Vordenker
Digitale Wertpapiere für Privatmärkte
Digitale Wertpapiere bieten eine Infrastruktur, die die Kapitalbeschaffung erheblich erleichtert. Sie bieten zahlreiche Vorteile für Emittenten und Investoren.
- Erhöhter Zugang: Niedrigere Transaktionskosten im Zusammenhang mit Blockchain-Emissionen ermöglichen es Emittenten, mehr Vermögenswerte zu geringeren Investitionsbeträgen mehr Investoren anzubieten.
- Höhere Renditen: Durch die Blockchain-Technologie entstehen Emittenten und Marktplätzen geringere Transaktionskosten. Dies kann letztlich zu höheren Ausschüttungen für Investoren führen, kombiniert mit einem einfacheren Dividendenzahlungsprozess und einer Verwaltung des Cap-Table.
- Liquidität: Wenn es Sekundärmärkte für digitale Wertpapiere gibt (sowohl an zentralen als auch dezentralen Börsen), können Investoren ihre Token mit Gewinn verkaufen und profitieren von nahezu sofortiger Abwicklung und Zugriff auf ihre Mittel. Öffentliche Märkte sind 330 % liquider als Privatmärkte, dennoch haben sie die Hälfte des primären Kapitals aufgebracht. Der Bedarf an Liquidität in Privatmärkten ist klar, und digitale Wertpapiere erleichtern den Weg zum Sekundärhandel.
- Markteffizienz: digitale Wertpapiere schaffen einen einfacheren Prozess für Emittenten, die Kapital beschaffen wollen, und führen dadurch zu wettbewerbsfähigeren Angeboten auf dem Markt. Dieser Anstieg des Wettbewerbs schafft ein effizienteres Investitionsökosystem, insbesondere im Immobilienbereich, wo Investoren nun aus einer Vielzahl von cashflow‑erzeugenden Vermögenswerten nebeneinander wählen können.
Es gibt zahlreiche Plattformen für Privatmärkte, die versuchen, den Liquiditätsbedarf für Anteile privater Unternehmen zu lösen (z. B. SharesPost, Equityzen).
Unternehmen, die seit mehreren Jahren privat sind, suchen nach Möglichkeiten, frühen Mitarbeitern und Investoren eine teilweise Liquidität zu ermöglichen.
Derzeit betreiben viele dieser Plattformen ein komplexes Backend‑Cap‑Table‑Management und veraltete Transaktionsabwicklungsprozesse. Darüber hinaus werden Transaktionen mit privaten Wertpapieren meist manuell durchgeführt — Käufer und Verkäufer werden vom Team der Vermittlungsplattform zusammengebracht, und die Liquidität hängt stark von Größe und Marktdominanz der Plattform ab. Plattformen für Privatmärkte können enorm von digitalen Wertpapieren profitieren, indem sie ein robusteres und reibungsloses Investitionsökosystem für Investoren.
Ein weiterer Aspekt digitaler Wertpapiere ist ihre Fähigkeit, nahezu sofortige Abwicklung, die Transaktionskosten und das Gegenparteirisiko drastisch reduziert.
Derzeit ist die Abwicklung von Wertpapieren ein veralteter, zeitintensiver Prozess. Obwohl das Transaktionsdatum den Preis bestimmt, zu dem Wertpapiere gehandelt werden, wird die Eigentumsübertragung am Abwicklungsdatum festgelegt.
Historisch wurden Wertpapiertransaktionen nach einem „T+5“-Modell abgewickelt, was bedeutete, dass nach dem Transaktionsdatum (T) fünf Geschäftstage für die Abwicklung vergingen. Dank technologischer Fortschritte werden die meisten börsennotierten Wertpapiere heute nach dem „T+2“-Modell abgewickelt, d. h. die Transaktionen werden zwei Geschäftstage nach Ausführung des Handels abgewickelt.
Die Abwicklung von Wertpapieren stellt in verschiedener Hinsicht ein Problem dar. Es ist nicht nur kostspielig, Transaktionen nach dem Handelstag abzuwickeln, sondern sie verursacht auch Schwierigkeiten bei Dividendenausschüttungen.
Zudem bedeuten längere Abwicklungszeiten traditionell ein höheres Gegenparteirisiko. Infolgedessen steigen die Margin‑Anforderungen und das Betriebsmodell wird teurer.
Verteilte Ledger bieten einen sicheren Abwicklungsprozess, der exponentiell besser sein kann, wenn er mit digitalen Zentralbankwährungen (CBDC) kombiniert wird. Wir untersuchen das Thema CBDCs ausführlich in unserem jüngsten CBDC Artikel.












