Künstliche Intelligenz
Google weitet Anzeigen in AI Mode auf zehn Länder aus und startet Anzeigen über mehrere Gesprächsrunden in den USA

Google gab am 28. Oktober 2026 bekannt, Anzeigen in AI Mode, seiner dialogorientierten KI-Suche, auf zehn neue Länder auszuweiten: Australien, Kanada, Indien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, die Philippinen und Singapur. Das Unternehmen erklärte, es plane, die Verfügbarkeit im vierten Quartal 2026 auf weitere Märkte auszuweiten, darunter Brasilien, Mexiko und das Vereinigte Königreich. Damit Anzeigen auch bei Folgefragen in AI Mode eingeblendet werden können, führt Google außerdem Anzeigen über mehrere Gesprächsrunden in den USA ein.
Die Ankündigung erschien in einem Beitrag auf The Keyword von Shashi Thakur, VP und GM für Google-Suchanzeigen und Anzeigen in Google-Produkten. Thakur schrieb, Anzeigen in AI Mode würden eindeutig als „Gesponsert“ gekennzeichnet. Außerdem werde Google weiterhin neue Formate testen, damit die Anzeigen hilfreich und relevant bleiben.
In dem Beitrag erklärte Google unter Berufung auf den Bericht „Google AI Mode“ für die USA vom Mai 2026, dass Suchanfragen in AI Mode im Durchschnitt dreimal länger seien als herkömmliche Suchanfragen. Das Unternehmen sagte, seine Untersuchungen zeigten, dass Nutzerinnen und Nutzer Anzeigen in AI Mode akzeptierten und als sehr relevant empfänden. Außerdem seien die Klickraten bei gesponserten und organischen Produkteinträgen in AI Mode bereits ähnlich hoch. Als Beleg nannte Google interne US-Daten aus dem Zeitraum vom 20. August bis zum 3. September 2026.
So funktionieren die Anzeigen für Werbetreibende
Laut Googles Hilfedokumentation zu Anzeigen müssen Werbetreibende keine neuen Kampagnen erstellen und keine separaten Budgets einrichten, um mit Anzeigen in AI Overviews oder AI Mode präsent zu sein. Bestehende Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen können automatisch über die Google-Ads-Auktion in beiden Angeboten Anzeigen schalten. Textanzeigen und Shopping-Anzeigen können in AI Overviews und AI Mode erscheinen. Google testet außerdem weitere Anzeigenarten, etwa Anzeigen für lokale Lagerbestände und Fahrzeuganzeigen.
Google ordnet Anzeigen entweder direkt der Suchanfrage einer Person zu, wenn diese bereits eine klare kommerzielle Absicht erkennen lässt, oder kontextbezogen sowohl der Suchanfrage als auch der KI-Antwort, wenn jemand eine längere, erkundende oder dialogorientierte Frage stellt und sich die kommerzielle Absicht erst aus der Antwort ergibt. Als Beispiel nennt die Dokumentation die Suchanfrage „Warum ist mein Pool grün und wie kann ich ihn reinigen?“: Obwohl darin kein Produkt genannt wird, erläutert die KI-Antwort, wie man das Wasser testet, die Poolwände abbürstet und Schmutz absaugt. So kann Google AI gesponserte Text- oder Shopping-Anzeigen für Poolsauger oder Mittel gegen Algen einblenden. KI-gestütztes Targeting, darunter AI Max für Suchkampagnen, weitgehend passende Keywords in der Suche, Shopping-Kampagnen und Performance Max, kommt sowohl für die kontextbezogene als auch für die direkte Zuordnung zu Suchanfragen infrage. Genau passende Keywords und passende Wortgruppen in Suchkampagnen kommen dagegen nur infrage, wenn die Suchanfrage eine direkte kommerzielle Absicht erkennen lässt.
Bei einigen Platzierungen erscheinen Anzeigen zusammen mit KI-Erklärtexten. Die Dokumentation beschreibt diese als kurze, unabhängige Texte, die von Googles Gemini-Modellen erstellt werden, um Nutzerinnen und Nutzern zu vermitteln, in welchem Zusammenhang eine Anzeige oder eine Gruppe von Anzeigen mit ihrer Suche steht. Ein solcher Erklärungstext kann eine Gruppe gesponserter Optionen mit einer kurzen Beschreibung einleiten oder neben einer Anzeige hilfreiche Informationen hervorheben. Dafür werden Angaben aus der Suchanfrage, der KI-Antwort und öffentlich zugänglichen Quellen herangezogen, darunter die Website des Werbetreibenden. Werbetreibende können KI-Erklärtexte weder manuell verfassen oder bearbeiten noch genehmigen oder abbestellen. In anderen Fällen erscheinen Anzeigen stattdessen mit einer statischen Abschnittsüberschrift.
Für Anzeigen in AI Overviews und AI Mode gelten derselbe Auktionsmechanismus und dieselben Gebotsmodelle auf Basis von Kosten pro Klick oder Conversions wie für herkömmliche Google-Suchanzeigen. Für die Teilnahme fallen keine zusätzlichen Kosten an. Werbetreibende können Anzeigen außerdem weder ausschließlich auf AI Overviews oder AI Mode ausrichten noch diese Platzierungen unabhängig von der Suche abwählen. Bestehende Schutzmaßnahmen wie auszuschließende Keywords und Markenausschlüsse gelten jedoch weiterhin. Die Leistung dieser Platzierungen wird zusammengefasst in den üblichen Kampagnenberichten und im Suchanfragenbericht ausgewiesen. Google erklärt, dass bezahlte Werbung die von Google AI erzeugten organischen Antworten nicht beeinflusst.
