Vordenker
Krypto hat uns den Kopf verdreht: Ein Kuppler wird benötigt

Von Richard McCall, CEO und Mitbegründer bei Armalytix
Der Sommer ist da, und damit die Rückkehr einer der polarisierendsten TV‑Shows im Vereinigten Königreich – Love Island. Jahr für Jahr dominiert sie den Sommer, von Büroklatsch und Zeitschriften bis hin zu ausführlichen Broadsheet‑Artikeln über die im Format aufgeworfenen Themen. Aber die Glanzhaftigkeit und die „Unechtheit“ der Show machen sie für viele unerträglich.
Auf der anderen Seite, im Finanzdienstleistungsmarkt, ist Krypto ähnlich spaltend – ein umstrittenes und stark diskutiertes Asset – es hat in den letzten Jahren eine aufregende Entwicklung erlebt und gewinnt an Beliebtheit. Doch es gibt Kritiker, insbesondere aus dem traditionellen Finanzsektor, die das grelle, unregulierte, schnell‑reich‑werden‑Bild ablehnen.
Allerdings tut Love Island im Gegensatz zu Krypto nichts Revolutionäres oder Radikales, und der Erfolg der Show beruht auf einer bewährten Tradition für Menschen, die nach Liebe suchen – dem Matchmaking. In diesem Jahr spielte das Publikum den Kuppler und wählte die Paare, bevor sie überhaupt die Villa betraten. Vielleicht muss Krypto diesem Beispiel folgen und einen Kuppler einsetzen, um die Verständnislücke zwischen der traditionellen und der Krypto‑Welt zu überbrücken. Wenn ihnen das gelingt, könnte dies der Beginn einer florierenden Beziehung sein.
Der schlechte Ruf von Krypto
Der Mangel an regulatorischer Aufsicht, unter der Krypto‑Börsen und -Unternehmen operieren, hat einen leicht zugänglichen, aber schwer nachzuverfolgenden Spielplatz für Betrüger und Geldwäscher geschaffen – er ermöglicht Anonymität für Kriminelle und sanktionierte Russen gleichermaßen. Hochentwickelte Krypto‑Betrugsmaschen werden eingesetzt, um Menschen um ihre Lebensersparnisse und Renten, zu betrügen und ihnen jegliche Hoffnung auf Rückerstattung zu nehmen.
Dies hat zudem teilweise zu einer Marktpanik geführt. In den letzten Monaten hat Krypto eine erstaunliche Marktkapitalisierung von 1 Billion $ verloren, und das hat die Aufsichtsbehörden eindeutig gezeigt, dass mehr Kontrolle nötig ist. Der an den US‑Dollar gekoppelte algorithmische Stablecoin TerraUSD weckte große Hoffnungen bei seinen Befürwortern, das traditionelle Zahlungssystem weltweit zu revolutionieren. Sein jüngster Einbruch verursachte jedoch marktweite Probleme, wobei Investoren ihr Geld in rasantem Tempo abzogen. All dies hat die britische Regierung veranlasst, bereit zu sein, einzugreifen.
Die jüngste Ankündigung des Vereinigten Königreichs, eine Krypto‑Asset‑Supermacht schaffen zu wollen, zeigte die ersten Schritte auf dem Weg, Krypto stärker an die traditionelle Finanzwelt anzupassen, und deutete auf die Regulierungen hin, die wir erwarten können. Durch die Kontrolle kann die Regierung den digitalen Vermögenswert effektiver steuern und ihn zu einer einfacheren und universelleren Zahlungsmethode machen.
Traditionelle Regulierung greift Krypto an
Krypto und traditionelle Finanzen kommen allmählich näher, und die Aufsichtsbehörden beginnen, ihren Einfluss auszuweiten. Besonders bemerkenswert ist, dass Krypto‑Unternehmen nun registriert sein und die Money‑Laundering, Terrorist‑Financing und Transfer‑of‑Funds‑Regulierung (AML/CFT) der Financial Conduct Authority einhalten müssen. Die kürzlich veröffentlichte Guidance for a Risk‑Based Approach for Virtual Assets and Virtual Asset Service Providers der Financial Action Task Force sowie das Guidance on Cryptoassets Consultation Paper (CP 19/3) sind die neuen Bomben, die in die Villa einziehen.
Kuppler erforderlich
Wenn die beiden Welten aufeinandertreffen, wird ein Kuppler benötigt, um die Lücke zwischen ihnen zu schließen. Krypto‑Unternehmen müssen ihre Due‑Diligence verbessern, und Unternehmen müssen nicht nur genauer prüfen, wer ihre Seiten nutzt, sondern auch Herkunftsprüfungen des Kapitals durchführen, um dem Geldfluss zu folgen. Auf der traditionellen Seite werden Krypto‑Wallets eine weitere Datenquelle darstellen, die bei der Prüfung der Legitimität von Geldern berücksichtigt werden muss.
Glücklicherweise gibt es eine einfache Lösung. Durch die Kombination von Open Banking mit Krypto‑Wallets können Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten an Prüfungs‑Engines übergeben, die als Daten‑Sharing‑Brücke zwischen dem Kunden und dem beabsichtigten Empfänger fungieren. Sie können problemlos auf mehrere Datenquellen zugreifen, die dann zu einem leicht lesbaren Bericht zusammengefasst werden, den Unternehmen für Compliance‑ oder Due‑Diligence‑Prüfungen nutzen können. Indem die Hintergrund‑Regulierungsprüfungen denjenigen überlassen werden, die sie verstehen, wird nicht nur die Einhaltung der AML‑Vorschriften sichergestellt, sondern es bleibt den Unternehmen mehr Zeit für wertschöpfende Aktivitäten.
Und sie lebten glücklich bis ans Ende
Die Welten von Krypto und traditioneller Finanzwirtschaft beginnen zu verschmelzen, da die frische, aufstrebende Haltung von Krypto stärker mit der stabileren, aber langsameren traditionellen Finanzwelt in Einklang kommt. Krypto hat mit dem Ruf zu kämpfen, Geldwäsche zu unterstützen und Kriminellen Anonymität zu bieten. Die jüngsten Abstürze von Bitcoin und Ethereum ließen keine andere Wahl zu und neue Regulierungen, die bereits im traditionellen Finanzsektor gelten, werden in die Krypto‑Roadmap integriert. Auch professionelle Dienstleistungsunternehmen, wie Immobilienmakler und Notare, müssen aufmerksam werden, da Krypto‑Wallets eine weitere Datenquelle darstellen, die sie bei ihrer Due‑Diligence prüfen müssen. Genau hier wird der Kuppler sein Geld verdienen – indem er all diese Datenquellen zusammenführt und sicherstellt, dass die Beziehung zwischen Krypto und traditioneller Finanzwelt die Love‑Island‑Sieger werden.












