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Polygons rund elfstündiger Netzwerkausfall im März 2022

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Beim längeren Ausfall von Polygon PoS am 10./11. März 2022 kam die Blockproduktion zum Stillstand und beeinträchtigte die Aktivitäten der Nutzer. Der damalige Bericht sprach von ungefähr elf Stunden. Das Team versicherte, dass bei diesem Vorfall die Gelder und Daten der Nutzer sicher seien. Davon getrennt hatte Polygon im Dezember 2021 eine schwere MATIC-Schwachstelle behoben; damals wurden Token im Wert von etwa 24 Milliarden Dollar als gefährdet beschrieben. Das war nicht die tatsächlich gestohlene Summe.

Ein Bug, der mit einem früheren Upgrade veröffentlicht wurde

Am 10. März 2022 gegen 16.20 Uhr UTC informierten die Polygon-Entwickler die Nutzer über eine erwartete Ausfallzeit ab 17.50 Uhr UTC.

Das Team erklärte damals: „Wegen Problemen mit der Tendermint-Implementierung der Polygon-PoS-Kette können Nutzer ab 17.50 Uhr UTC mit Ausfallzeiten rechnen. Für Ihre Gelder und Daten besteht kein Risiko. Das Team arbeitet aktiv daran, den normalen Netzwerkbetrieb wiederherzustellen.“

Polygon führte das Problem zunächst auf Heimdall zurück, eine Ebene seiner PoS-Architektur. Validatoren mit verschiedenen Versionen konnten sich nicht auf denselben Zustand einigen und erreichten den erforderlichen Zweidrittelkonsens nicht. Das war ein Verfügbarkeitsproblem und kein Nachweis eines Sicherheitsbruchs.

Die Entwickler erklärten, dass auch die Blockproduktionsebene Bor anhalte, wenn Heimdall keine Informationen für die nächste Auswahlperiode der Blockvorschlagenden mehr bereitstellen könne.

Das Team vermutete zunächst ein früheres Upgrade des Moduls für Zustandssynchronisierung und die Brückenverbindung zwischen Ethereum und Polygon PoS. Eine spätere offizielle Untersuchung vom 28. März stellte klar: Heimdall v0.2.6 sollte eine Datengrößenprüfung korrigieren, war aber fälschlich als optionales Upgrade statt als verpflichtendes Upgrade beziehungsweise Hard Fork veröffentlicht worden. Dadurch entstanden Zustandsabweichungen zwischen den Versionen.

Heimdall verarbeitete validatorbezogene Transaktionen und koordinierte Brückenverbindungen, führte aber keine gewöhnlichen Nutzertransaktionen aus. Nutzertransaktionen und Blockproduktion gehörten zur Aufgabe von Bor.

Eine Phase verlängerter Ausfallzeit

Die offizielle Mitteilung nannte den 10. März um 17.50 Uhr UTC als Beginn der Ausfallzeit; der ursprüngliche Artikel verzeichnete etwa 17.54 Uhr. Auch nach Mitternacht war der Normalbetrieb noch nicht vollständig wiederhergestellt. Der Artikel erwähnte ein Update gegen 01.40 Uhr UTC; im offiziellen Forum wurde der vorübergehende Bor-Fix am 11. März um 01.30 Uhr UTC angekündigt.

Die Entwickler erklärten, dass sie eine vorübergehende Lösung ausrollten, um Bor wieder zu starten. Das Team wiederholte die Zusicherung zur Sicherheit der Gelder und arbeitete weiter an einer dauerhaften Lösung des Heimdall-Problems.

Das Team teilte damals mit, dass ein temporärer Hotfix die Blockproduktion auf Polygon PoS wieder anlaufen lasse. Die Nutzergelder wurden als sicher bezeichnet; über Fortschritte bei einer langfristigen Lösung sollte im offiziellen Forum und über weitere Kanäle berichtet werden.

Die Polygon Bridge blieb nach dem vorübergehenden Fix zunächst nicht verfügbar. Der Neustart der Blockproduktion und die vollständige Wiederaufnahme des Brückenbetriebs waren getrennte Schritte. Eine offizielle Mitteilung vom 13. März bestätigte die Rückkehr der Bridge zum Normalbetrieb.

Auch der Blockexplorer Polygonscan wurde aktualisiert und nach und nach wieder verfügbar.

Polygonscan ist wieder verfügbar

Der Fix zeigte sich nicht sofort bei allen Diensten. Mit der Zeit ließ Polygonscan erkennen, dass die Blockaufzeichnungen wieder zunahmen und verzögerte Daten aufgeholt wurden.

Polygon war damals eine verbreitete Ethereum-Skalierungslösung, weshalb viele Nutzer betroffen waren. Die länger als erwartete Ausfallzeit behinderte Geschäfte und Aktivitäten wie NFT-Transaktionen. Nutzer forderten außerdem einen klaren Zeitplan für die Wiederherstellung.

Die frühere Schwachstelle vom Dezember 2021 war von zwei White-Hat-Forschern gemeldet und zügig behoben worden. Völlig schadlos war dieser Vorfall aber nicht: Laut dem an der Bearbeitung beteiligten Immunefi wurden vor Umsetzung des Fixes 801.601 MATIC gestohlen. Das war ein anderer Vorfall als der Betriebsausfall im März 2022.

Historischer MATIC-Kurs während des Ausfalls

Dem damaligen Artikel zufolge lag MATIC bei CoinMarketCap nach Marktkapitalisierung auf Platz 16 und wurde für 1,46 Dollar gehandelt, ein Plus von 2,07 % in 24 Stunden. Das tägliche Handelsvolumen war um 2,52 % auf 944,990 Millionen Dollar gestiegen. Dies waren Momentaufnahmen vom März 2022; eine positive Tagesänderung beweist nicht, dass der Ausfall keinerlei Einfluss auf den Kurs hatte.

Weitere Informationen bietet unser Leitfaden zum Investieren in Polygon.

Sam ist ein Finanzinhalte-Spezialist mit einem starken Interesse an dem Blockchain-Bereich. Er hat mit mehreren Firmen und Medienunternehmen in den Bereichen Finanzen und Cybersicherheit zusammengearbeitet.