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Ethereum Classic vs. Ethereum – Was ist der Unterschied?

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Ethereum (ETH) und Ethereum Classic (ETC) haben eine gemeinsame Vorgeschichte, sind aber getrennte Netzwerke mit eigenen Kryptowerten. Die Spaltung entstand 2016 durch unterschiedliche Auffassungen über die Reaktion auf den Angriff auf The DAO. Ein Blick auf diese Geschichte erklärt Unterschiede bei Technik, Governance und Geldpolitik.

Die Entstehung von Ethereum Classic

Die Aufspaltung von Ethereum (ETH) und Ethereum Classic (ETC) im Jahr 2016 drehte sich darum, ob ein Protokolleingriff die aus The DAO entwendeten ETH zurückholen sollte. Es ging nicht primär um Skalierung oder neue Anwendungsfunktionen. Die beiden Ketten teilen die Geschichte vor dieser Aufspaltung.

Logo von Ethereum Classic

Ethereum Classic-Logo

Die gemeinsame Vorgeschichte

Vitalik Buterin beschrieb das Ethereum-Konzept 2013 in einem Whitepaper. Ethereum Classic kam damals nicht als eigenes Netzwerk auf den Markt. Ether ist der Name des ursprünglichen Kryptowerts. Das Ethereum-Mainnet Frontier startete am 30. Juli 2015; der Name Ethereum Classic entstand nach der Spaltung von 2016.

2014 arbeiteten mehrere Gründer und Entwickler an dem Projekt. Der öffentliche ETH-Verkauf finanzierte die Entwicklung. Das beteiligte Schweizer Unternehmen hieß Ethereum Switzerland GmbH. GmbH allein bezeichnet eine Rechtsform und ist kein vollständiger Firmenname.

Der ursprüngliche ETH-Verkauf

Der ETH-Verkauf von 2014 brachte Bitcoin im damaligen Gegenwert von ungefähr 18 Millionen Dollar ein. Damit wurden Netzwerk und Software weiterentwickelt. Käufer von ETH wurden durch den Tokenkauf nicht zu Aktionären eines Unternehmens. Das Frontier-Mainnet nahm im Juli 2015 den Betrieb auf.

2016 entstand The DAO als eigenständiges Projekt auf Ethereum. Dezentrale autonome Organisationen können bestimmte Regeln und Entscheidungsabläufe durch Smart Contracts ausführen. The DAO war kein Produkt der Ethereum Foundation und kein zweiter ICO von Ethereum selbst.

Ethereum und Ethereum Classic: Mitgründer Vitalik Buterin

Ethereum und Ethereum Classic – Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin

Die Abbildung von Regeln in Software kann einzelne Vorgänge automatisieren. Sie macht Menschen für Vorschläge, Abstimmungen, Sicherheitsprüfungen und Weiterentwicklung nicht überflüssig. Auch The DAO hatte menschliche Beteiligte und Kuratoren.

The DAO auf Ethereum

Der Tokenverkauf von The DAO, entwickelt vom Slock.it-Team, lief vom 30. April bis zum 28. Mai 2016. Laut dem späteren SEC-Bericht kamen ungefähr zwölf Millionen ETH zusammen, bei Abschluss rund 150 Millionen Dollar wert. Der ursprüngliche Artikel nennt mehr als 11.000 Teilnehmer und bezeichnet das damalige Volumen als Rekord. Es war ein eigenständiges Projekt auf Ethereum, keine Finanzierungsrunde des Ethereum-Netzwerks selbst.

Der Angriff auf The DAO

Die große Geldsumme machte The DAO zu einem attraktiven Ziel. Technische Ursache des Angriffs war jedoch eine Schwachstelle im Smart-Contract-Code, nicht einfach die Verwahrung in einer gewöhnlichen Hot-Wallet. Die ursprüngliche Angabe von etwa 15 Prozent des umlaufenden ETH-Angebots war eine historische Größenschätzung und keine Erklärung der Sicherheitslücke.

Die technische Schwachstelle

Schon vor dem Angriff waren Sicherheitsbedenken zum Code von The DAO bekannt. Während Änderungen und Schutzmaßnahmen diskutiert wurden, begann am 17. Juni 2016 ein Angreifer oder eine Gruppe, die Schwachstelle für ETH-Abflüsse zu nutzen.

Der Angriff nutzte einen Reentrancy-Fehler: Die Aufteilungsfunktion ließ sich während ihrer Ausführung erneut aufrufen, wodurch innerhalb einer Transaktion mehrfach ETH übertragen werden konnte. Die Mittel gelangten in eine untergeordnete DAO. Es handelte sich nicht lediglich um eine für das System unerkennbare Kopie. Eine Wartefrist von ungefähr 27 Tagen verhinderte die sofortige Auszahlung und gab Zeit für eine Reaktion.

