Digitale Vermögenswerte
Juni 2022: Binance setzt EGLD-Ein- und Auszahlungen nach Sicherheitsvorfall bei Elrond aus

Im Juni 2022 setzte Binance, damals als größte Kryptobörse nach Handelsvolumen beschrieben, Ein- und Auszahlungen über das Elrond-Netzwerk (EGLD) aus. Anlass war ein Sicherheitsvorfall, der das Elrond-Ökosystem und die dezentrale Börse Maiar betraf.
Binance setzt Ein- und Auszahlungen von EGLD aus
Der damaligen Berichterstattung zufolge erklärte Binance in einer chinesischsprachigen Mitteilung vom 8. Juni 2022, die Dienste wegen Sicherheitsproblemen im Elrond-Netzwerk ausgesetzt zu haben.
Laut dem Bericht galt die Unterbrechung seit dem 6. Juni 2022. Binance stand demnach mit dem Elrond-Team in Kontakt, um die Folgen des Vorfalls zu bewältigen.
Binance wollte Ein- und Auszahlungen wieder freigeben, sobald der stabile Betrieb des Netzwerks bestätigt war. Dies war die damals genannte Voraussetzung für die Wiederaufnahme und beschreibt nicht die heutige Verfügbarkeit.
Verdächtige Aktivitäten traten in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 2022 auf. Erste Meldungen unter Berufung auf Wu Blockchain berichteten von rund 1,65 Millionen gestohlenen EGLD. Die Zahl bezeichnet die Tokenmenge, nicht einen Schaden von 1,65 Millionen US-Dollar.
Die Token wurden anschließend über Maiar DEX verkauft. Die umfangreichen Verkäufe sollen den EGLD-Preis im betroffenen Liquiditätspool auf Maiar um etwa 92% gedrückt haben. Das bedeutet nicht, dass der Marktpreis an sämtlichen Börsen um 92% fiel. Maiar und die zugehörigen API-Dienste wurden zur Bewältigung des Vorfalls vorübergehend angehalten.
Erste Analysen auf Twitter hoben drei neue Wallets hervor, die nach der Bereitstellung eines Smart Contracts 800.000, 400.000 beziehungsweise 450.000 EGLD erhielten. Es handelte sich um beobachtete Empfängeradressen, nicht um die technische Ursache des Angriffs. In den ersten Berichten wurden Herkunft und Entwendung der Mittel noch untersucht.
In der vom Artikel verwendeten Marktaufnahme aus dem Juni 2022 notierte EGLD bei etwa 63 US-Dollar, mit einem Wochenverlust von 16,2%, und zählte nach Marktkapitalisierung zu den 50 größten Kryptowährungen. Der Kurs lag mehr als 88% unter dem rund sieben Monate zuvor erreichten Höchststand von etwa 542 US-Dollar. Der gesamte Wochenrückgang ließ sich nicht mit Sicherheit dem Angriff zuschreiben.
Der Sicherheitsvorfall bei Elrond und die Folgen für Maiar
Die gemeldete entwendete Menge betrug rund 1,65 Millionen EGLD-Token, nicht 1,65 Millionen US-Dollar. Auf eine einzelne dezentrale Börse konzentrierte Verkäufe setzten den Preis in deren Liquiditätspool unter Druck. Der lokale Maiar-Preis ist daher von den Kursen anderer Börsen zu unterscheiden.
Erste Meldungen beschrieben Entnahmen und Übertragungen über mehrere Stunden, einschließlich weiterer Vorgänge nach der ersten Aktivität. Die Schilderung enthielt jedoch keinen hinreichend klaren Zeitablauf, um festzustellen, dass sämtliche Token in nur einer Transaktion oder in genau einer Stunde gestohlen wurden.
Entwickler untersuchten eine mögliche Schwachstelle im Zusammenhang mit den Tauschverträgen für EGLD und dessen verpackte Version WEGLD. In der ersten Berichtsphase wurden die technische Ursache und der betroffene Systemteil noch ermittelt. Der Vorfall hatte nichts mit dem Schürfen von Token zu tun.
Die Mittel wurden danach über mehrere Adressen und zwischen Netzwerken verschoben, vermutlich um die Nachverfolgung zu erschweren. Blockchaintransaktionen bleiben jedoch nachvollziehbar. Netzwerkübergreifende Transfers oder Mixing-Dienste garantieren nicht, dass die Spuren verschwinden.
Nach der im Artikel angeführten ersten Analyse standen etwa 95% der beobachteten Transaktionen mit EGLD/USDC in Verbindung. Die Angabe bezog sich nicht auf alle Transaktionen des Netzwerks. Bei KuCoin wurden demnach keine vergleichbaren ungewöhnlichen Kursbewegungen beobachtet. Der Vergleich zeigt Preisunterschiede zwischen Handelsplätzen und beweist nicht, dass der Handel auf dem einen den Preis auf dem anderen stabil hielt.
Das vorübergehende Anhalten von DEX und API-Diensten gehörte zur Reaktion auf den Vorfall. Das Sicherheitsteam untersuchte die Ursache und bemühte sich, Mittel zurückzuholen oder Fehlbeträge auszugleichen. Da USDC einen zentralen Emittenten hat, kann das Einfrieren von Mitteln ein möglicher Ansatz sein. Das garantiert jedoch weder das Verhindern jeder Übertragung noch den vollständigen Ausgleich aller Verluste.
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