionen erreichbaren oder geeigneten Ziele; Liquidität, Mandat und Risikolimits bestimmen den Spielraum mit.

Drittens ist die Adoption sich selbst verstärkend. Institutioneller Handel erzeugt größere Volumina, und größere Volumina ziehen neue Institutionen an. Gleichzeitig erhöht jedes Halten die Knappheit.

Da Bitcoin Allzeithochs erreicht hat, wächst das Interesse traditionell konservativer Akteure weiter.

Die wichtigsten Motive institutioneller Anleger unterscheiden sich je nach Ziel des Käufers. Der Autor beschrieb Privatanlagen häufig als spekulativ und betonte die Verantwortung der Institutionen sowie die sorgfältige Abwägung ihres Einstiegs.

Erstkäufer

Viele erkunden Krypto zum ersten Mal und neigen daher dazu, Bitcoin wegen seiner Beliebtheit, seines Status und seiner Liquidität zu bevorzugen, was ihnen Vertrauen in das Asset gibt.

Das Interesse muss nicht auf Begeisterung für Bitcoin beruhen, sondern kann auch Unzufriedenheit mit hohen Bankgebühren und veralteten Dienstleistungen widerspiegeln. Manche Institutionen bevorzugen lizenzierte Anbieter und regulierte Rechtsräume; nicht die Länder selbst besitzen eine Geschäftslizenz. Andere akzeptieren höhere Risiken für die Aussicht auf höhere Erträge.

In vielen Fällen ist das übergeordnete Ziel der Institution jedoch, zu lernen. Auch wenn sie Krypto nicht vollständig vertrauen, ist es oft ein Pilotprojekt und nicht der Kern ihrer Strategie oder ein Schnell-reich‑werden‑Schema. Sie wollen wissen, welche Vorteile sie aus der Nutzung von Kryptowährungen ziehen können. Dafür müssen ihre CFOs, Buchhalter, Anwälte und Manager lernen, wie man Kryptowährungen fakturiert, sendet, empfängt, tauscht und steuerlich behandelt.

Fondsmanager

Dies sind einige der bekanntesten Krypto‑Käufer, wobei viele spezialisierte Teams einrichten, um Krypto‑Assets in ihr Portfolio zu integrieren. Die Knappheit von Bitcoin und die Wachstumskurve passen gut zu ihren eigenen Wachstumsplänen.

Der Autor beschrieb, wie Fonds auf der Käuferseite die Aufmerksamkeit nutzten, um Anleger anzuziehen, statt sich davon abschrecken zu lassen. Häufig nahmen sie moderne Anlagen mit starker Wertentwicklung in ihre Portfolios auf. Deshalb hielt er ihre Strategie für stark auf Öffentlichkeitsarbeit ausgerichtet.

Mit mehr Anlegern können die Verwalter zusätzliches Kapital einsammeln, mehr Bitcoin kaufen und höhere Verwaltungsgebühren erhalten. Das damals genannte Beispiel war der Grayscale Bitcoin Trust in den USA, der Wertpapiere als Beteiligung an einem bitcoinhaltenden Anlagevehikel anbot. Der Autor erwähnte auch ähnliche Produkte in Europa.

Trusts und Nachlässe

Da Krypto immer mehr zum Mainstream wird, wird die ältere Demografie allmählich daran interessiert, die Vorteile zu nutzen, wodurch etablierte Anlagevehikel einbezogen werden.

Einige aus der älteren Demografie wissen nicht, wie man in Krypto investiert, und bitten daher ihre Nachlassplaner, Krypto‑Assets in ihrem Namen in Trusts zu bringen. Heute wandeln immer mehr Trusts Teile ihrer Bestände in Bitcoin um. Diese Nachfrage bedeutet, dass Krypto‑Expertise ein immer wettbewerbsfähigerer Teil der Dienstleistungen vieler Nachlassplaner wird.

Erfahrene Kryptoanleger können Trusts auch zur Vermögens- und Steuerplanung nutzen. Eine Bitcoinübertragung an einen Trust ist jedoch nicht immer steuerfrei: Die Folgen hängen von Rechtsraum, Trusttyp und Art der Übertragung ab. In den USA kann sich die einkommensteuerliche Behandlung von der schenkungs- und nachlasssteuerlichen unterscheiden. Die Übertragung senkt nicht automatisch die Steuer auf Kapitalgewinne der Begünstigten.