Ethereum-Classic-Kursdiagramm – CoinMarketCap

Ethereum-Classic-Chart – CoinMarketCap

Etwa 3,6 Millionen ETH, ungefähr ein Drittel der von The DAO eingesammelten Menge, gelangten an eine vom Angreifer kontrollierte Adresse. Der ursprüngliche Artikel berichtet im Umfeld der Angriffsmeldung einen Preisrückgang von rund 20 Dollar auf unter 13 Dollar. Das sind historische Preisbeispiele, keine aktuellen Kurse. Der Vorfall löste eine intensive Debatte über die Rettung der Mittel aus.

Die Reaktion auf den Angriff

Entwickler und Community diskutierten, wie sich die Mittel vor Ablauf der Wartefrist schützen ließen. Die ursprüngliche Bewertung von rund 40 Millionen Dollar ist eine damalige Schätzung. Zunächst wurde eine Soft Fork vorgeschlagen, die Abflüsse aus den betroffenen Verträgen begrenzen sollte. Sie war keine allgemeine Befugnis für Entwickler, beliebige Wallets dauerhaft zu sperren. Ende Juni wurde ein Denial-of-Service-Risiko in der vorgeschlagenen Umsetzung erkannt; dieser Weg wurde nicht umgesetzt.

Eine dem Angreifer zugeschriebene Erklärung

Der ursprüngliche Artikel beschreibt eine Erklärung einer Person, die sich als Angreifer ausgab und behauptete, lediglich die Möglichkeiten des Codes genutzt zu haben. Die Zuschreibung bestätigt weder die Identität noch die Echtheit als Erklärung des tatsächlichen Angreifers. Inhaltlich ging es darum, dass die Lücke in The DAO und nicht im Ethereum-Protokoll lag und die Code-Ausführung deshalb nicht nachträglich korrigiert werden sollte.

Die Debatte über Unveränderlichkeit

Im Kern stand die Frage, wie eine fehlerhafte Vertragsausführung gegen einen gesellschaftlich getragenen Eingriff abzuwägen sei. Gegner betonten Unveränderlichkeit, Befürworter die Wiederherstellung der Mittel. Entwickler konnten Änderungen vorschlagen, aber nicht allein alle Nodes zu deren Übernahme zwingen.

Ethereum-Kursdiagramm – CoinMarketCap

Ethereum-Chart – CoinMarketCap

Unter Zeitdruck gewann eine Hard Fork an Unterstützung. Dass überhaupt keine Abstimmung stattfand, ist jedoch falsch: Ein Werkzeug zur Stimmungsabfrage unter ETH-Inhabern beeinflusste die Standardeinstellung des Geth-Clients. Das war keine bindende Wahl mit gleicher Vertretung aller Nutzer. Nodes konnten ihre Software selbst wählen. Eine Hard Fork verändert Protokollregeln inkompatibel zu den bisherigen Regeln; bei anhaltender Unterstützung beider Seiten können getrennte Ketten entstehen.

Gezielte Zustandsänderung statt allgemeinem Rollback

Die umgesetzte Lösung setzte nicht die gesamte Blockchain auf den Zustand vor dem Angriff zurück und löschte nicht sämtliche zwischenzeitlichen Blöcke und Transaktionen. Eine besondere Zustandsänderung übertrug ETH aus bestimmten DAO-Konten in einen Wiederherstellungsvertrag. Gegner sahen darin einen Verstoß gegen Unveränderlichkeit, während Befürworter die Rettung der Mittel betonten.

Die behauptete Belohnung für Miner

Der ursprüngliche Artikel erwähnt außerdem eine dem Angreifer zugeschriebene Nachricht, die Minern für die Ablehnung der Aktualisierung eine Million ETH und 100 BTC angeboten haben soll. Diese Zahlen belegen weder tatsächliche Zahlungen noch eine garantierte Prämie pro Node. Herkunft und behauptete Wirkung der Nachricht sind nicht als gesicherte Tatsachen zu behandeln.

Die Aufspaltung in zwei Ketten

Am 20. Juli 2016 wurde die Änderung bei Block 1.920.000 umgesetzt. Die Kette mit dem Eingriff führte die Namen Ethereum und ETH fort. Die Kette ohne den DAO-spezifischen Transfer wurde als Ethereum Classic mit ETC weiterbetrieben. Der Wiederherstellungsvertrag ermöglichte DAO-Tokeninhabern die Rückforderung von ETH. Die gemeinsame Vorgeschichte blieb erhalten; danach entwickelten sich beide Ketten getrennt.

