Vordenker
Entmystifizierung von VASPs in der Krypto-Compliance – Thought Leaders

Von Anjelica Camilleri de Marco, Senior Legal Associate & Enrico Schintu, Senior Corporate Services Legal Officer von Maitland Group.
Wenn es stimmt, dass 2,3 Millionen von uns jetzt Krypto‑Assets besitzen (auf 1,9 Millionen im Vorjahr gestiegen), wird das Interesse an der Branche für virtuelle Vermögenswerte weiter zunehmen. Und mit dem Aufkommen neuer Währungen – wie Facebooks Libra‑Coin – und der bevorstehenden Einführung nationaler Kryptos entwickeln Regierungen weltweit neue Wege, die Blockchain‑Industrie zu regulieren. Hier zerlegen wir die entscheidende Rolle von VASPs und wie sie von Jurisdiktionen auf der ganzen Welt reguliert werden.
Was ist ein VASP?
Ein Virtual Asset Service Provider (VASP) wird von der Financial Action Task Force (FATF) definiert als jede natürliche oder juristische Person, die als Unternehmen eine oder mehrere der folgenden Aktivitäten oder Vorgänge für oder im Auftrag ihrer Kunden durchführt:
- Umtausch zwischen virtuellen Assets und Fiat‑Währungen;
- Umtausch zwischen einer oder mehreren Formen virtueller Assets;
- Transfer von virtuellen Assets;
- Aufbewahrung und/oder Verwaltung von virtuellen Assets oder Instrumenten, die die Kontrolle über virtuelle Assets ermöglichen; und
- Teilnahme an und Bereitstellung von Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit dem Angebot und/oder Verkauf eines virtuellen Assets durch einen Emittenten.
Diese Definition umfasst eine Reihe von Krypto‑Unternehmen, darunter Börsen, Geldautomatenbetreiber, Wallet‑Verwahrer und Hedgefonds.
Wie werden sie aus Sicht von Geldwäschebekämpfung und Terrorismusfinanzierung reguliert?
Im Jahr 2019 schlug die FATF neue VASP‑Richtlinien vor, um auf die zunehmende Nutzung virtueller Assets zu reagieren, mit dem Ziel, ihre Standards zu stärken und die Anwendung von Anti‑Money‑Laundering‑(AML‑) und Terrorismusfinanzierungs‑(CFT‑)Anforderungen auf virtuelle Assets und VASPs zu klären.
Dies erforderte, dass Länder ihre Risiken im Zusammenhang mit finanziellen Aktivitäten und Anbietern virtueller Assets bewerten und mindern, Anbieter lizenzieren oder registrieren und sie einer Aufsicht oder Überwachung durch kompetente nationale Behörden unterwerfen. Bemerkenswerterweise unterliegen VASPs denselben relevanten FATF‑Maßnahmen, die für Finanzinstitute gelten.
Zusätzlich veröffentlichte die FATF im März 2021 einen überarbeiteten Entwurf ihres Leitfadens, der einen risikobasierten Ansatz für virtuelle Assets und VASPs untersucht. Es werden Änderungen in mehreren Bereichen vorgeschlagen, einschließlich der Klarstellung, wie die Definitionen von virtuellen Assets und VASPs anzuwenden sind.
Weitere Leitlinien werden bereitgestellt, wie die FATF‑Standards auf Stablecoins anzuwenden sind, welche Risiken und potenziellen Minderungsmaßnahmen für Peer‑to‑Peer‑Transaktionen bestehen und wie die „Travel‑Rule“ für den öffentlichen und privaten Sektor umgesetzt wird.
Darüber hinaus werden aktualisierte Leitlinien zur Lizenzierung und Registrierung von VASPs sowie zu den Prinzipien des Informationsaustauschs und der Zusammenarbeit unter VASP‑Aufsehern bereitgestellt.
Welche Jurisdiktionen führen im Bereich Krypto‑Compliance?
Oft als „Blockchain Island“ bezeichnet, hat Malta bis heute einen sehr fortschrittlichen Ansatz zur Regulierung von Kryptowährungen verfolgt, sodass etablierte Börsen und Unternehmen in die Region verlagert wurden.
Dies lässt sich auf eine Reihe von Gesetzen zurückführen, die die maltesische Regierung im Jahr 2018 erlassen hat, um regulatorische Klarheit über die Nutzung und Entwicklung von Kryptowährungen innerhalb der Jurisdiktion zu schaffen. Die Gesetze bieten einen Rahmen von Regulierungsinstrumenten, basierend auf drei Grundprinzipien – Marktintegrität, Verbraucherschutz und Sorgfaltspflicht der Branche – und umfassen:
- The Malta Digital Innovation Authority Act
- The Innovative Technology Arrangements and Services Act
- The Virtual Financial Assets Act
Konkret bieten sie ein Lizenzsystem für Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Finanz-Assets und regulieren verbundene Aktivitäten, einschließlich der Erstangebote dieser Assets und der Zertifizierung von Plattformen, auf denen diese Assets angeboten werden. Zusätzlich überwacht ein benanntes Regulierungsorgan den Rahmen, um dessen wirksame Umsetzung sicherzustellen.
Wie vergleicht sich das mit anderen Jurisdiktionen weltweit?
Während Malta als führende Jurisdiktion im Kryptobereich hervorsticht, prüft die EU derzeit, ob die bestehende Finanzgesetzgebung auf Krypto‑Assets und ICOs anwendbar ist und ob weitere regulatorische Maßnahmen erforderlich sind.
In den EU‑Mitgliedstaaten gibt es derzeit unterschiedliche Ansätze, und die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat signalisiert, dass sie die Einführung EU‑weiter Regeln zur Gewährleistung des Anlegerschutzes unterstützt.
Weltweit sind einige Länder in ihrem Ansatz zu Kryptowährungen fortschrittlicher, wie die Schweiz, während andere konservativer sind, wie Luxemburg. Es gibt auch einige wenige, die den Verkauf digitaler Tokens und/oder die Nutzung von Krypto‑Assets strikt verboten haben, wie China.
Warum ist Regulierung jetzt wichtig?
Die Regulierung von VASPs verhindert, dass das wachsende Kryptowährungs‑Phänomen in den Untergrund gedrängt wird. Die richtige Regulierung trägt letztlich dazu bei, dem Sektor in den Augen institutioneller Investoren Legitimität und Sicherheit zu verleihen.