Trusts können Privatsphäre bei der Vermögensverwaltung bieten, garantieren aber weder Anonymität noch Befreiung von Identifizierungs- und Geldwäschevorschriften. Bitcointransaktionen sind öffentlich und pseudonym; um eine Adresse einer Person zuzuordnen, braucht es weitere Informationen. Ein zu Lebzeiten errichteter Trust kann das rechtliche Eigentum dem Treuhänder zuweisen, doch Vermittler und Behörden können weiterhin die Identität der beteiligten Personen verlangen.

Family Offices

Mit krypto‑bewussten Millennials, die in den Reihen aufsteigen, erkunden institutionell ausgerichtete Family Offices zunehmend Bitcoin.

Family Offices wollen Erträge maximieren und können Bitcoins Knappheit als goldähnliche Eigenschaft betrachten. Der Autor veranschaulichte sein Argument mit einer Bitcoinquote von 1 % und möglichen Erträgen von 1–5 %, verglichen mit bestimmten Anlagen, die 30 % des Portfolios ausmachten. Das waren Beispiele, keine sicheren Ergebnisse oder belegten Prognosen. Eine kleine Quote beseitigt weder Volatilität noch Verluste; ihr Beitrag hängt von tatsächlicher Wertentwicklung und Portfoliogewicht ab.

Nach der Argumentation des Autors könnte eine bessere Bitcoinentwicklung gegenüber dem übrigen Portfolio weitere Family-Office-Investitionen anziehen. Der Goldvergleich beruhte auf der digitalen Form und geringeren physischen Beschränkungen, nicht auf fehlenden wirtschaftlichen Grenzen oder sicherem exponentiellem Wachstum.

Diese Argumente in Kombination mit dem Investitionsumfeld nach Covid haben zu einem Anstieg von Family Offices geführt, die Bitcoin halten.

Liquiditätsanbieter

Dieses Käufersegment gilt für alle, die digitale Asset‑Dienstleistungen anbieten. Ob Fintech, Fonds oder Börse – Sie müssen digitale Assets kaufen, um sie zu verkaufen.

Beim Handel mit BTC/USD benötigt die Börse sowohl den Basiswert BTC als auch die Notierungswährung USD. Mit wachsendem Geschäft steigt der Liquiditätsbedarf.

Solche Unternehmen reagieren auf Marktchancen. Der Autor erwähnte Schließungen von Krypto-Handelsabteilungen im Jahr 2019 wegen geringer Handelsvolumina und berichtete über Wiedereröffnungen 2022.

Mit dem Aufkommen weiterer Liquiditäts‑Start‑Ups wird anfängliche Liquidität immer wichtiger, ebenso wie Liquiditätspartner. Und wenn die Liquidität im Markt steigt, wird dies mehr Institutionen anlocken, in den Markt einzutreten.

Ein Wachstumszyklus

Nach Ansicht des Autors kann institutionelle Nutzung einen positiven Kreislauf schaffen: Mehr Teilnehmer fördern Wettbewerb, anspruchsvollere Produkte und Regulierung. Das kann auf Reifung hindeuten, beweist aber keine dauerhafte Stabilität.

Der Autor folgerte, dass eine stärkere institutionelle Beteiligung Liquidität und Stabilität verbessern und weitere Investitionen in einem Kreislauf aus Akzeptanz, Nutzung und Innovation anziehen könne. Das war seine Sicht im Februar 2022, keine Garantie, dass institutionelle Käufe einen Krypto-Winter verhindern würden.

Anton Chashchin, ist der Managing Partner bei Bitfrost. Anton verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in digitalen Märkten. Sein Hintergrund in strategischer Geschäftsentwicklung und seine Erfahrung bei der Arbeit mit institutionellen Kunden ermöglichen es ihm, einen einzigartigen Ansatz für Finanztechnologie-Dienstleistungen anzubieten. Nachdem er als Managing Partner bei CEX.IO Prime und als Chief Business Development Officer bei OKONTO tätig war, bringt Chashchin auch tiefes Wissen über den Aufbau von Krypto-Infrastruktur und der breiteren digitalen Vermögensindustrie mit. In seiner neuen Rolle bei Bitfrost wird Anton die strategische Ausrichtung des Unternehmens leiten, während das Unternehmen seine Operationen in der Schweiz, der EU, Gibraltar und Singapur ausweitet.