Technische Unterschiede

Ethereum Classic setzte die Kette ohne den besonderen DAO-Eingriff fort. Das bedeutet nicht, dass Software und Protokoll seit 2016 unverändert geblieben sind. Auch ETC führte eigene Upgrades durch. Auf Ethereum wurden ebenfalls unterschiedliche Weiterentwicklungen mit Unterstützung von Entwicklern und Community umgesetzt.

Ethereum und Ethereum Classic

Ethereum vs. Ethereum Classic

Das begrenzte ETC-Angebot

Die ETC-Emissionspolitik hat eine theoretische Obergrenze von ungefähr 210,7 Millionen Token. ETH besitzt keine vergleichbare feste Gesamtangebotsgrenze. Das Gotham-Upgrade vom 11. Dezember 2017 führte gemäß ECIP-1017 eine Senkung der Blockbelohnung um 20 Prozent je fünf Millionen Blöcke ein. Das verringert die Neuausgabe; es garantiert weder ein automatisch schrumpfendes Gesamtangebot noch steigende Kurse.

Zukünftige Upgrades

Bei Veröffentlichung dieses Artikels im Mai 2022 nutzte Ethereums Ausführungsnetz noch Proof of Work (PoW). Die Merge genannte Umstellung auf Proof of Stake (PoS) wurde vorbereitet und lag in dieser Darstellung in der Zukunft. Ethereum Classic blieb bei PoW. Die Pläne zeigten die unterschiedlichen Entwicklungsrichtungen der Netzwerke.

Langfristige Auswirkungen

Die DAO-Fork führte zu einer bleibenden Debatte über Unveränderlichkeit, Zensurresistenz und Entscheidungen in Ausnahmesituationen. Der ursprüngliche Artikel vermutete negative Folgen für das institutionelle Interesse an Wertpapiertoken auf Ethereum. Das belegt keinen allgemeinen Rückzug aller Finanzinstitute aus Ethereum-Plattformen. Eine gemeinsam getragene Protokolländerung ist zudem keine allgemeine Befugnis, beliebige Transaktionen willkürlich rückgängig zu machen.

Wie man Ethereum (ETH) und Ethereum Classic (ETC) kauft

ETH und ETC sind unterschiedliche digitale Vermögenswerte. Der Zugang über die folgenden Börsen hängt von Wohnsitz und Produkt ab.

Binance – Eine Möglichkeit für berechtigte Kunden in unterstützten Regionen . Die ursprüngliche Empfehlung für Australien, Kanada, Singapur und Großbritannien bedeutet nicht, dass in jedem Land dieselben Dienste verfügbar sind. Binance.com steht US-Einwohnern nicht zur Verfügung . Der ursprüngliche Rabattcode lautete EE59L0QP , mit einer damals beworbenen Erstattung von zehn Prozent der Handelsgebühren. Dies bestätigt kein heute für jede Transaktion oder Person gültiges Angebot. Die aktuellen Teilnahmebedingungen enthalten regionale Einschränkungen; im EWR registrierte Nutzer sind vom Empfehlungsprogramm ausgeschlossen.

KuCoin – Bietet den Handel mit verschiedenen Kryptowerten. Die ursprüngliche Nennung von mehr als 300 Token ist historische Produktinformation, keine aktuelle Zählung oder Garantie des frühesten Zugangs zu neuen Token.  US-Einwohner werden nicht zugelassen. Auch weitere Regionen sind eingeschränkt, darunter Singapur, Frankreich, die Niederlande sowie Ontario und British Columbia in Kanada.

Coinbase – Ein an der NASDAQ notierter Kryptodienstleister. Produkte und Funktionen unterscheiden sich nach Wohnsitz. Unterstützte Regionen umfassen Australien, Kanada, Singapur, Großbritannien und die Vereinigten Staaten . Die alte Ausnahme für Hawaii ist überholt: Coinbase kündigte im August 2024 die Wiederaufnahme seines Angebots dort an.

Ethereum Classic: Ein Netzwerk auf eigenem Weg

Die fortbestehende Trennung zwischen ETH und ETC spiegelt unterschiedliche Auffassungen zum DAO-Eingriff und zur Netzwerk-Governance wider. Ethereum wuchs durch DeFi-, NFT- und Tokenanwendungen, während Ethereum Classic seinen eigenen Ansatz verfolgte. Historische Kursrückgänge oder spätere Rekorde garantieren keine künftige Rendite. ETC ist der Kryptowert eines getrennten Netzwerks, keine bloße Variante desselben ETH.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zum Investieren in Ethereum.

David Hamilton ist ein Vollzeitjournalist und ein langjähriger Bitcoinist. Er spezialisiert sich auf das Schreiben von Artikeln über die Blockchain. Seine Artikel wurden in mehreren Bitcoin-Publikationen veröffentlicht, einschließlich Bitcoinlightning.com