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Juli 2022: Bitcoin holte Verluste auf, doch 22.000 Dollar blieben eine Hürde

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Am 16. Juli 2022 hatte Bitcoin die Verluste aus der Wochenmitte nach dem Rückgang vor der Veröffentlichung der Juni-Inflationsdaten wieder aufgeholt. Die Sorge vor der Bekanntgabe hatte das Interesse der Anleger gedämpft. Vom 10. bis 13. Juli verlor BTC/USD mehr als 1.500 Dollar und fiel am Tiefpunkt auf etwas über 19.100 Dollar.

Verluste rund um die Inflationsdaten

Das US-Arbeitsministerium meldete am 13. Juli 2022, dass die Verbraucherpreise im Juni um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen waren. Gemeint war die jährliche Inflationsrate, nicht der Stand des CPI-Index. Die Nachricht verschlechterte die Stimmung und erneuerte Zweifel an Bitcoin als Inflationsschutz.
Hohe Inflation und Erwartungen einer strafferen Geldpolitik können riskante Anlagen wie Kryptowährungen belasten. Bitcoins Entwicklung enttäuschte damals Anleger, die Schutz vor steigenden Preisen suchten. Glassnode hatte im Juni drei aufeinanderfolgende Tage mit realisierten Verlusten von insgesamt 7,325 Milliarden Dollar gemeldet. Die Kennzahl vergleicht den höheren früheren Anschaffungswert der Coins mit ihrem Wert bei einer späteren Bewegung auf der Blockchain. Sie entspricht weder dem gesamten Rückgang der Marktkapitalisierung noch allen unrealisierten Verlusten.

Erholung vor dem Wochenende

Am Freitag, dem 15. Juli, erholte sich Bitcoin vom Rückgang nach der CPI-Veröffentlichung.

BTC/USD konnte sich jedoch nur schwer über 21.000 Dollar halten und lag beim Verfassen des Artikels am 16. Juli 2022 bei etwa 20.600 Dollar. Der Widerstand um 21.000 Dollar und der anschließende Rücksetzer spiegelten die Vorsicht am Markt. Trotz der Erholung nach einer Woche voller makroökonomischer Nachrichten blieben die kurzfristigen Aussichten unsicher und ein Durchbruch über 22.000 Dollar schwierig.

Die geschätzten Miningkosten sanken weiter

Die Veränderungen der Netzwerkrechenleistung und der Miningschwierigkeit zeigten in dieser Woche den Druck auf die Miner. Höhere Energiepreise und Bitcoins schwache Kursentwicklung belasteten den Betrieb seit Monaten. Im Juli mussten manche Unternehmen weitreichende Maßnahmen ergreifen, um sich über Wasser zu halten.

Den damals zitierten Daten von Bitinfocharts zufolge war Bitcoin-Mining so wenig rentabel wie zuletzt im Oktober 2020. Auch die Schwierigkeit war nach dem Anstieg in den Monaten bis Mai zurückgegangen.


Die durchschnittliche tägliche Schwierigkeit erreichte im Mai rund 31,25 T und sank im Juni und Juli etwas. Bei Redaktionsschluss wurde ein Wert von 29,15 T genannt; für die nächste Anpassung wurden 28,06 T geschätzt. T steht hier für Billionen Einheiten der dimensionslosen Schwierigkeitskennzahl und ist keine Hashrate-Einheit. Trotz des Rückgangs blieb das Niveau relativ nahe den jüngsten Höchstständen. Die 28,06 T waren eine Prognose und kein festgestelltes Ergebnis.

Miningschwierigkeit und Rentabilität

In einer Anlegernotiz vom 13. Juli 2022 schätzten JPMorgan-Strategen laut Bloomberg die durchschnittlichen modellierten Produktionskosten eines Bitcoins auf etwa 13.000 Dollar, den niedrigsten Wert seit zehn Monaten. Die tatsächlichen Kosten unterschieden sich je nach Ausrüstung und Stromtarif des Miners.