Laut Dokumentation sind Anzeigen in AI Overviews und AI Mode auf Englisch in den USA, Australien, Kanada, Indien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, den Philippinen und Singapur verfügbar. Für Indonesien sind sie nur in AI Overviews und für Pakistan nur als Textanzeigen aufgeführt. Google weist darauf hin, dass die Liste möglicherweise nicht vollständig ist. Unabhängig davon sind Anzeigen ober- oder unterhalb von AI Overviews in allen mehr als 200 Ländern und Gebieten sowie in allen Sprachen verfügbar, in denen AI Overviews angeboten wird.
Nutzung von AI Mode und frühere Tests
Laut Googles Bericht zu AI Mode hat das Produkt weltweit mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer erreicht. Seit dem Start hat sich die Zahl der Suchanfragen in AI Mode in jedem Quartal mehr als verdoppelt. Folgefragen in AI Mode haben in den USA im Durchschnitt um mehr als 40 Prozent pro Monat zugenommen. Mehr als jede sechste Suchanfrage in AI Mode ist multimodal, und Suchanfragen mit Bildeingabe gehören zu den am schnellsten wachsenden Suchanfragetypen des Produkts: Seit dem Start sind sie von Monat zu Monat um mehr als 40 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht.
Dem Bericht zufolge gehören Elektronik, Bücher, Filme und Musik sowie Bekleidung zu den wichtigsten Einkaufsthemen, zu denen Menschen im AI Mode Folgefragen stellen. Preis, Standort, Farbe, Marke und Verfügbarkeit sind demnach die wichtigsten Merkmale, nach denen Menschen beim Kauf von Produkten oder Bekleidung suchen. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Daten des Berichts auf AI Mode in den USA und stammen aus internen Daten der Google-Suche, darunter Google Trends. Sie decken den Zeitraum vom US-Start des Produkts im Mai 2025 bis April 2026 ab.
Google begann am 21. Mai 2025, Anzeigen im AI Mode zu testen. Das Unternehmen erklärte, dass Anzeigen bei entsprechender Relevanz unterhalb der Antworten im AI Mode und in diese integriert erscheinen könnten. Werbetreibende, die bereits Performance Max-, Shopping- und Suchkampagnen mit der Keyword-Option „Weitgehend passend“ nutzten, darunter auch Kampagnen vom Typ AI Max for Search, sollten ihre Anzeigen in AI Overviews und im AI Mode schalten können, teilte das Unternehmen damals mit. In der Ankündigung vom Mai 2025 hieß es, Google verzeichne bereits mehr als 5 Billionen Suchanfragen pro Jahr; als Quelle wurden interne Daten aus dem Januar 2025 genannt. Außerdem hieß es, dass AI Overviews in den größten Märkten des Unternehmens, etwa in den USA und Indien, die Nutzung von Google für Suchanfragen, bei denen AI Overviews angezeigt werden, um mehr als 10 Prozent steigere. Dafür wurden interne Daten aus dem Zeitraum von September 2024 bis Ende April 2025 angeführt.
In einem Beitrag vom 20. Mai 2026 im Zusammenhang mit Google Marketing Live teilte das Unternehmen mit, es teste zwei neue, mit Gemini entwickelte Anzeigenformate für AI Mode: Conversational Discovery-Anzeigen, bei denen die Anzeige eine konkrete Frage der jeweiligen Person mit einem auf die Suche zugeschnittenen Werbemittel beantwortet, und Highlighted Answers, bei denen besonders relevante und hochwertige Anzeigen auf einer von AI Mode bereitgestellten Empfehlungsliste erscheinen können. Google zufolge würden bei beiden Formaten neben dem Werbemittel des Werbetreibenden unabhängige KI-Erklärungen angezeigt; die Anzeigen würden weiterhin klar als „Gesponsert“ markiert. Der Beitrag verwies auf eine von Google in Auftrag gegebene Online-Umfrage von Ipsos, die im Dezember 2025 unter 13.189 Erwachsenen in ausgewählten Ländern durchgeführt wurde. Befragt wurden Online-Einkäufer, die in der Vorwoche ein abwägungsintensives Konsumgut gekauft hatten und Google AI Overviews, AI Mode oder beides zum Einkaufen nutzen. 75 Prozent der Befragten gaben an, mit AI Mode in der Suche schneller und selbstsicherer Entscheidungen treffen zu können. Der Beitrag erklärte außerdem, das Pilotprojekt Direct Offers, das seit Januar 2026 mit Marken wie Chewy, Gap und L’Oreal läuft (LOR.DE ), werde weiterentwickelt, damit Angebote beim Erkunden der verschiedenen Möglichkeiten auf natürliche Weise in den Antworten von AI Mode erscheinen. Google erklärte, die neuen Formate weiter testen zu wollen, um sicherzustellen, dass sie Verbraucherinnen und Verbrauchern ein positives Erlebnis bieten.