Ein geringerer geschätzter Stromverbrauch trug zur sinkenden Kostenberechnung bei. Der Zusammenhang zwischen Miningkosten und Marktpreis hängt von Rentabilität und Netzwerkteilnahme ab; er beweist nicht, dass die eine Größe die andere mechanisch bestimmt. Der Artikel erinnerte daran, dass die geschätzten Produktionskosten im zweiten und dritten Quartal 2021 parallel zum damaligen Bitcoin-Kurs gestiegen waren.

Der geschätzte elektrische Leistungsbedarf des Netzwerks war gesunken, besonders in den vorangegangenen drei Monaten. Der zitierte Bitcoin-Stromverbrauchsindex der Universität Cambridge wies am 15. Juli 2022 eine Schätzung von 9,23 GW aus, gegenüber 13,99 GW am 15. Juni: rund 34 Prozent weniger. Gigawatt misst Leistung, nicht die täglich verbrauchte Energiemenge. Es handelte sich um Modellschätzungen und nicht um direkte Messungen in sämtlichen Anlagen.

Niedrigere Kosten konnten Minern helfen, aber Kurserwartungen belasten

Die Analysten von JPMorgan hielten niedrigere Schwierigkeit und Kosten für mögliche Hilfen zur Verbesserung der Miningrentabilität. Zugleich konnte der Markt sinkende Produktionskosten als negativ für die Kursaussichten auffassen.
„Obwohl dies eindeutig die Rentabilität der Miner unterstützt und möglicherweise den Druck mindert, Bitcoin-Bestände zur Beschaffung von Liquidität oder zum Abbau der Verschuldung zu verkaufen, könnte der Rückgang der Produktionskosten als negativ für die künftigen Bitcoin-Kursaussichten wahrgenommen werden.“
JPMorgan merkte außerdem an, dass manche Analysten die Produktionskosten als Referenz bei der Schätzung eines möglichen Kursbodens in Bärenmärkten verwendeten. Die damaligen Prognosen lagen zwischen 13.000 und 15.000 Dollar und verwiesen auf frühere Zyklen mit Rückgängen von etwa 80 Prozent gegenüber den Höchstständen. Solche historischen Vergleiche garantierten weder einen Boden noch eine Erholung.

Die Bitcoin-Produkte von ProShares am US-ETF-Markt

Im Juli 2022 verwaltete ProShares zwei wichtige US-ETFs auf Bitcoin-Futures: den auf steigende Kurse ausgerichteten Bitcoin Strategy ETF (BITO) und den neueren Short Bitcoin Strategy ETF (BITI) mit täglich inverser Ausrichtung. Der Artikel beschrieb BITI bei wachsendem Engagement als zweitgrößtes Produkt dieser Kategorie nach BITO. Das bedeutete nicht, dass beide Fonds Shortpositionen hatten oder direkt Bitcoins besaßen.

Das Shortengagement von BITI entsprach den damaligen Angaben zufolge Anfang des Monats mehr als 3.800 BTC, nicht einem Besitz von 3.800 Bitcoins. BITI strebt vor Kosten die umgekehrte tägliche Rendite eines Futuresindex an; über längere Zeiträume können zusammengesetzte Tagesrenditen zu abweichenden Ergebnissen führen. BITO setzt dagegen auf steigende Futureskurse. Beide Fonds lassen sich daher nicht nach demselben Netto-Shortengagement einordnen. Die historischen Daten im Artikel nannten für den 15. Juli 2022 bei BITO über 679 Millionen Dollar verwaltetes Vermögen und ein tägliches Handelsvolumen von 7.756.300 Fondsanteilen. Bei BITI waren es 72,75 Millionen Dollar und 426.800 Anteile. Verwaltetes Vermögen und die Anzahl gehandelter Anteile sind unterschiedliche Kennzahlen.

Weitere Informationen bietet unser Leitfaden In Bitcoin investieren.

Sam ist ein Finanzinhalte-Spezialist mit einem starken Interesse an dem Blockchain-Bereich. Er hat mit mehreren Firmen und Medienunternehmen in den Bereichen Finanzen und Cybersicherheit zusammengearbeitet.